Jüngster Sohn des Grafen
Heinrich II. von Schwarzburg-Blankenburg und der Irmgard
von Weimar-Orlamünde, Tochter von Graf
Siegfried III.
Eberl Immo: Seite 103-104
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"Die frühe Geschichte des Hauses Schwarzburg und
die Ausbildung seiner Territorialherrschaft."
Als Propst von Bibra und Domherr zu Magdeburg
erscheint
ein Albrecht von Schwarzburg im Juni 1244 erstmals urkundlich [202
Vgl.
dazu Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae, hrsg.
von Otto Dobenecker, Band 3, Jena 1925, Seite 193 Nr. 1170.]. Diese Benefizien
hatte Erzbischof
Wilbrand innegehabt, bis er 1225 Dompropst wurde. Die Herkunft
dieses jüngeren Albrecht blieb in der Forschung unerörtert,
obwohl sie eigentlich sehr nahegelegen hätte [203
Schwineköper,
Erzbistum (wie Anm. 145) Seite 371f. gibt keinen Hinweis auf die Herkunft
des Domherrn.]. Der Domherr Albrecht von Schwarzburg war nach seinem
Vornamen ein Neffe der beiden
Erzbischöfe
Albrecht und Wilbrand von Magdeburg. Nach seiner Bezeichnung
als "von Schwarzburg" ist er diesem sich im frühen 13. Jahrhundert
immer deutlicher heraushebenden Familienzweig zuzurechnen und zwar als
Sohn des
Grafen Heinrich II. Er ist damit wohl mit dem in der Literatur
als dessen Sohn erwähnten "Albrecht, Großmeister des
Johanniterordens" zu identifizieren [204 Vgl. dazu Apfelstedt
(wie Anm. 1) Seite 5; Vater (wie Anm. 1) Stammtafel. Ist bereits dieser
Ordensrang für einen deutschen Johanniter des 13. Jahrhunderts auffällig,
so ist besonders merkwürdig, daß ein Johanniter Albrecht
von Schwarzburg in dem einschlägigen Regestenwerk des Gebiets
und der Zeit (wie Anm. 201) überhaupt nicht erwähnt ist. Bei
Herrmann (wie Anm. 57) Seite 21, ist er sogar weltlichen Standes geblieben.].
Dieser Domherr Albrecht von Schwarzburg dürfte spätestens
um 1210 geboren worden sein. Sein Name deutet darauf hin, daß
er unter den Söhnen
Graf Heinrichs II. der jüngste ist.
Er dürfte durch seine Nachbenennung nach dem bereits als Erzbischof
amtierenden Onkel bereits als Kleinkind für den geistlichen Stand
bestimmt gewesen sein. Über seinen Bildungsgang ist nichts bekannt.
Da er aber 1244 in Magdeburg als Domherr
und Inhaber der Benefizien
auftritt, die ehemals sein zweiter Oheim
Wilbrand
innehatte, ist
davon auszugehen, daß ihn dieser vor Juni 1244 zum Propst von
Bibra und Domherrn ernannt und damit ihn und das Haus SCHWARZBURG
gefördet hat.
Albrecht von Schwarzburg wurde nach 1246/vor 28.
November 1258 Domkustos in Magdeburg [205 Urkundenbuch des
Hochstifts Merseburg (962-1357), bearbeitet von Paul Kehr, Band 1 (Geschichtsquellen
der Provinz Sachsen, Band 36) Halle/Saale 1899, Seite 231 Nr. 291.] und
gab das Amt des Propstes zu Bibra nach 22. Februar 1261 auf [206
Regesta
(wie Anm. 191) Seite 667 Nr. 1520.]. Domkustos wird er zuletzt 1267
genannt [207 Ebenda Seite 746 Nr. 1725.], wobei sein Nachfolger
in diesem Amt zuerst am 1. Mai 1272 erwähnt wurde und allem Anschein
nach nicht vor Ende November 1268 ernannt worden sein kann [208 Schwineköper,
Erzbistum (wie Anm. 145) Seite 372.]. Seine Zugehörigkeit zu der Familie
der Grafen von Schwarzburg wird durch eine Erwähnung im Jahre 1264
als Zeuge nochmals bestätigt [209 Dobenecker (wie Anm. 202)
Seite 500 Nr. 3187; Vollabdruck vgl. Urkundenbuch des Klosters Pforte,
bearbeitet von Paul Boehme, 1. Halbband (Geschichtsquellen der Provinz
Sachsen; Band 33) Halle/Saale 1893, Seite 193 Nr. 181.]. Es handelt sich
dabei um eine Freiung des Klosters Pforte vom Zoll in einem Ort an der
Saale durch Graf Günther von Schwarzburg
mit Zustimmung seiner
Erben. Er hat somit sehr wohl Verbindungen zu seiner Familie aufrechterhalten.
Dasselbe gilt auch für Erzbischof Wilbrand, der mit dem Domherrn
Albrecht von Schwarzburg ein Mitglied seines Hauses unterstützt
hat. Damit war er sehr wohl auch darauf bedacht, aus seinem Amt heraus
die weitere Entwicklung seines Hauses zu fördern.
Literatur:
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Eberl Immo: Die frühe Geschichte des Hauses
Schwarzburg und die Ausbildung seiner Territorialherrschaft. in: THÜRINGEN
IM MITTELALTER. DIE SCHWARZBURGER. Beiträge zur schwarzburgischen
Kunst- und Kulturgeschichte Band 3. Thüringer Landesmuseum Heidecksburg
Rudolstadt Seite 103-104 -