Albrecht II. von Schwarzburg         Domherrr
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um 1210-   1278
 

Jüngster Sohn des Grafen Heinrich II. von Schwarzburg-Blankenburg und der Irmgard von Weimar-Orlamünde, Tochter von Graf Siegfried III.
 

Eberl Immo: Seite 103-104
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"Die frühe Geschichte des Hauses Schwarzburg und die Ausbildung seiner Territorialherrschaft."

Als Propst von Bibra und Domherr zu Magdeburg erscheint ein Albrecht von Schwarzburg im Juni 1244 erstmals urkundlich [202 Vgl. dazu Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae, hrsg. von Otto Dobenecker, Band 3, Jena 1925, Seite 193 Nr. 1170.]. Diese Benefizien hatte Erzbischof Wilbrand innegehabt, bis er 1225 Dompropst wurde. Die Herkunft dieses jüngeren Albrecht blieb in der Forschung unerörtert, obwohl sie eigentlich sehr nahegelegen hätte [203 Schwineköper, Erzbistum (wie Anm. 145) Seite 371f. gibt keinen Hinweis auf die Herkunft des Domherrn.]. Der Domherr Albrecht von Schwarzburg war nach seinem Vornamen ein Neffe der beiden Erzbischöfe Albrecht und Wilbrand von Magdeburg. Nach seiner Bezeichnung als "von Schwarzburg" ist er diesem sich im frühen 13. Jahrhundert immer deutlicher heraushebenden Familienzweig zuzurechnen und zwar als Sohn des Grafen Heinrich II. Er ist damit wohl mit dem in der Literatur als dessen Sohn erwähnten "Albrecht, Großmeister des Johanniterordens" zu identifizieren [204 Vgl. dazu Apfelstedt (wie Anm. 1) Seite 5; Vater (wie Anm. 1) Stammtafel. Ist bereits dieser Ordensrang für einen deutschen Johanniter des 13. Jahrhunderts auffällig, so ist besonders merkwürdig, daß ein Johanniter Albrecht von Schwarzburg in dem einschlägigen Regestenwerk des Gebiets und der Zeit (wie Anm. 201) überhaupt nicht erwähnt ist. Bei Herrmann (wie Anm. 57) Seite 21, ist er sogar weltlichen Standes geblieben.]. Dieser Domherr Albrecht von Schwarzburg dürfte spätestens um 1210 geboren worden sein. Sein Name deutet darauf hin, daß er unter den Söhnen Graf Heinrichs II. der jüngste ist. Er dürfte durch seine Nachbenennung nach dem bereits als Erzbischof amtierenden Onkel bereits als Kleinkind für den geistlichen Stand bestimmt gewesen sein. Über seinen Bildungsgang ist nichts bekannt. Da er aber 1244 in Magdeburg als Domherr und Inhaber der Benefizien auftritt, die ehemals sein zweiter Oheim Wilbrand innehatte, ist davon auszugehen, daß ihn dieser vor Juni 1244 zum Propst von Bibra und Domherrn ernannt und damit ihn und das Haus SCHWARZBURG gefördet hat.
Albrecht von Schwarzburg wurde nach 1246/vor 28. November 1258 Domkustos in Magdeburg [205 Urkundenbuch des Hochstifts Merseburg (962-1357), bearbeitet von Paul Kehr, Band 1 (Geschichtsquellen der Provinz Sachsen, Band 36) Halle/Saale 1899, Seite 231 Nr. 291.] und gab das Amt des Propstes zu Bibra nach 22. Februar 1261 auf [206 Regesta (wie Anm. 191) Seite 667 Nr. 1520.]. Domkustos wird er zuletzt 1267 genannt [207 Ebenda Seite 746 Nr. 1725.], wobei sein Nachfolger in diesem Amt zuerst am 1. Mai 1272 erwähnt wurde und allem Anschein nach nicht vor Ende November 1268 ernannt worden sein kann [208 Schwineköper, Erzbistum (wie Anm. 145) Seite 372.]. Seine Zugehörigkeit zu der Familie der Grafen von Schwarzburg wird durch eine Erwähnung im Jahre 1264 als Zeuge nochmals bestätigt [209 Dobenecker (wie Anm. 202) Seite 500 Nr. 3187; Vollabdruck vgl. Urkundenbuch des Klosters Pforte, bearbeitet von Paul Boehme, 1. Halbband (Geschichtsquellen der Provinz Sachsen; Band 33) Halle/Saale 1893, Seite 193 Nr. 181.]. Es handelt sich dabei um eine Freiung des Klosters Pforte vom Zoll in einem Ort an der Saale durch Graf Günther von Schwarzburg mit Zustimmung seiner Erben. Er hat somit sehr wohl Verbindungen zu seiner Familie aufrechterhalten. Dasselbe gilt auch für Erzbischof Wilbrand, der mit dem Domherrn Albrecht von Schwarzburg ein Mitglied seines Hauses unterstützt hat. Damit war er sehr wohl auch darauf bedacht, aus seinem Amt heraus die weitere Entwicklung seines Hauses zu fördern.
 
 
 
 

Literatur:
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Eberl Immo: Die frühe Geschichte des Hauses Schwarzburg und die Ausbildung seiner Territorialherrschaft. in: THÜRINGEN IM MITTELALTER. DIE SCHWARZBURGER. Beiträge zur schwarzburgischen Kunst- und Kulturgeschichte Band 3. Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt Seite 103-104 -