Sohn des Grafen N.N.
Metz Wolfgang: Seite 24
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"Miszellen zur Geschichte der Widonen und Salier, vornehmlich
in Deutschland"
Nicht einordnen läßt sich in diese Darlegung
der Graf Werner, in dessen comitatus
einer Urkunde Bischof Theotlachs von Worms zufolge 891 die Mark Ingelheim
lag. Soll man hier in der Tat mit einem salischen
Zwischenspiel trotz der Gunst, die Megingaud und Walaho bei König
ARNULF genossen, rechnen? Es muß auffallen, dass die anderen
Orte der Urkunde, Winnweiler (bei Alzay) und Dreisen zwar als im Wormsgau,
aber nicht als im comitatus Werners
gelegen, bezeichnet werden. Andererseits geschah der Gütertausch vor
Graf
Werner, aber kaum im Grafengericht, da die Schöffen nicht
genannt sind. Eine Erklärung bietet sich durch die Tatsache an, dass
auch der meines Dafürhaltens salische
Pfalzgraf Erlwin in dieser Funktion nur in Ingelheim (876) erwähnt
wird und dass es eine Vogtei von Pfalzgrafen über Reichsgut seit der
späteren KAROLINGER-Zeit zumindest
gegeben haben muß. Für Erlwin ist eine Beziehung zum
Reichsgut aus der Urkunde Ludwigs des Deutschen
für Lorsch ersichtlich; er ist 865 mit der Erfassung von königlichen
Besitzungen in Kamben bei Oppenheim beschäftigt.
Es muß in diesem Zusammenhange auffallen, dass
Ekkehard von St. Gallen (c. 11), einen Werner
neben dem BABENBERGER Adalbert als camerae nuntius für Franken
mit den Schwaben Berthold und Erchanger auf die gleiche Stufe stellt und
dass diese beiden wirklich Pfalzgrafen waren. Werner
soll schon vor Adalberts Enthauptung gestorben sein, was durchaus
zu der frühen Erwähnung (891) passen könnte. So unsicher
immer Ekkehards Nachricht und die daraus gezogenen Folgerungen bleiben
müssen, für die Frage der Nachfolge Werners
in der Pfalzgrafschaft Erlwins können auch sie einen gewissen
Anhaltspunkt bieten. Dann wäre es - Ekkehard folgend - vor allem der
Gegensatz zu Hatto von Mainz gewesen, der dieses Werners
politische Laufbahn zum Scheitern gebracht hätte. Graf
Werner, der Vater Konrads des Roten, hätte dagegen seit
etwa 906 dank seiner verwandtschaftlichen Beziehungen zu den KONRADINERN
einen neuen Aufstieg seines Hauses eingeleitet. Mit Sicherheit
lassen sich aber weder die beiden Grafen von 891 und ab 906 auseinanderhalten
noch Folgerungen aus Ekkehards Erzählung ziehen.
Literatur:
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Metz, Wolfgang: Miszellen zur Geschichte der Widonen
und Salier, vornehmlich in Deutschland, in: HJb 85 1965, Seite 145-159
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