Sachsen-Lauenburg
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1235
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Sachsen-Lauenburg
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Herzogtum

Bei der Trennung  vom ungeteilten Herzogtum Sachsen 1296 stellte das Herzogtum Sachsen-Lauenburg einen verstreuten Besitz beiderseits der unteren Elbe dar. Eine beanspruchte Lehnsherrschaft über die Grafen von Holstein und von Schwerin ließ sich nicht durchsetzen.1303/03 wurde das Land in drei Linien aufgespalten (Johann II., Albrecht III., Erich I.). Diese standen sich 100 Jahre feindlich gegenüber, so dass der Adel, der sich seit 1404 korporativ zusammenzuschließen begann, eine selbständige Stellung erlangen konnte. Auf die Lage der Herzöge wirkte sich das ungünstig aus, zumal sie in einem vorwiegend landwirtschaftlichen Gebiet nur über geringe Einkünfte verfügten. Einen wertvollen Besitz stellten die für den Schiffbau der benachbarten großen Hansestädte wichtigen Eichenwälder dar. Im Bereich von Hamburg und Lübeck hatte das kleinen Herzogtum eine verkehrsgeographische Schlüsselstellung inne. Für Lübeck war der Transport von Salz aus Lüneburg über die Stecknitz lebenswichtig, der Bau des Stecknitz-Kanals begann am Ende des 14. Jh. So stand Sachsen-Lauenburgständig unter dem Druck einer lübischen Politik der Ausdehnung mit überlegenen wirtschaftlichen und finanziellen Nitteln. Stadt und Vogtei Mölln wurden 1359 von Lübeck auf Wiederverkauf erworben, 1370 folgte Bergedorf. Mit dem Beginn des 15. Jh. setzte eine lauenburgische Gegenpolitik ein, die Lübeck 1401 zum Verzicht zwang, doch brachte ein Feldzug von Lübeck und Hamburg mit dem Frieden von Perleberg 1420 die Offensive der Herzöge zum Stehen; Bergedorf gelangte an beide Städte gemeinsam. Bei der Doppelwahl des deutschen Königs 1314 stand Sachsen-Lauenburg im Wahlbündnis mit Brandenburg und Kurköln, 1329 wurde es bei der Königswahl ausgeschaltet. Als die Wittenberger Linie der ASKANIER 1422 ausstarb, versuchte Sachsen-Lauenburg, seinen Anspruch auf das Erbe mit Urkundenfälschung und nachfolgender Anrufung des Papstes und des Konzils von Basel durchzusetzen, aber trotz der Erbverbrüderung von 1374 ohne Erfolg. Einen gewissen Einfluß konnten die Herzöge bei der Besetzung der Bistümer Bremen, Hildesheim, Lübeck, Minden und Verden ausüben, eine Vergrößerung des bescheidenen Territoriums gegen Holstein und die WELFEN gelang nicht.

Literatur:
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F. Lammert, Die älteste Gesch. des Landes L., 1933 - W. Prange, Siedlungsgesch. des Landes L. im MA, 1960.



 
 
Johann I. Herzog von Sachsen-Lauenburg (1260-1286)
Albrecht I. Herzog von Sachsen-Lauenburg (1286-1308)
Erich I. Herzog von Sachsen-Lauenburg (1286-1361)
Johann II. Herzog von Sachsen-Lauenburg (1286-1322)
Albrecht II. Herzog von Sachsen-Lauenburg (1322-1344)