Annalen von Hildesheim. Seite 93
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Die Jahre 1009-1012.

Im 8. Jahre, als er noch nicht Kaiser war, in der 7. Indiction, 1009, brachte der König Weihnachten in Salzburg, Ostern aber in Augustburg zu. Der Bischof von Paderbrunn, Rethar, starb am 6. März; ihm folgte Meinwerk, des Königs Capellan. Das Mainzer Münster, welches bei der künftigen Weihe nach der himmlischen Ehre und den Reliquien des heiligen Martin genannt werden sollte und vom Erzbischofe Willigis mit dem größten Eifer für seine Ausschmückung  erbaut worden war, ging am 30. August in jämmerlichem Brande zu Grunde.

Im 9. Jahre seiner Regierung, in der 8. Indiction, 1010,  feierte der König Weihnachten in Palidi, Ostern in Radisbona. Ansfrid, Bischof der Utrechter Kirche, starb und an seine Stelle trat Adelbold.

Im 10. Jahre seiner Regierung, in der 9. Indiction, 1011, feierte der König die Geburt des Herrn zu Frankenaford und kam am Aschermittwoch nach Corvey. Dort starb der fromme Herzog Bernhard am 9. Februar und wurde mit großer Trauer bei dem Leichenbegängnisse im Kloster des heiligen Michael in Luniburg begraben, welches er selbst von Grund aus erbaut  und wo er eine Congregation von Mönchen zusammengebracht  hatte. Nach ihm aber erhielt sein Sohn Bernhard das Herzogthum. In dieser Zeit ging auch Willigis, der Metropolit von Mainz, zu Christus und an seine Stelle trat der Abt von  Fulda, Erkanbald, welchen unser Bischof Bernward am 1. April  weihte.