HORNBACH
Lexikon des Mittelalters:
********************
Hornbach
-------------
ehemalige Abtei OSB (1558 säkularisiert), südlich von
Zweibrücken (Rheinland-Pfalz), früher Diözese Metz, kurz
vor 742 gegründet, im Zusammenwirken Pirmins, Bischof Sigibalds von Metz und eines Grafen Warnharius, der wohl der Familie der WIDONEN zugezählt
werden darf. Hornbach wurde mit vermutlich auf Königsgut
zurückgehenden Besitz im Bliesgau und um Pirmasens ausgestattet.
Infolge der Verehrung des hier begrabenen Pirmin († um 750/753) wechselte das
Patrozinium B. Mariae Virg. zu Pirminius (erstmals 828 belegt).
Das widonische
Hauskloster ging auf die jüngeren SALIER (Otto von Kärnten) über,
nach deren Erlöschen an die
ältere salischen
Linie und wurde 1087 von HEINRICH IV. dem
Bistum Speyer geschenkt. Vermutlich übertrug Bischof Bruno von Speyer († 1123) die Vogtei über
Hornbach seinem Bruder aus dem
Hause der Grafen von Saarbrücken, von denen sie
1182/88 zur Ausstattung einer jüngeren, sich rasch nach
Zweibrücken benennenden Linie verwendet wurde. Die Vogtei, nun
fester Bestandteil der Grafschaft Zweibrücken, kam 1394 an die
Kurpfalz, 1410 an das Fürstentum Pfalz-Zweibrücken. Die
Hirsauer Reform wurde 1179 eingeführt, eigene Münzen wurden
von ca. 1120-ca. 1230 geprägt. Reste des romanischen Westbaues
sind erhalten. - Die bei dem Kloster gelegene Siedlung (1237 befestigt)
wurde 1352 von
KARL IV. nach Hagenauer Recht gefreit.
H.-W. Herrmann