EBERSTEIN, GRAFEN VON
Lexikon des Mittelalters:
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Eberstein, Grafen von
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Die Edelfreien von Eberstein
sind erstmals 1085 genannt (Burg
Alteberstein im Ortsteil Ebersteinburg der Stadt Baden-Baden).
Ihr Besitz im Ufgau (wohl von den um 1100 ausgestorbenen Grafen von
Malsch) und im Kraichgau aus einer Heiratsverbindung mit den Grafen von
Lauffen ermöglichte den Ausbau einer umfangreichen Adelsherrschaft
im nördlichen Schwarzwald, die sich auf bischöflich
speyerische Lehengüter, aber auch auf Rodungsgüter im Murg-
und Albtal stützte. Das Zisterzienser-Kloster
Herrenalb (um 1150) und das Benediktinerinnen-Kloster
Frauenalb (um 1180) wurden zu geistl. Zentren der Familie, noch
ehe sich Eberhard v. E. (1196) erstmals den Grafentitel beilegte, wohl
ohne jemals ein Grafenamt ausgeübt zu haben. Vornehme
Heiratsverbindungen (Herzöge von Teck, Grafen von
Zweibrücken, Freiburg, Sulz, Tübingen) trugen zur Steigerung
des Ansehens der neben den Markgrafen von Baden mächtigsten
Adelsherrschaft im Gebiet des Nordschwarzwaldes bei. Dafür
sprechen auch die Stadtgründungen in Kuppenheim, Gernsbach,
Bretten, Gochsheim und Neuburg am Rhein (damals noch rechtshreinisch
südwestlich des heutigen Karlsruhe), alle um 1250. Doch bereits in
der 2. Hälfte des 13. Jh. leiteten Erbauseinandersetzungen den
Niedergang ein. 1283 verkaufte Otto
von Eberstein seine Stammburg
Alteberstein an Markgraf
Rudolf von Baden und zog sich auf Burg Ebersteinschloß im
Murgtal oberhalb Gernsbach zurück. Auch die Hälfte der
Herrschaft wurde 1387 an die Markgrafschaften verkauft. 1660 starb die
Familie aus; der größte Teil ihrer Herrschaft fiel an die
Markgrafschaft Baden-Baden.
H. Schwarzmaier