Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte
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Commercy, Herren von
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Die eigentliche Familie geht zurück
auf Stephania
(Stephanie) (um 1144-um 1178),
Tochter des Grafen von Bar,
Rainald I. (Renaud) und Gemahlin von Hugo, Herrn
von Broyes (Champagne);
sie wird als Dame oder Gräfin von Commercy bezeichnet. Die
Familie des Ricuinus, genannt „von Commercy“, Bischofs von Toul, 1107-1124,
ist in diesem Zusammenhang nicht zu berücksichtigen. Commercy
wurde von Stephanias Gemahl und Nachkommen
als Lehen des Bischofs von Metz gehalten. Die Herrschaft ging von Stephania
auf ihren Sohn Simon I. (um
1145-um 1208) über,
der auch Herr von Broyes und Vogt von Neufchateau war. Danach
fiel
die Herrschaft an den jüngeren
Sohn Simons
I., Gaucher I. (um 1200-1248). Seine
Nachkommen teilten
sich in zwei Linien: die eine mit Commercy, die andere mit Chateauvillain
und Montrivel in der Freigrafschaft Burgund.
Simon
II. heiratete Mathilde von Saarbrücken;
hierdurch
waren Simon III. (1248-1305) und Johann I. (1305-1341)
zugleich
auch
Grafen von Saarbrücken. 1341erfolgte eine Teilung: Der
ältere Familienzweig erhielt Saarbrücken
und ein Drittel
der Herrschaft (Chateau-Bas in Commercy), der jüngere zwei Drittel
von Commercy (Chateau-Haut). Die Herren von Commercy
waren seit
dem 14. Jh. Vasallen des Königs von Frankreich; dies
ermöglichte
den Grafen von Saarbrücken, am französischen Hof Fuß zu
fassen (als Mundschenk/bouteiller). Die Linie
Commercy-Saarbrücken
ging seit 1381-1384 rasch im
Haus NASSAU auf (über die SAARBRÜCKER
Erb-Tochter Johanna). Innerhalb der jüngeren Linie der
„damoiseaux“
(Junker) von Commercy, brachte es vor allem Robert
I. (1414-1464) zu Ruhm; er erlangte durch Heirat mit Johanna
(Jeanne) die Grafschaft Roucy und Braine; das
Chateau-Haut
wurde nun der champagnischen Grafschaft Braine zugeschlagen. Dieser
Zweig
der Herren von Commercy stand stets zwischen dem lothringischen
Maasland,
der Champagne, der Freigrafschaft Burgund und dem Land an der Saar.