Sophie von Wettin                           Herzogin von Königsgrätz
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um 1150
nach 1177
 

Älteste Tochter des Markgrafen Otto der Reiche von Meißen aus dem Hause WETTIN und der Hedwig von Ballenstedt, Tochter von Markgraf Albrecht der Bär; Schwester der Königin Adela von Böhmen

Schwennicke Detlev: Tafel 152
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

SOPHIA
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  oo ULRICH VON BÖHMEN
            
18. X. 1177

Brandenburg Erich: Tafel 37 Seite 74
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

ULRICH I.
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* ...,
1177 11. XI.

Herzog zu Brünn 1175

Gemahlinnen:
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a)
CAECILIE, Tochter Landgraf Ludwigs I. von Thüringen
    

b)
SOPHIE, Tochter des Markgrafen Otto von Meißen
    


Wegener, Wilhelm Dr. jur.: Seite 7 Tafel 2
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"Genealogische Tafeln zur mitteleuropäischen Geschichte"

ULRICH
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* 1134,
18.10.1177

  1. oo CÄCILIE VON THÜRINGEN
                

Tochter des Landgrafen Ludwig I. von Thüringen

  2. oo SOPHIE VON WETTIN
                

Tochter Ottos des Reichen von Meißen


Thiele, Andreas: Tafel 80
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

ULRICH II.
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1177

Udalrich II. wurde 1152 Herzog zu Königsgrätz und war bis 1173 inhaftiert und versuchte 1173, die Krone zu gewinnen und verzichtete. 1174-1176 weilte er mit Kaiser FRIEDRICH I. BARBAROSSA in Italien und wurde 1175 Herzog zu Brünn.


Pätzold Stefan: Seite 55,101
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"Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221"
 

Otto hinterließ insgesamt vier Kinder: die Töchter Sophia und Adela, sowie die Söhne Albrecht und Dietrich.
Dann wurde Theobalds Bruder Ulrich der Ehemmann von Markgraf Ottos Tochter Sophia,und Albrecht von Meißen nahm schließlich im Jahre 1186 Sophia, die Tochter Herzog Friedrichs, zur Frau.
 
Weller Tobias: Seite 602,676-678
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"Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert."

In zweiter Ehe hatte Udalrich die Meißner Markgrafen-Tochter Sophia heimgeführt [160 Siehe dazu Seite 676f.].
Über Sophia, die offensichtlich ältere der beiden Töchter Markgraf Ottos haben sich nur wenige Nachrichten erhalten. Gemäß den Angaben der 'Genealogia Wettinensis' heiratete sie Herzog Udalrich von Böhmen und gebar ihm eine Tochter Agnes, die später Nonne im Konvent von Gerbstedt wurde; nach Udalrichs Tod habe sie sich in zweiter Ehe mit einem Burggrafen von Regensburg vermählt [296 Gen. Wett., MGH SS 23, 229: Sophia nupsit Olrico duci Bohemie, qui genuit ex ea Agnetem Gerbestadensem monachum. Mortuo autem Olrico, Sophia nupsit burcgraviode Regensburc.].
Von Udalrich, einem nachgeborenen Sohn Herzog Sobeslavs I. von Böhmen (
1140), war bereits im Zusammenhang mit der ludowingischen Heiratspolitik die Rede, da er in erster Verbindung die thüringische Landgrafen-Tochter Cäcilia zur Frau genommen hatte. Als Angehöriger des sobeslavidischen Zweiges der PREMYSLIDEN-Familie war er von seinem Vetter Vladislav II. aus Böhmen verdrängt worden, mußte zeitweilig in Polen Zuflucht suchen und hielt sich in den 1160-er und 1170-er Jahren mehrfach am Hof Kaiser FRIEDRICHS auf, den er auch auf mehreren Italienzügen und überdies wohl auch auf dem Polenfeldzug von 1172 begleitete. Dabei wurde sein herzoglicher Stand von seiten des STAUFERS stets anerkannt.
Der Zeitpunkt von Udalrichs Eheschließung mit Sophia läßt sich anhand der Quellen nicht mehr erschließen, zumal unbekannt ist, wann seine erste Gemahlin Cäcilia starb. Angesichts der überlieferten Vermählungs- bzw. Verlobungsjahre von Sophias Geschwistern liegt es nahe, daß sie erst Udalrichs Frau wurde, nachdem sein Herrschaftsanspruch auf Böhmen von BARBAROSSA anerkannt worden war und dieser ihn im September 1173 mit dem Herzogtum belehnt hatte [298 Vgl. Gerlach von Mühlhausen, Cont. zu 1174, MGH SS 17, 686. Siehe auch BRETHOLZ, Geschichte Böhmens 270f.]. Sicher ist ein solcher Datierungsversuch allerdings nicht.
Nach dem Tode Udalrichs ging Sophia eine zweite Verbindung ein. Ihr Ehepartner ist allerdings nicht zweifelsfrei zu identifizieren, den die 'Genealogia Wettinensis' weist ihn lediglich als Angehörigen des Regensburger Burggrafen-Geschlechtes der PABONEN aus, ohne seinen Namen zu nennen [300 Siehe oben Anm. 296.]. Möglicherweise handelt es sich hier um Burggraf Friedrich, den ältesten Sohn Burggraf Heinrichs III. und der babenbergischen Markgrafen-Tochter Bertha [301 So POSSE, Wettiner, Tafel 4, der allerdings Vorbehalte gegenüber dieser Identifizierung äußert. Zu der Verbindung Burggraf Heinrichs III. mit Bertha von Österreich siehe oben Seite 363f. Vgl. ferner die in einer genealogischen Notiz aus dem Kloster Ranshofen überlieferte Nachricht (Notae gen. Bav. I., MGH SS 24, 76): Purcravius duxit uxorem de Austria, sorerem ducis Heinrici; de qua genuit Fridericum et Heinricum et abbatissam Superioris Monasterii. Die Europäischen Stammtafeln NF 1/1 (1998), Tafel 151, verzeichnen nur Udalrich von Böhmen als Gemahl der Sophia; ihre zweite Ehe bleibt hier unerwähnt.]. Friedrich taucht schon zu Lebzeiten seines Vaters urkundlich auf [302 Vgl. zum Beispiel die Nennung des Fridericus filius comitis Ratisponensis als Zeuge einer zwischen 1149 und 1156 erfolgten Schenkung Heinrichs II. Jasomirgott zugunsten des Klosters Heiligenkreuz (vgl. BUB 1, No. 17, 23ff.). Auch in einer auf 1171 datierten Traditionsnotiz des Klosters St. Emmeram tauchen Fridericus filius praefecti, Heinricus, Otto fratres eius als Zeugen auf (Trad. Regensburg, No. 903, 443f.).] und folgte diesem Mitte der 1170-er Jahre in der Burggrafenwürde. Von 1174 bis 1181 ist Burggraf Friedrich mehrfach am Kaiserhof nachweisbar [303 Vgl. DD F. I. 622 (Juni 1174, Regensburg); 782 (Juli 1179, Magdebur); 788 (September 1179, Ausgburg); 798 (Juli 1189, Regensburg); 803 (März 1181, Nürnberg). Ferner begegnet Frideric purgrauio Ratisponensis in einer Urkunde des Abtes von St. Emmeram vom November 1189 (vgl. Trad. Regesnburg, No. 945, 475).]. Bald danach scheint er gestorben zu sein, laut dem Weltenburger Nekrolog an einem 17. Juli [304 Necr. Weltenburg, MGH Necr. 3, 377.], jedenfalls verschwindet er aus den Quellen [305 Zur Person Burggraf Friedrichs siehe auch MAYER, Burggrafen 36f.; DERS., Regesten, No. 139-154; TYROLLER, Genealogie, Tafel 11, No. 14,168.]. Ebenso plausibel ist allerdings die Annahme, Friedrichs Bruder Heinrich IV. sei der Gemahl der WETTINERIN gewesen [306 Für diese Identifizierung entscheidet sich Ernst EHRENFEUCHTER als Herausgeber der Gen. Wettin. MGH SS 23, 229, Anm. 48. Vgl. zur Person Burggraf Heinrichs IV. MAYER, Burggrafen 42f.; TYROLLER, Genalogie, Tafel 11, No. 15, 168.]. Wie Friedrich, neben dem er als Urkundenzeuge in den Kaiserdiplomen auftaucht, führte er den Titel eines Burggrafen von Regensburg [307 Auffälligerweise werden sie in den Herrscherurkunden nebeneinander als Inhaber der Burggrafenwürde genannt, vgl. DD F. I. 622: Fridericus et Henricus castellani; 782: Fridericus et frater eius Heinricus burgravii Ratisponensis; 798: Fredericus purcgravius; [...], Heinricus purcgravius.].
Offenbar haben sich beide Brüder die burggräflichen Rechte geteilt bzw. sie gemeinsam ausgeübt. Ferner begegnet Heinrich IV. in Urkunden Heinrichs des Löwen, Herzog Leopolds V. von Österreich und des Bischofs von Regensburg. 1184 begleitete er Kaiser FRIEDRICH auf dessen sechstem Zug nach Italien, von dem er augenscheinlich nicht zurückgeehrt ist, denn nach dem November desselben Jahres verliert sich seine Spur. Die Nekrologe von Weltenburg und Klosterneuburg melden seinen Tod zum 4. Januar.
Wann Sophia starb, ist gänzlich unbekannt. Sie wird in den Quellen nie an der Seite ihres Regensburger Gemahls erwähnt und hinterließ aus ihrer zweiten Ehe auch keine Kinder, so daß die burggräfliche Linie der PABONEN mit der Generation Friedrichs und Heinrichs IV. im männlicher Linie ausstarb.


 

    

  1. oo 2. Udalrich II. Herzog von Königsgrätz
               um 1125
11.11.1177

  2. oo Friedrich I. Burggraf von Regensburg
           um 1125
17.7.1181



Kinder:

  Agnes Nonne zu Gerbstedt
  um 1175




Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 37 Seite 74 - Palacky Franz: Geschichte von Böhmen 1842 - Pätzold, Stefan: Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln 1997 Seite 55,101 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 152 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 80 - Wegener, Wilhelm Dr. jur.: Genealogische Tafeln zur mitteleuropäischen Geschichte, Heinz Reise-Verlag Göttingen 1962-1969 Seite 7 Tafel 2 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 602,645,668,676-678,696-697 -