Konstanze von Ungarn                    Königin von Böhmen
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um 11774.12.1240
 

Tochter des Königs Bela III. von Ungarn aus dem Hause der ARPADEN aus seiner 2. Ehe mit der Agnes von Antiochia, Tochter von Rainald de Chatillon
 

Decker-Hauf Hansmartin: Band III Seite 355
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"Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur."

IX. GENERATION

65 (44) KONRAD, später FRIEDRICH genannt
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* Februar 1167, 20.1.1191

Verlobt beim Durchzug des Kreuzheeres durch Ungarn 1189 mit

KONSTANZE VON UNGARN
* um 1177, 4.12.1240

Tochter des Königs Bela III. von Ungarn (um 1148-1196) und der Agnes von Chatillon (um 1155-1184), Tochter des Rainald von Chatillon, Fürst von Antiochia.

Konstanze heiratete nach dem Tode ihres staufischen Bräutigams den Przemysl I. Ottokar, König von Böhmen (1155-1230). Aus dieser Ehe stammt Wenzel I., König von Böhmen, Gatte der STAUFERIN Kunigunde, Tochter König PHILIPPS VON SCHWABEN (vgl. Nr. 83).


Schnith Karl Rudolf: Seite 297
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"Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern."

DIE NACHKOMMEN KAISER FRIEDRICHS I. BARBAROSSA

6. KONRAD, später FRIEDRICH (V.) genannt
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* Februar 1167 in Modigliano
20.1.1191 bei der Belagerung Akkons

Grabstätte: Akkon

1170-1191: Herzog von Schwaben

Verlobt (1189) mit
                            KONSTANZE ( 1240)

Tochter König Belas IV. von Ungarn ( 1196) und der Agnes ( 1184), Tochter des Rainald von Chatillon, Fürsten von Antiochia


Brandenburg Erich: Tafel 13 Seite 27
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

XIV. 268. PRZEMYSL OTTOKAR I.
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* ca. 1155,
1230 15. XII.

Herzog von Böhmen 1192 bis 1193
König 1198

Gemahlinnen:
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a) ca. 1180; oIo 1198
ADELHEID, Tochter Ottos Markgraf  von Meißen
      
1211

b) 1198/99
CONSTANZE, Tochter König Belas III. von Ungarn
      
1240 5. XII.


Thiele, Andreas: Tafel 356
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

KONSTANZE
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1240

  oo 1198
       OTTOKAR I. König von Böhmen
            
1230

Palacky Franz: Band II Seite 61,71
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"Geschichte von Böhmen"

1198
Daher appellierte Adele von Meißen an den Papst, während Otakar kurz darauf ungehindert zu neuer Ehe schritt mit Constanze, der Schwester der Könige von Ungarn, Emerich und Andreas II., welche jedoch erst dann einwilligte, sich mit ihm zu verbinden, als mehrere Prälaten in Ungarn sie über die kanonische Rechtmäßigkeit der vorangegangenen Scheidung beruhigt hatten.
1204
Er mag in solcher Stimmung auch um so geneigter geworden sein, Adele zurückzuführen, als er nach dem Tode seines Erstgeborenen Wratislaw, von der Constanze bisher nur drei Töchter am Leben hatte, und ihm daher die Gefahr nahe lag, ohne männliche Erben, wie alle seine Brüder, zu bleiben. Da er sein Unglück OTTOS Saumseligkeit und Treulosigkeit zuschrieb, trachtete er vor allem, sich mit PHILIPP auszusöhnen. Otakar verpflichtete sich zu einem Schadensersatz von 7.000 Mark Silber an PHILIPP, und stellte Geiseln für deren richtige Zahlung. Nachdem aber im folgenden Jahr (1205) Constanze ihm neuerdings einen Sohn, den nachmaligen König Wenzel I., zur Welt gebracht hatte, gedachte auch PHILIPP eines zarteren und innigeren Bandes, das den König von Böhmen dauerhaft fesseln sollte: er verlobte nämlich seine Tochter Kunigunde dem böhmischen Prinzen. Unter solchen Umständen gab Otakar den früheren Entschluß, Adele in ihre ersten Rechte einzusetzen, wieder auf.
1227
Nur die Brecislawer (Lundenburger) Provinz wurde schon im Jahre 1222 der Königin Constanze zu eigener Verwaltung übergeben.

Kuthan, Jiri: Seite 150
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"Premysl Ottokar II. König, Bauherr und Mäzen. Höfische Kunst im 13. Jahrhundert"

Das betrifft vor allem die Kirche und den Kreuzgang des Zisterzienserinnenklosters in Tischnowitz/Tisnov. Seine Stifterin und Bauherrin war Königin Konstanze, die der ungarischen Dynastie der ARPADEN entstammende Witwe Premysl Ottokars I., Mutter Wenzels I. und Großmutter Premysl Ottokars II.

Hoensch, Jörg K.: Seite 14,16,19,70
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"Premysl Otakar II. von Böhmen. Der goldene König."

Wenzel I. war über seine Mutter Konstanze, einer Tochter König Belas III. von Ungarn (um 1148-1196) und der Agnes von Chatillon und Poitiers (um 1155-1184) mit dem ARPADEN-Geschlecht verwandt; der Großvater Rainald von Chatillon war zum Fürsten von Antiochia aufgestiegen.
Im Gegensatz zu ihrer Schwieger-Mutter, der ARPADIN Konstanze, die nicht nur Garantien für eine enge böhmisch-ungarische Allianz unter ihrem Gatten Premysl Otakar I. war, sondern auch unter der Regierung ihres Sohnes Wenzel bis zu ihrem Tod (4. Dezember 1240) aktiv in die Staatsgeschäfte eingriff, scheint Kunigunde von Staufen nur wenig Einfluß auf die Tagespolitik genommen zu haben.
Der inzwischen in Olmütz residierende Premysl von Mähren, 1233 schon einmal vom Bruder zur Unterwerfung gezwungen, lehnte sich 1237 erneut gegen Wenzel I. auf, wohl weil dieser Teile des Witwenguts ihrer Mutter Konstanze, das südmährische Gebiet von Lundenburg (Breclav), seinem Neffen Ulrich von Kärnten zu Lehen gegeben hatte.
Bei den Zisterzienserinnen von Porta Coeli bei Tischnowitz in Mähren hatten sich Premysl Otakar I. und seine Gemahlin Konstanze die Grablege ausbedungen.

Csendes Peter: Seite 110,185
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"Philipp von Schwaben. Ein Staufer im Kampf um die Macht."

König Bela III. von Ungarn war im Jahr 1196 gestorben und hatte zwei Söhne hinterlassen. Die Kämpfe zwischen ihnen sollten sich bis in das Jahr 1205 hinziehen und letztlich mit dem Erfolg von Andreas enden, der mit Gertrud, einer Angehörigen der Familie der ANDECHS-MERANIER verheiratet war. Auch Herzog Leopold VI. von Österreich, ein Neffe von König Bela III., war involviert, ebenso König Otakar von Böhmen, der ein Jahr zuvor Konstanze, die Schwester von Emmerich und Andreas geheiratet hatte. Diese Zwistigkeiten begannen unerwartete Auswirkungen auf die Parteiungen im Thronstreit zu zeitigen. Der Grund dafür lag in der Ehe des Böhmen-Königs, der, um Konstanze heiraten zu können, seine erste Gattin, die Mutter seiner Kinder, verstoßen hatte; es war Adela von Meißen.
Auch im Lager der Anhänger König PHILIPPS fehlte es nicht an Zwistigkeiten. So war die Feindschaft zwischen dem Böhmen-König und den WETTINERN wieder aufgebrochen. Hatte es nach der Rückkehr Otakars an die Seite des STAUFERS und dem Tod des ersten Sohnes aus seiner zweiten Ehe mit der ungarischen Prinzessin nach einem Ausgleich ausgesehen, so stellte sich nach der Geburt eines zweiten Sohnes alles wieder anders dar. Otakar dachte nicht mehr daran, sich von Konstanze zu trennen und Adela in die alten Rechte einzusetzen. Die Verlobung dieses Erben mit der Königs-Tochter Kunigunde mußte für die WETTINER bedeuten, daß PHILIPP diese Entwicklung begrüßte.  
 
K
uthan, Jiri:
Seite 56,150,387
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"Premysl Ottokar II. König, Bauherr und Mäzen. Höfische Kunst im 13. Jahrhundert."

Unter Wenzels Herrschaft erfolgte die Gründung und der Aufbau einer Reihe von landesherrlichen Burgen und Städten. Die Gründertätigkeit des Königs und anderer Mitglieder des Herrscher-Hauses - Wenzels Mutter Konstanze, seiner Gemahlin Kunigunde, seiner Schwester Agnes und seines Bruders Premysl - schufen die Voraussetzungen für den großartigen Aufbau der neuen Klöster.
Mit dem Kreis dieser Bauten, die mit den BABENBERGERN bzw. dem Geschlecht der KUENRINGER verknüpft sind, stehen erstaunlicherweise auch einige Bauwerke in Verbindung, die während der Herrschaft König Wenzels I. (1230-1253) in den böhmischen Ländern entstanden sind. Das betrifft vor allem die Kirche und den Kreuzgang des Zisterzienserinnenklosters in Tischnowitz/Tisnov [10 J. Kuthan, 1974, Seite 361-370; J. Kuthan, I. Neumann, 1979, Seite 107-118; J. Kuthan, 1982b, Seite 274-284.]. Seine Stifterin und Bauherrin war Königin Konstanze, die der ungarischen Dynastie der ARPADEN entstammende Witwe Premysl Ottokars I., Muter Wenzels I. und Großmutter Premysl Ottokars II.
Bemerkenswert ist hier die große Ähnlichkeit mit den gleichzeitig entstandenen Kreuzgängen der Zisterzienserstifte Zwettl, Heiligenkreuz und Lilienfeld oder auch mit dem Kreuzgang im mährischen Tisnov, das von Konstanze, der Witwe des böhmischen Königs Premysl Ottokar I., gegründet wurde, die eine Schwester der ungarischen Könige Emmerich (1196-1204) und Andreas II. (1205-1235) war [94 Zu den dynastischen Bindungen im Zusammenhang mit Königin Konstanze: E. Marosi, 1983, Seite 92; derselbe, 1984, Seite 178.].




 

 1198
  oo 2. Przemysl Ottokar I. König von Böhmen
          1155 15.12.1230
 
 
 
 

Kinder:

  Jutta
      2.6.1230

 1213
  oo Bernhard II. Herzog von Kärnten
            14.1.1256

  Anna
  1201/04-26.6.1265

 1216
  oo Heinrich II. Herzog von Schlesien
       1196/1204 9.4.1241

  Wenzel I.
  120523.9.1253

  Vladislav II. Markgraf von Mähren (1222-1227)
  1207 18.2.1227

  Przemysl Markgraf von Mähren (1227-1239)
  120916.10.1239

  Blaschena
  1210 1281

  Agnes Äbtissin zu St. Franziskus zu Prag
  1211wohl 2.3.1282
 
 
 
 

Literatur:
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Csendes Peter: Philipp von Schwaben. Ein Staufer im Kampf um die Macht. Primus Verlag 2003 Seite 110,185 - Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 355 - Hoensch, Jörg K.: Premysl Otakar II. von Böhmen. Der goldene König. Verlag Styria Graz Wien Köln 1989 Seite 14,16,19,70 - Kuthan, Jiri: Premysl Ottokar II. König, Bauherr und Mäzen. Höfische Kunst im 13. Jahrhundert, Böhlau Verlag Weimar 1996 Seite 56,150,153,284,287,387 - Palacky Franz: Geschichte von Böhmen 1842 Band II Seite 61,71,77,91 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 297 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 82 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 356 - Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998 Seite 243 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 135-136,178, 190-191,679-681,683,685-686,816 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig. Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873 Band I Seite 188,443,540/Band II Seite 271 -