EUROPÄISCHE STAMMTAFLEN NEUE FOLGE BAND III TEILBAND 1 Tafel
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Lexikon des Mittelalters: Band VII Seite 82
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Pommerellen
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Östlicher Teil Pommerns, reichte von der Leba im Westen bis zur
unteren Weichsel im Osten, mit den Zentren Danzig (Gdansk), Dirschau (Tezew),
Lubiszewo und Swiecie. Im frühen MA von den Pomoranen bewohnt, wurde
Pommerellen wohl bald nach der Mitte
des 10. Jh. durch Mieszko I. Polen
eingegliedert. Eine Phase der Unabhängigkeit nach dem Tode Mieszkos
II. (+ 1034) beendete am Anfang des 12. Jh. der polnischen
Fürst Bolweslaw III. Krzywousty. Im Gegensatz zu W-Pommern
wuchs Pommerellen viel stärker
mit Polen zusammen, vor allem in verfassungs- und kirchenrechtlicher Hinsicht,
unter anderem durch die wohl 1123/24 gegründeten Bistümer Kruschwitz
und Leslau, die 1156 zum Bistum Leslau/Wloclawek vereinigt wurden und zum
Gnesener Metropolitanverband gehörten. Nach 1138 verwalteten möglicherweise
aus Pommerellen stammende Statthalter
der polnischen Senior-Fürsten das Land. Kasimir
II. setzte um 1180 in Danzig Sambor
I. (+ vor 1209) und in Schlawe (Slawno) Boguslaw
(+ vor 1223) als Fürsten ein. Nach dem Tode Sambors
übernahm sein Bruder Mestwin
(Mstivoi) I. (+ 1217?) das Danziger Land. Dessen Sohn und Nachfolger
Swantopluk
(1217?-1266) erreichte nach einem von ihm initiierten Mordanschlag
auf den polnischen Princeps Leszek Bialy (1227)
die volle politische Selbständigkeit. Allerdings mußte er sich
mit der Herrschaft seiner jüngeren Brüder in Bialgard (Ratibor,
+ 1275), Lubiszewo und Dirschau (Sambor
II., + 1277/78) sowie Swieche (Wartislav
I., + vor 1229) abfinden. Kämpfe innerhalb der Dynastie
("SAMBORIDEN"), wie auch die wachsende
Bedrohung seitens der Mark Brandenburg und des Deutschen Ordens führten
zu einem engeren Anschluß Pommerellen an
Polen. Nachdem der letzte Herrscher Pommerellens,
Mestwin II.,
um 1271 das Danziger Land mit Schlawe vereinigt hatte, schloß er
1282 mit dem großpolnischen Herzog Przemysl
II. in Kempen (Kepno) einen Vertrag, auf dessen Grundlage dieser
nach dem Tode
Mestwins (25. Dezember 1294) die Herrschaft in Pommerellen
übernahm. Als Herr Großpolens und Pommerellen erneuerte
Przemysl 1295 die Königswürde in Polen; nach der Ermordung
des Königs in Rogassen (Rogozno) 1296 herrschten noch Wenzel II. als
polnischer König (1300-1305) und Wladyslaw
I. Lokietek in Pommerellen. Das durch die Brandenburger bedrohte
Pommerellen, dem Wladyslaw I. nicht
helfen konnte, wurde 1308-1309 vom Deutschen Orden erobert; nach langen
Kämpfen verzichtete Polen 1343 im Frieden von Kalisch darauf.
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