Lexikon des Mittelalters: Band VII Seite 1055
*******************
Rott am Inn
------------
Eines der frühesten bayerischen Benediktinerklöster der Reformphase
wurde von der bedeutenden Pfalzgrafenfamilie von
Rott-Vohburg, Anhängern HEINRICHS
IV., nach dem Schlachtentod Kunos
II. von Rott (1081) zwischen 1081 und 1085 gegründet und mit
reichem Besitz ausgestattet. Laut verfälschter Gründungsurkunde
hatte das Kloster von Anfang an die heimischen Patrone Marinus und Anianus.
Nach dem Aussterben der Stifterfamilie, die dem Kloster unter anderem die
wichtigen Außenposten um Kötzingen im Bayerischen Wald und St.
Ulrich am Pillersee/Tirol geschenkt hatte, übernahmen die verwandten
Grafen von Lechsgemünd die Klostervogtei bis 1226. Gegen diese Vögte
erreichte das Kloster im 12. Jh. eine Reihe von Schutzbriefen, deren Effizienz
freilich unbekannt ist. 1226-1259 waren die Grafen von Wasserburg Vögte,
dann die WITTELSBACHER. Die Melker Reform, die in Rott 1452 eingeführt
wurde, bewirkte ein blühendes Ordensleben. In der 2. Hälfte des
15. Jh. verfügte das Kloster über eine respektable Bibliothek.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Werner Trillmich: Seite 104
*************
"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"
Zum Sippenverband der ARIBONEN zählen ferner die den EBERSBERGERN
nahestehenden Grafen von Rott
in Isen-, Chiem-, Sunder- und Westgau, in Tirol und Ostmark.