Tochter des Herzogs
Mieszko III. der Alte von Polen aus dem Hause der PIASTEN
aus seiner 1. Ehe mit der Elisabeth
von Ungarn, Tochter von König
Bela II.
Brandenburg Erich: Tafel 35 Seite 71
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"Die Nachkommen Karls des Großen"
XIII. 505. LUDMILLLA (WIERZCHOSLAVA)
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* ca. 1150, + 1223
Gemahl:
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vor 1167
FRIEDRICH I. Herzog von Ober-Lothringen
(siehe XIII. 365.)
+ 1207
LUDMILLA
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+ 1223
oo FRIEDRICH
I., Herzog von Ober-Lothringen
+ 1207
Weller Tobias: Seite 558-560
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"Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert."
Verheiratet war Friedrich
von Bitsch mit Ludmilla, einer
der zahlreichen Töchter des PIASTEN-Fürsten
Mieszko III. (+ 1202). Der
Zeitpunkt der Eheschließung ist nicht zuverlässig einzugrenzen
[153 Michel Parisse datiert die Vermählung - ohne weitere Quellenangaben
- auf 1164 (vgl. seinem in Anm. 149 angeführten LMA-Artikel) bzw.
auf um 1168 (Derselbe, Thiebaut 167).]. Zu 1172 soll eine Schenkung Friedrichs
an das Kloster Neuburg (bei Straßburg) mit Zustimmung seiner Gemahlin
und seiner Kinder geschehen sein, doch ist die Authenzität der hierüber
ausgestellten Urkunde fragwürdig [154 Vgl. Duvernoy, Mathieu
Ier, Catalogue No. 77, 191f.; Duvernoy selbst hielt die Urkunde für
echt (ebd. 19, Anm. 4). Ferner begegnet Ludmilla
noch in einer nicht datierbaren Urkunde Friedrichs für das
Kloster Villers-Bettnach (vgl. Duvernoy, Catalogue, No. 220,149f.).]. Was
die regionale Ausrichtung angeht, ist die Verbindung eines lothringischen
Herzogs-Sohnes mit einer PIASTEN-Prinzessin
für den hier betrachteten Zeitraum ohne Beispiel. Vermutlich wurde
sie durch den Kaiserhof vermittelt [155 So auch die Ansicht Parisse,
Thiebaut 167.]. Für die polnische Seite jedenfalls scheint in erster
Linie der Umstand entscheidend gewesen zu sein, daß der Bräutigam
Ludmillas ein Verwandter BARBAROSSAS
war; dies legen zumindest die polnischen Chronisten des 13.
Jahrhunderts nahe, die im Zusammenhang mit der breit gefächerten Heiratspolitik
Mieszkos III. auch den Lothringer
Friedrich als seinen Schwiegersohn erwähnen und dabei stets hinzusetzen,
dieser sei nepos imperatoris gewesen. Möglicherweise wurde
die Verbindung auf dem zweiten Polenzug BARBAROSSAS
vereinbart, den dieser im Sommer 1172 unternahm, um seinen wohl
1166 aus Polen vertriebenen Cousin Boleslaw den Langen (+ 1201),
den Sohn Wladyslaws
II. (+ 1159) und der BABENBERGERIN Agnes,
wieder in seine schlesische Herrschaft zurückzuführen. Wie die
Chronik von St. Peter in Erfurt berichtet, verlief der Feldzug erfolgreich:
Mieszko soll sich BARBAROSSA
unterworfen und die kaiserliche Gnade gegen eine beträchtliche Geldsumme
erkauft haben [158 Chron s. Petri Erford zu 1172, MGH SSrG [42],
186.]. Die Kölner Königschronik beziffert den Betrag, den die
Polen aufgebracht haben sollen, auf 8.000 Mark [159 Chron. reg.
Col. zu 1173, MGH SSrG [18], 124.]. Vermutlich fand bei dieser Gelegenheit
auch die Absprache hinsichtlich der Verheiratung seiner Tochter mit dem
Kaiser-Neffen Friedrich von Bitsch statt [160 Für die
gelegentlich geäußerte Ansicht, die Verbindung Friedrichs
von Bitsch mit Ludmilla sei 1167
auf einer Polenreise BARBAROSSAS vorbereitet
worden (vgl. Parisse, Ducs 89, Anm. 16; Pouli, Lorraine 45), bietet das
Itinerar des Kaisers keinen Spileraum; BARBAROSSA
weilte das gesamte Jahr 1167 hindurch in Italien (vgl. Oppl, Itinerar
38-46). - Acht Jahre nach BARBAROSSAS
zweitem Polenfeldzug versuchte Mieszko III.
seinne Kontakte zum Kaiserhof wiederzubeleben. Er war 1173 nach dem Tod
seines Bruders Boleslaw
IV. zum Senior des PIASTEN-Hauses
und polnischen Großfürsten aufgestiegen, 1177 jedoch durch eine
Adelsrebellion unter Führung seines jüngeren Bruders Kasimir
II. (+ 1194) weitgehend entmachtet worden. Wie die
Kölner Königschronik wissen will, versuchte er 1180, den Kaiser
zu einer Intervention in Polen zu bewegen und versprach ihm für seine
Unterstützung einen Betrag von 10.000 Mark Silber (Chron. reg. Col.
zu 1180, MGH SSrG [13], 131: Dux Poloniorum adversus nepotem suum auxilium
imperatoris impetrans, decem milia marcarum cesari promittit. BARBAROSSA
ließ sich allerdings auf ein solches Unternehemn nicht
ein.].
Im Gegensatz zu Simon
II., der kinderlos starb, hinterließ Friedrich von Bitsch
zahlreiche Nachkommen. Er selbst starb am 7. April 1207, erlebte also noch
wie sein gleichnamiger Sohn dem ein Jahr zuvor verstorbenen Herzog im Dukat
nachfolgte. Ludmilla kehrte nach den
Tode ihres Mannes nach Polen zurück, wo sie wenige Jahre später,
vor 1211, verschied.
um 1165
oo Friedrich I. Herzog von Ober-Lothringen
vor 1152-7.4.1207
13 Kinder:
Dietrich der Teufel Seigneur d'Autigny
1175- nach 25.12.1225
Judith
- vor 1224
um 1189
oo Heinrich II. Graf von Ober-Salm
- wohl 1224
Matthäus Bischof von Toul (1198-1207)
1170-17.5.1218
Friedrich II.
um 1162-10.10.1213
Hedwig
- nach
1228
oo Heinrich I. Graf von Saarbrücken-Zweibrücken
- 1228
Agathe Äbtissin von Remiremont
-12.7.1242
Philipp Herr zu Gerbevilliers
- nach 1236
Heinrich der Lombarde Herr zu Bayon
-23.1.
um 1258/60
Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 35 Seite 71 -
Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993
Tafel 55/56 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-,
Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 335 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik
des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau
Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 558-560,564,571,574,736,832 -