Otto III.                                          Graf von Northeim (1101-1117)
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1086/88- zwischen 1.9.1115/9.12.1117
 

Einziger Sohn des Grafen Heinrich der Fette von Northeim und der Gertrud von Braunschweig, Tochter von Markgraf Ekbert I.
 

Brandenburg Erich: Tafel 10 Seite 21
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

XIII. 108 b. OTTO, Graf von Northeim 1101
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* ca. 1188, + nach 1115, vor 1117 (?)



Thiele, Andreas: Tafel 171
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

OTTO II.
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* um 1100, + 1117

Otto III. folgte in den Komitaten und Vogteien seines Vaters. Er war unbedeutend.



Lange Karl-Heinz: Seite 118-119
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"Die Grafen von Northeim 950-1144"  1958

Otto erhielt als ältestes Kind aus der Ehe Heinrichs des Fetten mit Gertrud den Namen seines Großvaters und Onkel väterlicherseits. Er wird in den Jahren 1086-1088 geboren sein, da er neben seinen Eltern und Anverwandten im Jahre 1100 als Zeuge in der Stiftungsurkunde des Klosters Lippoldsberg genannt wird und zu diesem Zeitpunkt mindestens 12 Jahre alt gewesen sein muß. Nach dem Tode seines Vaters im Frühjahr 1101 ist dessen Komitatsbereich allem Anschein nach auf ihn übergegangen, da nach einer Helmarshäuser Tradition "in villa que dicitur Thinkilburg (Dinkelburg bei Borgentreich) Dominus Otto comes, cum consensu matris scilicet heredis sui Gertrudis, atque Sigifridi Comitis patrui sui, tradodot ecclesie 4 hobes...." Die in diesem in die Jahre 1101-1107 zu setzenden Zeugnis verwendete Bezeichnung "comes" besagt wohl nicht nur, dass Otto gräflichen Standes war, sondern ebenso, dass er gräfliche Rechte, und zwar die seines Vaters, wahrnahm, wozu er altersmäßig durchaus legitimiert war. Die Zustimmung Gertruds und Siegfrieds III. von Boyneburg zu diesem Schenkungsakt bedeutet nur, dass beide gewisse Rechte an der veräußerten Allode beziehungsweise an den Liegenschaften des Ortes Dinkelburg hatten, sie sagt dagegen nichts über ein eventuelles Vormundschadtsverhältnis zu ihrem Sohn und Neffen aus. Ottos Verwendung für das Kloster Helmarshausen macht es weiterhin wahrscheinlich, dass die Vogtei seines Vaters über die Abtei auf ihn als einen Sohn und Erben übergegangen war: damit ist ein weiterer Hinweis für die Übernahme des Herrschaftsbereiches Heinrichs des Fetten durch seinen Sohn Otto gegeben. Ob er nach dem Tode seines Onkels Kuno von Beichlingen (+ 1103) gewisse Anteile an dessen gräflichen Gerechtsamen erhalten hat, läßt sich beim Fehlen von Quellen nicht mit Sicherheit sagen. Im Jahre 1108 trifft er wiederum als Fürbitter für eine Schenkung des Bischofs Heinrich von Paderborn an das Kloster Helmarshausen auf; auch hier wird ihm der Titel "comes" beigelegt. Die gleiche Urkunde gibt auch zu erkennen, dass der junge Graf schon zu dieser Zeit kränkelte. Zum letzten Male wird er am 1. September 1115 in Braunschweig genannt, als das von seiner Mutter Gertrud daselbst gestiftete Marienkloster die Weihe empfing. Nach einer annehmbaren Vermutung Schraders wird er zwischen dem 1. September 1115  und dem 9. Dezember 1117 gestorben sein. Da er allem Anschein nach unverheiratet war, gelangten seine Allode über seine ihn überlebende Mutter Gertrud an deren Tochter Richenza und LOTHAR VON SUPPLINBURG, während sein Komitatsbereich auf den letzten männlichen Angehörigen des northeimischen Geschlechts, seinen Vetter Siegfried IV. von Boyneburg, überging.

Brüsch, Tania: Seite 37,103
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"Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert."

Aus dieser Ehe gingen mindestens drei Kinder hervor: der Sohn Otto, der zwischen 1115 und 1117 wie sein älterer Halbbruder Dietrich (+ 11076) vor der Mutter starb, die Tochter Richenza, die den späteren Kaiser LOTHAR III. heiratete, und eine weitere Tochter Gertrud, die mit dem Pfalzgrafen von Lothringen, Siegfried von Ballenstedt, vermählt war.
Gertrud stattete das Kloster St. Marien/St- Aegidien - wie es üblich war - mit Zustimmung ihtrer Erben, ihres Sohnes Otto und ihrer Töchter Richenza und der Pfalzgräfin Gertrud, aus.
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 10 Seite 21 - Brüsch, Tania: Die Brunonen, ihre Grafschaften und die sächsische Geschichte. Herrschaftsbildung und Adelsbewußtsein im 11. Jahrhundert. Matthiesen Verlag Husum 2000 Seite 37,40,103 - Lange, Karl-Heinz: Die Grafen von Northeim (950-1144). Politische Stellung, Genealogie und Herrschaftsbereich. Beiträge zur Geschichte des sächsischen Adels im Hochmittelalter Dissertation Kiel 1958 Seite 118-119 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 171 -