Sohn des Grafen
Siegfried II. von Merseburg
Althoff, Gerd: Seite 408
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"
G 94
Lü: 28.7. Asic com
Wedekind, Noten 3, Seite 328 schlägt
vor: Ballenst. ?+ 1004. Damit ist wohl der 1004 verstorbene Graf
Esico von Merseburg gemeint, der jedoch nachweislich am 22. November
verstarb; vgl. Kommentar G 167.
Zu weiteren Grafen dieses Namens
siehe FW G 26; Schlaug, Die altsächsischen Personennamen; Seite 53f;
Ders., Studien zu den altsächsischen Personennamen, Seite 173f.
Zu der 'ASIC-Sippe' vgl. auch Wenskus,
Sächsischer Stammesadel (Register Seite 559 und 509).
Zum 27. Juli begegnet dieser Graf
auch in einem späten Necrolog von Verden, wodurch eine besondere Beziehung
zum Bistum Verden nahegelegt ist. Der Eintrag lautet: Obiit Esicus
Comes Dedit allodium Nese.
G 167
Me: 22.11. Esic com + 1004 Graf von Merseburg
Der Eintrag ins Merseburger Necrolog
gehört nicht der Ergänzungsschicht an.
Zur Merseburger Grafenfamilie
vgl. Schölkopf, Die sächsischen Grafen; Seite 35ff. besonders
Seite 39; Schlesinger, Landesherrschaft; Seite 170f.
Doch viele der Versammelten, die aus Gottesfurcht nicht
treubrüchig werden wollten, machten sich davon und begaben sich eilends
nach der Asselburg, wo Gleichgesinnte zusammengekommen waren, die
sich bereits offen gegen den Herzog Heinrich von
Bayern
zusammentaten. Hier sind ihre Namen: aus dem Osten außer
Herzog Bernhard und Markgraf Dietrich die Grafen Ekkehard, Binizo
und Esiko, Grafen von Merseburg,
der Graf und Priester Bernward, Siegfried von Northeim und sein Sohn und
die Brüder Friedrich von Eilenburg und Ziazo; aus der dortigen Gegend
die Brüder Dietrich und Siegbert, Hoiko, die Brüder Ekkehard
und Bezeko, Brunig und die Seinen.
Die Kaiserin Theophanu
hielt sich damals (990) in Magdeburg auf und entsandte dem Herzog
Mieszko von Polen den dortigen Erzbischof Giseler mit den Grafen
Ekkehard, Esiko, Binizo, meinen
Vater und seinen Namensvetter, Bruno, Udo und viele andere. Diese zogen
mit vier schwachen Trupps in den Gau Selpuli, wo Graf Binizo die
erste Meldung von der drohenden Gefahr erhielt. Am 13. Juli rückte
Boleslaw mit seinen Scharen heran. Doch er schloß Frieden und schlug
unseren gegen ihn herangezogenen Fürsten vor, mit ihm Mieszko
aufzusuchen und wegen der Räumung seines Besitzes (Schlesien) bei
Mieszko
ein
Wort für ihn einzulegen. Das versprachen die Unsrigen; Erzbischof
Giseler und die Grafen Ekkehard,
Esiko und
Binizo
brachen
mit ihm auf; alle übrigen kehrten in Frieden heim. Da es aber bereits
dunkelte, nahm man ihnen allen die Waffen ab, die sie erst nach eidlichen
Friedensversicherungen zurückerhielten.
Von Thüringen zog HEINRICH
II. nach Merseburg, wo ihn Abt Heimo empfing und sein getreuer
Graf
Esiko, der diese Burg samt Allstedt und Dornburg mit allem Zubehör
mannhaft bis zum Eintreffen seines sehnlichst erwarteten Herrn behauptet
hatte, obwohl Ekkehard, solange er lebte, sehr darüber verärgert
war.
Während sich der König in Merseburg der Ruhe
hingab, traf die Nachricht ein, der ehrwürdige Graf
Esiko sei nach langer Krankheit in Lübschütz verstorben.
Schölkopf Ruth: Seite 38
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"Die sächsischen Grafen 919-1024"
Einige Jahre später erscheint in den Quellen ein Graf Asic, der wohl zur nächsten Generation der MERSEBURGER Grafenfamilie gehörte. Möglicherweise war er ein Sohn Siegfrieds, der den Namen des gefallenen Grafen Asic erhalten hatte. Erstmalig wurde dieser Graf Asic als fidelis noster 995 genannt, als sein Lehn der bischöflichen Kirche zu Meißen übertragen wurde. Vielleicht stellt die Urkunde des Jahres 999, die sein Lehn in den Orten Kuckenberg (Kr. Querfurt) und die 12 Königshufen in Obhausen in Eigentum umwandelte, eine Entschädigung für das entzogene Lehn dar. Keine Urkunde gibt Auskunft über die genaue Lage seiner Grafschaft, die vermutlich im Gebiet von Kuckenburg, also im nördlichen Hassegau, lag. Schon die letztgenannte Urkunde verzeichnete seinen Namen in der Form Esicho, die durch Ablaut aus Asic gebildet wurde. Thietmar erwähnte die Anwesenheit des Grafen Esicho unter anderen Grafen des östlichen Sachsen 984 bei der Versammlung aus der Asselburg und berichtete zum Jahr 990 von seiner Teilnahme am Kampf zur Unterstützung Herzogs Miseco gegen Herzog Boleslav. 1002 war Esicho beim Empfang des neugewählten HEINRICHS II. in Merseburg zugegen. Thietmar bezeichnete ihn bei diesem Anlaß als fidelis comes. Zugleich läßt uns Thietmar einen Blick in den schwierigen Stand Esichos tun, der Merseburg, Allstedt (bei Sangershausen) und Dornburg (an der Saale) gegen Markgraf Ekkehard I. von Meißen behauptete und besetzt hielt. Thietmar schätzte den Grafen Esicho persönlich sehr. Er nannte ihn venerandum comitem, erwähnte seine lange Krankheit und seinen Tod, der ihn 1004 in Lübschütz (an der Mulde) ereilte. Thietmar gibt auch über Esichos Herrschaftsgebiet Aufschluß. Er berichtete, dass HEINRICH II. die Merseburger Grafschaft einschließlich der dazu gehörenden Lehen nach Esichos Tod dem Grafen Burchard vergabte und weiteres Lehngut in vier Orten an der Mulde einem Thietbern zu Lehn übertrug. Berücksichtigen wir noch die Schenkung seines ehemaligen Lehngutes in Obhausen und Kuckenburg an das Merseburger Domkapitel, die sowohl von Thietmar als auch durch ein Diplom bezeugt wurde, so läßt sich ein großes Herrschaftsgebiet des verstorbenen Grafen Esicho herausschälen. Das Diplom, das noch im Todesjahr Esichos ausgestellt wurde, gibt als Ursache der Schenkung an: pro memoria Esichonis comitis animae und übereignete die Güter nostrae regali potestati, was den Schluß zuläßt, dass Esicho keine leiblichen Erben hinterließ und der König persönlich für sein Andenken sorgte. Thietmar betonte, dass der König das predium - also den Eigenbesitz Esichos - für sich behielt und somit seine Erbschaft antrat. Die Magdeburger Kirche erhielt einen Hof in unbestimmter Lage aus der Hinterlassenschaft des Toten, was durch ein Diplom, eine Thietmarstelle und die Gesta der Erzbischöfe von Magdeburg gesichert ist. Esichos Todestag wurde am 22. November in Merseburg gedacht.
Patze Hans: Seite 97
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"Die Entstehung der Landesherrschaft in Thüringen"
Auf Siegfried (II.) folgten in derselben Gegend zwei Grafen Esico und Bio (Binizo), die Thietmar mehrfach, auch mit Ekkehard I. zusammen, nennt. Ein verwandtschaftlicher Zusammenhang zwischen Siegfried (II.) und Esico könnte, wie Schölkopf (S. 38 f.) erwägt, deshalb bestehen, weil wir zweimal die Namensfolge Siegfried-Asic (Esico) beobachten.
Claude, Dietrich: Band I Seite 267
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"Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis ins 12. Jahrhundert"
Lage und Bedeutung eines Hofes des Grafen Esico, dem Tagino für das Erzstift erwarb [Thietmar VI, c. 65, p. 354. Esico besaß Lehen, die wohl im Hassegau lagen (Schlesinger, Kirchengeschichte Sachsens I, p. 49). Die Lage seiner Eigengüter ist unbekannt.], sind unbekannt. Esico war Graf von Merseburg und starb 1004 [GA c. 15, p. 393 f. Lebensdaten: Schlesinger, Kirchengeschichte Sachsens I, Register, s. v. Esico.]. Vermutlich habndelt es sich um eine Schenkung, die von der Familie des Verstorbenen vorgenommen wurde; möglicherweise erfolgte die Vergabe ohne Beurkundung.
Görich Kurt: Seite 103,119,120A
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"Eine Wende im Osten: Heinrich II. und Boleslaw Chrobry"
in: Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/Hg.): Otto
III. – Heinrich II. Eine Wende?
Den Aufstieg Ekkehards verfolgten andere sächsische
Adlige mit Neid und Mißgunst. Dabei werden Gruppen erkennbar, die
schon für die Parteinahmen sächsischer Adliger während der
Erhebungen Heinrichs des Zänkers charakteristisch
waren. Gegner Ekkehards waren beispielsweise die Familie Thietmars von
Merseburg - die Grafen von Walbeck - und die Grafen von Weimar, aber auch
Graf Eziko von Merseburg [Anm. 47 Zu den Grafen von Weimar
vgl. Görich (wie Anm. 46), 154-157. Zu Graf Eziko siehe Thietmar,
Chronicon V 15 (wie Anm. 13), Seite 236, Zeile 36: ... et a fidelis
suimet comite Esicone ...; vgl. Lübke (wie Anm. 9), Nr. 354.].
Sie alle begegnen nach dem Tod OTTOS III.
als Parteigänger des Sohnes Heinrichs des
Zänkers, des späteren Königs
HEINRICHS II., und blieben damit ihren alten Bindungen treu.
In Graf Eziko von Merseburg hatte HEINRICH
II. außerdem einen treuen Anhänger, der die Stadt
während des Thronstreits 1002 gegen Ekekhard von Meißen behauptet
hatte und auch bei der Königserhebung HEINRICHS
II. dort anwesend war [Anm. 121 Vgl. Thietmar, Chronicon
V 15 (wie Anm. 13) Seite 236, Zeile 35-Seite 238, Zeile 3; Lübke (wie
Anm. 9), Nr. 354. Das Verhältnis des Königs zu Eziko war
so eng, daß er die Leiche des Grafen selbst einholte und beisetzen
ließ, vgl. Chronicon VI 16; Seite 292, Zeile 35- Seite 294, Zeile
7 und Lübke, Nr. 391. Außerdem machte er dem Merseburger Domkapitel
eine Schenkung pro memoria Esiconis comitis, vgl. MGH D H
II. 89. Ansonsten gelten Schenkungen für das liturgische Totengedenken
üblicherweise seinen Vorgängern im Herrscheramt, vgl. dazu Michael
Borgolte, Die Stiftungsurkunden Heinrichs II. Eine Studie zum Handlungsspielraum
des letzten Liudolfingers, in: Festschrift für Eduard Hlawitschka,
hg. von Karl Rudolf Schnith und Roland Pauler, Kallmünz 1993, Seite
231-250, Seite 242f.]. Zurecht kann man daher Merseburg "gewissermaßen
(als) Feindesland" für die EKKEHARDINER und ihre Verbündeten,
also auch für Boleslaw Chrobry,
bezeichnen, und die Annahme liegt nahe, daß gerade hier schon früher
bestehende Gegensätze in dem Überfall auf
Boleslaw erneut eskalieren konnten.
Hlawitschka, Eduard: Seite 29
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"Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte
des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands"
Daß in Kuckenburg die OTTONEN
aber nicht nur über die Zinseinkünfte bestimmten,
sondern auch ansehnlichen Besitz hatten, zeigt ein anderes Diplom: Kaiser
OTTO III. überließ mit diesem 999 dem Grafen Esiko
urben Cucunburg dictam ac ad hanc XII mansos regales in Vpphusun
marcha (= Obhausen) quos ipse antea habuit in beneficium
[MG D O III., 320]. Als Esiko 1004 starb, gab HEINRICH
II., an den diese Schenkung offenbar wieder zurückgefallen
war, dieses praedium, quod praefectus Esico,
dum vixit, tenuit in Cucinburg et in Ubhuson et nunc
nostrae regali potestati pertinet. an das Domkapitel zu Merseburg
weiter.
Literatur:
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Althoff, Gerd: Adels- und Königsfamilien
im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München
1984 Seite 408,424 -
Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft
ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 157
- Althoff, Gerd: Otto III., Primus Verlag, Darmstadt 1997, Seite
45 - Claude, Dietrich: Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis ins
12. Jahrhundert, Mitteldeutsche Forschungen 67, Böhlau Verlag Köln
1972 Band I Seite 267 - Eickhoff Ekkehard: Theophanu und der König.
Otto III. und seine Welt. Klett-Cotta Stuttgart 1996 Seite 396 - Hlawitschka,
Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des
11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands, Jan Thorbecke
Verlag Sigmaringen 1987 Seite 29 - Holtzmann Robert: Geschichte
der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München
1971 Seite 367 - Patze, Hans: Die Entstehung der Landesherrschaft
Thüringen, Böhlau Verlag Köln/Graz 1962 Seite 97 - Schneidmüller,
Bernd/Weinfurter Stefan/Hg.): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?,
Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 103,119,120A,129 - Schölkopf
Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum
Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 - Thietmar
von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite
116,126,128,208,260,314 - Weinfurter Stefan: Heinrich II. Herrscher
am Ende der Zeiten. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1999 Seite 209 -