Bio (Binizo)                                               Graf von Merseburg
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   -   992/vor 1004
 

Sohn des Grafen Siegfried II. von Merseburg
 

Thietmar von Merseburg: Seite 107,117,127,129,299
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"Chronik"

So vereinigten sich die Bischöfe Giseler und Hildeward von Halberstadt mit Markgraf Dietrich und den anderen Grafen Rikdag von Meißen, Hodo von der sächsischen Ostmark, Binizo von Merseburg, Friedrich, Graf im Harz- und Nordthüringgau, Pfalzgraf in Sachsen 995-1002, Dudo mit meinem Vater Siegfried und vielen anderen zum Kampf gegen die Slawen, der nach Annalista Saxo 983 im Balsamerland (Belxem) zwischen Tanger und Milde etwa Anfang August 983 stattfand.
Doch viele der Versammelten, die aus Gottesfurcht nicht treubrüchig werden wollten, machten sich davon und begaben sich eilends nach der Asselburg, wo Gleichgesinnte zusammengekommen waren, die sich bereits offen gegen den Herzog Heinrich von Bayern zusammentaten. Hier sind ihre Namen: aus dem Osten außer Herzog Bernhard und Markgraf Dietrich die Grafen Ekkehard, Binizo und Esiko, Grafen von Merseburg, der Graf und Priester Bernward, Siegfried von Northeim und sein Sohn und die Brüder Friedrich von Eilenburg und Ziazo; aus der dortigen Gegend die Brüder Dietrich und Siegbert, Hoiko, die Brüder Ekkehard und Bezeko, Brunig und die Seinen.
Die Kaiserin Theophanu hielt sich damals (990) in Magdeburg auf und entsandte dem Herzog Mieszko von Polen den dortigen Erzbischof Giseler mit den Grafen Ekkehard, Esiko, Binizo, meinen Vater und seinen Namensvetter, Bruno, Udo und viele andere. Diese zogen mit vier schwachen Trupps in den Gau Selpuli, wo Graf Binizo die erste Meldung von der drohenden Gefahr erhielt. Am 13. Juli rückte Boleslaw mit seinen Scharen heran. Doch er schloß Frieden und schlug unseren gegen ihn herangezogenen Fürsten vor, mit ihm Mieszko aufzusuchen und wegen der Räumung seines Besitzes (Schlesien) bei Mieszko ein Wort für ihn einzulegen. Das versprachen die Unsrigen; Erzbischof Giseler und die Grafen Ekkehard, Esiko und Binizo brachen mit ihm auf; alle übrigen kehrten in Frieden heim. Da es aber bereits dunkelte, nahm man ihnen allen die Waffen ab, die sie erst nach eidlichen Friedensversicherungen zurückerhielten.
Inzwischen war Graf Binizo von Merseburg auf einem Kriegszuge gestorben [Nach 990 (IV,12) und vor Erzbischof Giselers Tod (1004), wohl auf einem Zuge gegen Brandenburg 991, 992 oder 997.], und Erzbischof Giseler verschaffte Dedi dessen Grafschaft zwischen Wipper, Saale, Salza und dem Wilderbach.

Schölkopf Ruth:
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"Die sächsischen Grafen 919-1024"

Problematisch bleibt die Stellung eines Grafen Binizo innerhalb der MERSEBURGER Grafenfamilie. Er wurde an zwei Stellen bei Thietmar zusammen mit dem Grafen Esicho erwähnt. Eine dritte Belegstelle machte ihn zum comes Merseburgensis. Der Lage seines Amtsbezirks nach kann er wohl ein Verwandter des Grafen Esicho, vielleicht sogar sein Bruder gewesen sein. Graf Binizo, den Thietmar gelegentlich mit der Kurzform seines Namens Bio nannte, nahm 983 an der Schlacht an dem Tanger gegen die Wenden teil und ließ in einer späteren Schlacht sein Leben. Thietmar schrieb zum Jahre 1009: interim Bio comes Merseburgensis in expeditione obiit, was sich auf den inzwischen stattgefundenen Feldzug von 992 gegen Brandenburg beziehen könnte. Seine Grafschaft, die sich zwischen Saale, Salza und Wilderbach (im Gebiet der Mansfelder Seen) erstreckte, kam an Erzbischof Giselher von Magdeburg. Es empfiehlt sich, Bios Todejahr noch vor dem Esichos anzunehmen, weil man sich sonst nicht erklären kann, warum Bio als Nachfolger und Erbe keine Ansprüche geltend machte. Bio starb also wahrscheinlich vor 1004, ohne Kinder zu hinterlassen.
Posse hielt "Bio" für die Kurzform des Namens Becelin, was eine sprachliche Vergewaltigung bedeutet. Mehr wahrscheinlichkeit spricht für die Namensgleichheit von Binizo und Bio als Kurzform.

Patze Hans: Seite 97
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"Die Entstehung der Landesherrschaft in Thüringen"

Auf Siegfried (II.) folgten in derselben Gegend zwei Grafen Esico und Bio (Binizo), die Thietmar mehrfach auch mit Ekkehard I. zusammen, nennt. Die Grafschaft Bios, den Thietmar als comes Merseburgensis bezeichnet, scheint außerdem dieselbe zu sein, wie die Siegfrieds II. Als Grenzen nennt Thietmar Wipper-Saale-Salza und Wilderbach. Sinngemäß ist sie im Westen wohl durch den Sachsengraben und durch die Unstrut zu schließen, sie umfaßte also den Hassegau. Auch Bio fiel auf einem Feldzug. In seiner Grafschaft folgte zunächst Dedo, ein Neffe des Pfalzgrafen Burchard.

Claude, Dietrich: Band I Seite 211
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"Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis ins 12. Jahrhundert"

Zum WETTINER Dedi stand Giselher in guten Beziehungen. Er verschaffte ihm durch seine Fürsprache bei OTTO III. die Grafschaft Binizos von Merseburg zwischen Wipper, Saale, Salza und Wilderbach.
 
 
 
 

Literatur:
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Claude, Dietrich: Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis ins 12. Jahrhundert, Mitteldeutsche Forschungen 67, Böhlau Verlag Köln 1972 Band I Seite 211 - Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 395,397 - Patze, Hans: Die Entstehung der Landesherrschaft Thüringen, Böhlau Verlag Köln/Graz 1962 Seite 97 - Schölkopf Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 106,116,126,128,298 -