Sohn des Grafen
Siegfried II. von Merseburg
Thietmar von Merseburg: Seite 107,117,127,129,299
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"Chronik"
So vereinigten sich die Bischöfe Giseler und Hildeward
von Halberstadt mit Markgraf Dietrich und den anderen Grafen Rikdag von
Meißen, Hodo von der sächsischen Ostmark, Binizo
von Merseburg, Friedrich, Graf im Harz- und Nordthüringgau,
Pfalzgraf in Sachsen 995-1002, Dudo mit meinem Vater Siegfried und vielen
anderen zum Kampf gegen die Slawen, der nach Annalista Saxo 983 im Balsamerland
(Belxem) zwischen Tanger und Milde etwa Anfang August 983 stattfand.
Doch viele der Versammelten, die aus Gottesfurcht nicht
treubrüchig werden wollten, machten sich davon und begaben sich eilends
nach der Asselburg, wo Gleichgesinnte zusammengekommen waren, die sich
bereits offen gegen den Herzog Heinrich von Bayern
zusammentaten.
Hier sind ihre Namen: aus dem Osten außer Herzog Bernhard und Markgraf
Dietrich die Grafen Ekkehard, Binizo
und
Esiko,
Grafen von Merseburg, der Graf und Priester Bernward, Siegfried von Northeim
und sein Sohn und die Brüder Friedrich von Eilenburg und Ziazo; aus
der dortigen Gegend die Brüder Dietrich und Siegbert, Hoiko, die Brüder
Ekkehard und Bezeko, Brunig und die Seinen.
Die Kaiserin Theophanu hielt
sich damals (990) in Magdeburg auf und entsandte dem Herzog
Mieszko von Polen den dortigen Erzbischof Giseler mit den Grafen
Ekkehard, Esiko, Binizo, meinen
Vater und seinen Namensvetter, Bruno, Udo und viele andere. Diese zogen
mit vier schwachen Trupps in den Gau Selpuli, wo Graf
Binizo die erste Meldung von der drohenden Gefahr erhielt. Am
13. Juli rückte Boleslaw mit seinen Scharen
heran. Doch er schloß Frieden und schlug unseren gegen ihn herangezogenen
Fürsten vor, mit ihm Mieszko aufzusuchen
und wegen der Räumung seines Besitzes (Schlesien) bei
Mieszko
ein Wort für ihn einzulegen. Das versprachen die Unsrigen; Erzbischof
Giseler und die Grafen Ekkehard,
Esiko und Binizo
brachen mit ihm auf; alle übrigen kehrten in Frieden heim.
Da es aber bereits dunkelte, nahm man ihnen allen die Waffen ab, die sie
erst nach eidlichen Friedensversicherungen zurückerhielten.
Inzwischen war Graf Binizo von
Merseburg auf einem Kriegszuge gestorben [Nach 990 (IV,12) und
vor Erzbischof Giselers Tod (1004), wohl auf einem Zuge gegen Brandenburg
991, 992 oder 997.], und Erzbischof Giseler verschaffte Dedi dessen Grafschaft
zwischen Wipper, Saale, Salza und dem Wilderbach.
Schölkopf Ruth:
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"Die sächsischen Grafen 919-1024"
Problematisch bleibt die Stellung eines Grafen Binizo
innerhalb der MERSEBURGER Grafenfamilie.
Er wurde an zwei Stellen bei Thietmar zusammen mit dem Grafen Esicho
erwähnt.
Eine dritte Belegstelle machte ihn zum comes Merseburgensis. Der
Lage seines Amtsbezirks nach kann er wohl ein Verwandter des Grafen
Esicho, vielleicht sogar sein Bruder gewesen sein. Graf Binizo,
den Thietmar gelegentlich mit der Kurzform seines Namens Bio nannte,
nahm 983 an der Schlacht an dem Tanger gegen die Wenden teil und ließ
in einer späteren Schlacht sein Leben. Thietmar schrieb zum Jahre
1009: interim Bio comes Merseburgensis in expeditione obiit,
was sich auf den inzwischen stattgefundenen Feldzug von 992 gegen Brandenburg
beziehen könnte. Seine Grafschaft, die sich zwischen Saale, Salza
und Wilderbach (im Gebiet der Mansfelder Seen) erstreckte, kam an Erzbischof
Giselher von Magdeburg. Es empfiehlt sich, Bios Todejahr noch vor
dem Esichos anzunehmen, weil man sich sonst nicht erklären
kann, warum Bio als Nachfolger und Erbe keine Ansprüche geltend
machte. Bio starb also wahrscheinlich vor 1004, ohne Kinder
zu hinterlassen.
Posse hielt "Bio" für die Kurzform des Namens
Becelin, was eine sprachliche Vergewaltigung bedeutet. Mehr wahrscheinlichkeit
spricht für die Namensgleichheit von Binizo und Bio
als Kurzform.
Patze Hans: Seite 97
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"Die Entstehung der Landesherrschaft in Thüringen"
Auf Siegfried (II.) folgten in derselben Gegend zwei Grafen Esico und Bio (Binizo), die Thietmar mehrfach auch mit Ekkehard I. zusammen, nennt. Die Grafschaft Bios, den Thietmar als comes Merseburgensis bezeichnet, scheint außerdem dieselbe zu sein, wie die Siegfrieds II. Als Grenzen nennt Thietmar Wipper-Saale-Salza und Wilderbach. Sinngemäß ist sie im Westen wohl durch den Sachsengraben und durch die Unstrut zu schließen, sie umfaßte also den Hassegau. Auch Bio fiel auf einem Feldzug. In seiner Grafschaft folgte zunächst Dedo, ein Neffe des Pfalzgrafen Burchard.
Claude, Dietrich: Band I Seite 211
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"Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis ins 12. Jahrhundert"
Zum WETTINER Dedi stand Giselher in guten Beziehungen.
Er verschaffte ihm durch seine Fürsprache bei OTTO
III. die Grafschaft Binizos von Merseburg zwischen Wipper,
Saale, Salza und Wilderbach.
Literatur:
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Claude, Dietrich: Geschichte des Erzbistums Magdeburg
bis ins 12. Jahrhundert, Mitteldeutsche Forschungen 67, Böhlau Verlag
Köln 1972 Band I Seite 211 - Eickhoff, Ekkehard, Theophanu
und der König, Klett-Cotta Stuttgart 1996, Seite 395,397 - Patze,
Hans: Die Entstehung der Landesherrschaft Thüringen, Böhlau Verlag
Köln/Graz 1962 Seite 97 - Schölkopf Ruth: Die sächsischen
Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens
22. Göttingen 1957 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom
Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 106,116,126,128,298 -