Theobald I.                                     Graf von Bar (1190-1214)
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um 1158/60- Anfang Juli 1214

Begraben: Trois-Fontaines
 

Ältester Sohn des Grafen Rainald II. von Bar und der Agnes von Blois-Champagne, Tochter von Graf Theobald II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 690
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Thibaut I. (Theobald), Graf von Bar und Luxemburg 1190-1214
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* um 1158/60, + Februar 1214

Begraben: Trois-Fontaines

Sohn des Grafen Renaud II. von Bar (1149-1170) und der Agnes von Champagne

1. oo Lauretta von Looz, Tochter Agnes

2. oo 1189 Ermesinde von Bar-Sur-Seine,

Kinder:
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Henri
Agnes

3. oo 1198 Ermesinde von Luxemburg,

Kinder:
---------
Renaud
Isabelle

Zunächst Herr von Briey und Stenay, folgte er 1190 seinem auf dem 3. Kreuzzug verstorbenen Bruder Henri nach, während die beiden anderen Brüder, Renaud und Hugues, dank der Verwandtschaft zu König Philipp II. von Frankreich in Chartres kirchliche Karriere machten. Thibauts Politik stand unter doppeltem Vorzeichen: auf regionaler Ebene bestimmt von der Gegnerschaft zu den Herzögen von Lothringen, im weiteren Umfeld von den widerstreitenden Einflüssen des Königs von Frankreich und des durch den welfisch-staufischen Thronstreit erschütterten Kaisertums. Thibaut I. vermählte seine Tochter Agnes mit dem Erben des Herzogtums Lothringen, Ferri, suchte andererseits Herzog Simon II. seinen Willen zu unterwerfen und bekämpfte später in ähnlicher Weise den Vater seines Schwiegersohnes Friedrich. Nachdem Thibaut seine zweite Gemahlin verstoßen hatte, eroberte er 1197 Luxemburg (Heirat mit der jungen Erbtochter, doch erreichte er nicht die dauernde Sicherung der Grafschaft Luxemburg für sein Haus). Als Herr eines weiträumigen Territorialkomplexes an den Grenzen von Lothringen und Champagne, entlang der Maas, spielte Thibaut souverän "das Zünglein an der Waage" zwischen seinem Vetter, dem König von Frankreich, und den um die Macht im Reich ringenden Kontrahenten PHILIPP VON SCHWABEN und OTTO IV., wobei Thibaut insgesamt der Koalition KAPETINGER/STAUFER zugewandt war. Er hinterließ seinem Sohn Henri II. eine gefestigte, wohlverwaltete Grafschaft.



Brandenburg Erich: Tafel 9 Seite 19
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIV. 95. THEOBALD I., Graf von Briey 1170, von Bar 1190
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* 1158, + 1214 11. oder 12. II.

Gemahl:
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a) ca. 1175
Adelheid (Laurette), Tochter des Grafen Ludwig I. von Looz (siehe XIII 481)
        + wohl ca. 1180

b) ca. 1180
Isabelle (Ermesinde), Tochter des Grafen Guido von Bar-sur-Seine
      + vor 1211 V.

oIo ca. 1180, II. oo Anselm von Traynel

c) (verlobt 1189) 1196
Ermesinde, Tochter des Grafen Heinrich von Namur und Luxemburg (siehe XIII.459.)
        + 1253

Anmerkungen: Seite 149
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XIV. 94. - 97. Grosdidier de Matons 186f.
Die Angaben über Theobalds I. (95) drei Ehen beruhen auf Alberich von Troisfontaines S. S. 23, 877 f., werden aber durch die Urkunden bestätigt. Die erste Frau nennt Alberich Laurette, während sie nach der Urkunde bei Görz, Mittelrh. Reg. 2, Seite 402, Adelheid hieß. Mit den Stiefgeschwistern aus der zweiten Ehe der Isabella setzte sich Heinrich II. von Bar 1211 nach dem Tode der Mutter auseinander, s. Catal. des actes n. 206, 207. Ich glaube nicht, daß ihre Ehe mit Anselm II. von Traynel vor diejenige mit Theobald I. gesetzt werden kann; sie hat ihn (über dessen Lebensumstände sehr wenig bekannt ist) offenbar erst ca. 1189 geheiratet; der Sohn dieser Ehe, Anselm III., war allerdings 1211 V. bereits mit Hinterlassung unmündiger Kinder gestorben, was durchaus möglich ist, wenn er 1190 geboren wurde und 20-jährig starb.



Thiele Andreas: Tafel 64
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
Band I, Teilband 1 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser I

THEOBALD I. VON BAR
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     + 1214

Sohn des Grafen Rainald II.

Theobald I. folgte 1190/91 seinem im Heiligen Land gefallenen Bruder Heinrich I. als Graf von Bar-Mousson, zu Briey, Longwy und 1198 von Luxemburg. Er sicherte diese Erbschaft, gewann Durbuy und Laroche dazu, musste aber Namur an Flandern abtreten. Er gewann auch Clermont-en-Argonne. Er regierte kraftvoll und besaß großes Ansehen. Er stand besonders gegen Lothringen wegen Erb- und Rechtsfragen, setzte 1208 den Schwiegersohn und dessen Brüder gefangen, nahm das Kreuz, machte die Albigenserkriege mit und starb da.

  1. oo LAURETTE VON LOOZ, Tochter des Garfen Ludwig I., Erbin von Longwy, geschieden
                  + 1192

  2. oo ERMESINDE VON BAR-SUR-SEINE (Brienne), Tochter des Grafen Guy, geschieden
                   + um 1211

  3. oo ERMESINDE II. Gräfin von Luxemburg-Namur, Tochter und Erbin des Grafen Heinrich VI.
                            + 1247



Mohr Walter: Band III Seite 44-48
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"

Graf Theobald I. unterstützte seinen Schwiegersohn Friedrich II. in den lothringischen Erbangelegenheiten. Dieser verbündete sich im Jahre 1206 mit dem Grafen Albert II. von Dachsburg, um sich aus der Bevormundung seines Schwiegervaters zu befreien. Graf Theobald kam indes der Entwicklung zuvor und fiel in das Bistum Metz ein. Von dort aus griff er auch auf die lothringischen Gebiete über. Er eroberte die Stadt Vic, die er teilweise zerstörte, und schleifte die Burg Preny.
Der Besuch Herzog Friedrichs an den königlichen Hof in Straßburg stand wahrscheinlich mit diesen Ereignissen im Zusammenhang und sollte wohl die Unterstützung des Königs sichern. PHILIPP VON SCHWABEN kam denn auch zu Ende des Jahres 1207 nach Metz und hielt dort Anfang 1208 einen Hoftag ab. Über die Besprechungen dieses Tages sind wir nicht unterrichtet, es besteht jedoch die Möglichkeit, dass der König mit seiner Reise nach Metz noch einen breiter angelegten Zweck verfolgte, nämlich auch eine Übereinkunft mit dem französischen König über diese Streitsache mit dem Grafen Theobald von Bar zu treffen. Zu Absprachen in dieser Richtung ist es jedoch nicht gekommen, und die Beratungen mit dem Bischof von Metz und dem Herzog von Ober-Lothringen auf dem Metzer Hoftage brachten auch keine Beilegung des Konfliktes. Friedrich versuchte darauf, mit militärischen Aktionen seinem Schwiegervater beizukommen, er zog gegen die Abtei Gorze aus, die unter dessen Schutz stand. Dieser konnte indes durch einen Gegenaktion den Herzog überraschen, den er bei einem Gefecht am 3. Februar 1208 mit seinen beiden Brüdern Dietrich und Philipp gefangen nahm.
Der Streit indes weitete sich jetzt zu einem französisch-deutschen Konflikt aus. Der französische Königs stellte sich ganz auf die Seite des Grafen von Bar und übernahm es, dem deutschen König die Bedingungen für die Freilassung der lothringischen Gefangenen zu übermitteln. Darauf wollte sich PHILIPP VON SCHWABEN nicht einlassen und war zum Kriege gegen den Grafen von Bar entschlossen. Die Entwicklung ging indes andere Wege, denn am 5. Juni 1208 wurde PHILIPP ermordet. Dadurch verschlechterte sich natürlich auch die Stellung Herzog Friedrichs in bedeutendem Maße, denn der Graf Theobald I. erhielt nach wie vor die Unterstützung des französischen Monarchen, der darauf aus war, nach dem Tode PHILIPPS VON SCHWABEN gegen das aufsteigende welfische Königtum OTTOS IV. ein Gegengewicht zu schaffen.
Der Hauptpunkt dieser politischen Verknüpfung zeigte sich, als Herzog Friedrich am 2. November 1208 zum Frieden gezwungen war. Graf Theobald von Bar legte seinem Schwiegersohn die Verpflichtung auf, denjenigen als deutschen König anzuerkennen, den er selbst als solchen annehmen werde. Damit sollte die französische Politik in Lothringen gesichert werden. In den Ansprüchen des Herzogs gab der Graf insofern etwas nach, als nach seinem Tode Friedrich die Plätze Stenay, Longwy und Amance als Heiratsgut erhalten sollte, doch wurde dieses Zugeständnis wesentlich eingeschränkt durch eine weitere Bestimmung, dass in der Zwischenzeit kein Friedensbruch von Seiten des Herzogs oder seiner Leute sich ereignen würde. Im Gesamten ergab sich aus diesem Vertrag ein harter politischer Druck von Seiten Bars auf Ober-Lothringen. Wie sich der Herzog gegenüber den ihm auferlegten politischen Bindungen verhalten hat, lässt sich nicht mehr einwandfrei erkennen.
In dem nach dem Tode Alberts II. von Dachsburg ausgebrochenen Erbkrieg kämpfte Graf Theobald I. an der Seite des Herzogs Heinrich I. von Nieder-Lothringen gegen die Koalition um den Bischof von Lüttich. Kurz vor der Schlacht von Bouvines starb Theobald I.

Engels, Odilo: Seite 197,199
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"Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert"

Äußerlich hatte der Kaiser gesiegt. Der Graf von der Champagne gab seine Hoffnungen auf das Erbe auf und ging ins Heilige Land [95 Vgl. Kupfer (wie Anmerkung 52) Seite 124. Graf Theobald von Bar bezeichnete 1189 Ermesinde, die Tochter Heinrichs von Namur, obwohl erst drei Jahre alt, als seine Frau, Wampach (wie Anmerkung 52) Nr. 536; vgl. F. Rousseau, Le mariage d'Ermesinde de Namur et de Thibaut de Bar, 1189 ou 1196-1197?, in: Etudes ... dedies a. F. Courtoy, I (Namur 1952) Seite 372.].
Kaiser HEINRICH VI. resignierte; er überwies die Grafschaft Luxemburg 1196 nach dem Tode Heinrichs von Namur seinem Bruder, dem Pfalzgrafen Otto [103 Alberich von Troisfontaines, Chronica, ed. P. Scheffer-Boichorst (MGH SS XXIII Seite 870). Otto von Burgund scheint Luxemburg zusammen mit Durbuy und Laroche schon 1197 an Theobald von Bar, den Gatten der Ermesinde von Namur, weitergegeben zun haben, vgl. Kupfer (wie Anmerkung 52) Seite 185 und 187.].

Hoensch, Jörg K.: Seite 19,22
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"Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437."

Doch in seiner konzeptionslosen Schaukelpolitik hatte Graf Heinrich IV. den Neffen schon 1188 wieder als Erben anerkannt und ihm als Sicherheit die Verwaltung von Namur übertragen, dann aber erneut den Kampf gegen ihn aufgenommen und 1189 Ermesinde mit dem bereits zweimal verwitweten Grafen Theobald von Bar verlobt, ohne damit verhindern zu können, daß König HEINRICH VI. (1190-1197) im September 1190 die Zusammenlegung der Grafschaften Namur, Laroche und Durbuy zur Markgrafschaft Namur verfügte, mit der er Balduin V. belehnte, die Zukunft Luxemburgs aber offenließ.
Bei Heinrichs Tod im August 1196 wurden die Rechte seiner Tochter Ermesinde übergangen, denn der Reichsverweser PHILIPP VON SCHWABEN zog die Grafschaften Luxemburg, Laroche und Durbuy zugunsten seines Bruders, des Pfalzgrafen Otto von Burgund, ein., während Namur den Grafen von Hennegau zugesprochen wurde. Doch Graf Theobald von Bar, der 1197 die inzwischen elfjährige Ermesinde heiratete, nahm energisch den Kampf um das gesamte Erbe seiner Frau auf, wobei er mit der Unterstützung zahlreicher anti-staufisch eingestelleter Landesherren rechnen konnte. Ohne Gegenwehr ließ sich Otto von Burgund die Rechte an den neu verliehenen Grafschaften noch 1197 abkaufen, und auch Graf Balduin VI. stimmte im Juli 1199 im Frieden zu Dinant zu; Theobald von Bar, der mit den Einkünften einer Burggrafschaft in England entschädigt werden sollte, hatte freilich dem Grafen von Flandern und Hennegau die Gefolgschaft gegen Frankreich und König PHILIPP VON SCHWABEN (1198-1208) zu versprechen. Gräfin Ermesinde bestätigte im November 1200 ihrerseits die getroffenen Vereinbarungen.
Nach Theobalds Tod im Februar 1214 ging die gerade 28 Jahre alt gewordene Witwe Ermesinde - wohl aus Sorge, daß das Haus FLANDERN-HENNEGAU alte, zudem die aus erster Ehe stammenden Söhne Theobald von Bar neue Erbansüprüche anmelden und Kaiser FRIEDRICH II. dann die Gelegenheit zur Intervention nutzen könnte - auffallend schnell eine neue Ehe ein und heiratet noch im Mai den Limburger Herzogs-Sohn Walram III., der die Markgrafschaft Arlon als Morgengabe in die Ehe einbrachte.
 
 
 
 

  1. oo Laurette von Looz, Tochter des Grafen Ludwig I.
       -         -   1192

        Erbin von Longwy

  2. oo Ermesinde von Bar-sur-Seine, Tochter des Grafen Guy
      -         - um 1221

  3. oo 1. Ermesinde II. Gräfin von Luxemburg
              1186-   1247
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Agnes Erbin von Staney, Amance und Longwy
           -21.6.1226

um 1188
  oo Friedrich II. Herzog von Lothringen
       um 1162-10.10.1213

2. Ehe

  Agnes
           - vor 1225

  oo Hugo I. von Chatillon, Graf von Blois
                -   1248

  Margarete
         - nach 1259

  1. oo Heinrich III. Graf von Salm
                 -   1228

  2. oo Heinrich II. Graf von Dampierre-en-Astenois
                 -   1259

  Heinrich II.
  1190-13.11.1239

3. Ehe

  Rainald Seigneur von Arrancy
      - vor 1314

  Elisabeth Erbin von Polivache
        -   1262

um 1218
  oo Walram I. von Limburg zu Monschau
              - nach 20.4.1242 gefallen

  Margarete
         -

  oo Hugo III. Graf von Vaudemont
             - um 1244
 
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 9 Seite 19,149 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 197 A,199 A - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 19,22 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten. Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 514-515 - Mohr Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Verlag "Die Mitte" Saarbrücken 1974 Band III Seite 44-48 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 64 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 1. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 48,159,440,441,531,532 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 2. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 119,254,331,351,354,355,369 -