Sohn des Bayern
N.N. und der N.N. ,Tochter
der Oda von Sachsen; Neffe des
Erzbischofs Wigfrid von Köln
und Großneffe
von König
HEINRICH I.
Nach A. Thiele einziger Sohn des
Herzogs Eberhard von Bayern aus
dem Hause der LUITPOLDINGER
und der Luitgard von Lothringen-Verdun, Tochter von Pfalzgraf Wigerich
(*c 911/12 s. 5). F. u. eV.
Gemahlin:
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Liutgard, Tochter Wigerichs und der Kunigunde
von Verdun.
Diese Verbindung ist wie folgt zu erschließen.
Liutgard
schenkte 960 St. Maximin in Trier Besitz als Seelgerät für
ihre
Eltern, ihre beiden Ehegatten Albert und Eberhard und
ihre
Kinder (H. Beyer, Mittelrhein. UB 1, 266 n 206). Albert ist der
Graf
Adalbert von Metz † 944 (L. Vanderkindere, La formation territoriale
des principautes belges 1902, 2, 350).
Eberhard kann nicht
der erst 967 verstorbene Graf
Eberhard IV. des elsässischen Nordgaus
sein, weil er 960 schon tot war. Für die Beweisführung
kommt
ferner Bischof Wigfrid von Verdun (960-984) in Betracht. Dieser
schließt
973 mit seinen Schwester-Söhnen
(sobrini nepotes) Liuthard
und Richwin von Longwy einen
Tauschvertrag. Liuthard muss
ein Abkömmling
der Liutgard durch eine ihrer Töchter aus der Ehe mit
Adalbert
sein,
während eine zweite Tochter aus dieser Ehe mit Eberhard vom Nordgau
verheiratet gewesen sein muss. Denn einerseits erscheint Liuthard als Vetter
(nepos) von Kaiser KONRAD II.
(SS 23, 782), der selbst durch seine
Mutter Adelheid von dem genannten
Eberhard abstammte, andrerseits
ging das Erbe der Grafen von Longwy an
Adalbert, Enkel Eberhards, über. Beides
ist nur durch die gemeinsame
Abkunft der zwei Familien von Liutgard und Adalbert erklärlich.
Bischof Wigfrid muss aber der
Bruder der an Eberhard vom Nordgau und Liuthard
von Longwy vermählten Töchter der Liutgarde
gewesen sein.
Doch kann er nur als ihr Halbbruder gelten, weil von Wigfrid berichtet
wird, er sei ein Deutscher aus Bayern gewesen (S 4, 46). Er muss also
aus
der Ehe der Liutgard mit Eberhard gestammt
haben, kann aber nur ein Bayer gewesen sein, wenn Eberhard
selbst ein Bayer war. So kommt man auf den flüchtigen Bayern-Herzog
Eberhard als (ersten) Gatten der Liutgard. Da der
zweite
Gatte schon 944 starb und aus der zweiten Ehe zwei Töchter bekannt
sind, wird Eberhard c 940 gestorben
sein. Seine Ehe mit Liutgard dürfte c 935 geschlossen
worden
sein.
Glocker,
Winfrid: Seite 290
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der
Politik"
V. 39. Wigfrid, 959 Bischof von Verdun
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* c 925/30, † 983 VIII 30
Alles Notwendige zu den Quellenbelegen für Bischof
Wigfrid von Verdun ist bereits oben IV, 13 bei seinen Eltern
gesagt. Zum Todestag vgl. BMi. 919c.
Allgemein informiert der Artikel von Karl Uhlirz i ADB
BNd. 44, Seite 516 ff.
IV. 13.
NNw und der Bayer unbekannten Namens sind als
Eltern des Bischof Wigfrid von Verdun
durch die Gesta episcoporum Virdunensium cont. c. 3, SS IV 46, bezeugt;
vgl. zur Zuordnung zu den Geschwistern
des Pfalzgrafen Gottfried Kimpen, Anfänge Seite 26ff., und
Hlawitschka, Anfänge Seite 92-102. Corsten, Grafen Seite 8f.,
vermutet, die in der Schenkungsurkunde für St. Ursula zu
Köln, die wir bereits oben IV, 10. für den Prieser Gerhard angesprochen ahben,
genannte Gerberga sei mit
unserer namentlich unbekannten Mutter
Bischof Wigfrids zu identifizeren.
Berengars Nachfolger Wikfried, der
als Freund
Dietrichs I. von Metz und Richards
von Toul ex disciplina Brunonis
bereits
den Einfluss des Kölner Erzbischofs auf die lothringische Politik
erkennen läßt, war zwar im Verständnis der namentlich
unbekannten
lothringischen Verfassers der Gesta episcoporum Virdunensium de Bavariorum
partibus, vir teutonicus
im Bewußtsein der Lothringer also wegen
seiner agnatisch bayerischen Herkunft ein landfremder,
mütterlicherseits
jedoch der Familie der MATFRIEDINGER und der WIGERICHE
und
damit schließlich auch seinen Vorgängern,
Dado (881-923)
und
Bernhard (870-879) verwandt. Endlich war er aber
durch aseine Großmutter
Oda, die Schwester
HEINRICHS I., dem
sächsischen Königshaus
kognatisch verbunden. Er ist damit wohl
das eindruckvollste Beispiel einer Personalpolitik, die
verwandtschaftliche
Beziehungen im Adel und zum Königstum einerseits, aber auch die
geistige
und politische Zusammengehörigkeit des Kreises um Brun von Köln
andererseits zu nutzen wusste.
Literatur:
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Finckenstein, Albrecht Graf Finck von: Bischof
und Reich. Untersuchungen zum Integrationsprozeß des
ottonisch-frühsalischen
Reiches (919-1056), Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1989 Seite 82 -
Glocker, Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und
ihre Bedeutung in der Politik, Böhlau Verlag Köln Wien 1989,
Seite V 39 277,290 - Hlawitschka Eduard: Die Anfänge des
Hauses
Habsburg-Lothringen. Genealogische Untersuchungen zur Geschichte
Lothringens
und des Reiches im 9., 10. und 11. Jahrhundert. Kommissionsverlag:
Minerva-Verlag
Thinnes Nolte OHG Saarbrücken 1969 Seite
62,66,92-98,100-102,124-128.132-134,138,146,147 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G.
Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 109 -
Wegener, Wilhelm Dr. jur.: Genealogische
Tafeln
zur mitteleuropäischen Geschichte, Heinz Reise-Verlag
Göttingen
1962-1969 Seite 73 -