Mitterauer Michael: Seite
184,196,238
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"Karolingische Markgrafen
im
Südosten."
Den Namen von Wilhelms Sohn Pernhard
erfahren wir aus einer Zeugenreihe von 930. Ebenso aber hieß auch
ein Sohn Erzbischof Odalberts
und der Rihni [25 Hauthaler 1, 142/81.] sowie ein Sohn des Kärntner Edlen Weriant.
Daß zwischen Wilhelms
Familie und der Erzbischof Odalberts
Beziehungen bestanden haben, ergibt sich auch aus einem
Tauschgeschäft, dessen Partner Wilhelm,
ein Edler Ruodperht und Odalberts Gattin Rihni auf der einen
Seite, das Salzburger Hochstift auf der anderen waren [28 Hauthaler 2, 102/41.].
Von den gemeinsam mit Wilhelm erwähnten
Personen wird noch später die Rede sein. Sie gehören alle -
sowohl Rihni als auch Weriant, seine Gemahlin Adalaswint und Graf Albrih - in den Kreis um Markgraf Luitpold [31 Vgl. unten Seite 237ff. Dazu
auch die Hinweise bei O. Mitis, Eine Gedenkstiftung für
Babenberger im Verbrüderungsbuch des Klosters Reichenau, MIÖG
57 (1949), 257ff. ].
In den Jahren 923-935 tritt in Salzburger Urkunden sehr häufig ein
Otachar auf. Er ist der Bruder eines Pernhard, in dem wir
wohl den Vater des Aripo calvus vor uns haben. Otachar und Pernhard sowie ein dritter Bruder Diotmar sind die aus
zahlreichen Traditionen bekannten Söhne
des Salzburger Erzbischofs Odalbert und der Rihni. Als Schwester Pernhards und damit als Tochter Odalberts ist aus einer
Urkunde von 930/31 eine Himiltruda zu
erschließen. Sie hat reichen Besitz im Unterinntal zwischen
Innsbruck und Wörgl. Hier ist aber nicht nur Piligrim, der Vater Graf Aribos, Engildios und Papos begütert, sondern auch Graf Chadalhoh und sein Sohn Pfalzgraf Aribo. Eine
weitere Brücke zu den Freisinger
ARIBONEN ergibt sich über
Odalberts proximus
Hartwich, dessen Sohn Engilperht wiederholt in
engstem Zusammenhang mit Graf Aribo
und dessen mutmaßlichen Bruder
Papo genannt wird. Hartwich wird
von der Forschung übereinstimmend für einen Bruder Odalberts gehalten.
In der ersten Hälfte des zehnten Jahrhunderts dürfte der
Salzburger Metropolitenstuhl überhaupt im wesentlichen mit
Verwandten des Herzogs-Hauses besetzt worden sein. Einer der
Vorgänger Herolds, Odalbert (923-935) war, bevor er in den
geistlichen Stand eintrat, mit einer Rihni
verheiratet, von der drei
Söhne, Diotmar, Pernhard und Otachar, hatte. Rihni wird übereinstimmend
für eine Angehörige der
LUITPOLDINGER-Familie gehalten [96 Vgl. dazu K. Reindel, a.a.O.,
136, hier auch weitere Literaturangaben. Über die Familie Erzbischof Odalberts vgl. auch oben Seite
196.]. Ein Tauschvertrag mit Salzburg, bei dem sie auf Anweisung der
herzoglichen missi bedeutend
mehr Besitz erhielt als sie selbst gab, scheint ein
verwandtschaftliches Interesse anzudeuten [97 Hauthaler 1, 106-107/144a. Arnulfs missus ist sein Verwandter Ruodperht (vgl. oben Seite 184.]. Da
sie der Generation Herzog Arnulfs angehört,
war sie wohl eine Nichte Markgraf
Luitpolds. Auf ihre engen Beziehungen zu den WILHELMINERN wurde
bereits hingewiesen [98 Vgl.
oben Seite 184.]. In diesen Verwandtschaftszusammenhang gehört
auch ein Liutpold, der 930
zweimal neben einem Grafen Diotmar
an der Spitze der Zeugenreihe genannt wird [99 Hauthaler 1. 100/37 und
145/83.]. Diotmar aber
hieß auch einer von Rihnis
Söhnen. Er wurde wahrscheinlich nach dem Grafen benannt,
der sicher zu Rihnis Familie
gehörte. Liutpold war
vielleicht ihr Bruder [100 Die
Rolle, die ihm O. Mitis, Eine Gedenkstiftung für Babenberger im
Verbrüderungsbuch von Reichenau, MIÖG 57 (1959), 273,
zuschreibt, scheint übertrieben.].