Adalberts Fortsetzung des Regino: Seite 210,214
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Das Jahr 954.
Im J. d. g. M. 954 feierte der König, der die Belagerung
aufgegeben, Weihnachten in Sachsen, und kehrte als die Fasten nahten,
wieder nach Baiern zurück. Da ward der Erzbischof Herold von des
Königs Bruder geblendet
und unter Gottes Beistand die Kräfte der Feinde geschwächt,
binnen Kurzem aber die ganze Macht von Baiern und Alamannien ihm derart
unterworfen, daß auch die Stadt Regensburg sich dem Könige
ergab und die Empörer selbst gestanden, daß sie nichts gegen
ihn wollten noch vermöchten. Auch Frideric
ließ sich herbei, durch einen Eid von der Beschuldigung
sich zu reinigen, daß er etwas gegen die dem Könige
schuldige Lehnstreue begangen habe; aber der König, aller Milde
voll, sprach ihn dieses Eides ledig. In demselben Jahre war Herzog Chuonrad im Begriff mit den
Lothringern unter Führung des Erzbischofs
Brun in dem Blesgau bei dem
Landgute Rimilinga zu schlagen; zuletzt aber stand er doch ab, weil es
gegen den König war und Gott wollte, daß es nicht
geschähe. Die Ungarn überschritten unter Führung der
Feinde des Königs den Rhein während der Fasten, durchzogen
Gallien, begingen unerhörte Uebelthaten gegen die Kirche
Gottes und kehrten über Italien zurück. Erzbischof Frideric verschied, ein
in der heiligen Religion eifriger und sehr lobenswerther Mann, wenn er
nicht darin allein tadelnswerth erschiene, daß wenn irgendwo nur
ein Feind des Königs sich erhob, er sich sogleich als Zweiter
zugesellte. Des Königs Sohn Willihelm folgte auf
ihn, von Volk und Geistlichkeit in Arnestat einträchtig
erwählt. Um diese Zeit ward Liutolf
wieder in des Königs Gnade aufgenommen und gab die Vasallen, die
er hatte und sein Herzogthum dem Vater zurück. Burchard folgte auf ihn im
Herzogthum. Auch Chuonrad,
aller der Reichthümer entkleidet, die er besaß, wird mit
Verlust seines Herzogthums in des Königs Gnade aufgenommen, mit
Leben und Vaterland und Erbgut sich begnügend. Liutolf wird
ein Sohn Otto geboren.
Die Jahre 958-960.
Im J. d. g. M. 958 feierte der König das Osterfest in Inglenheim,
von wo er zu Schiffe nach Köln ging, um dort einen Hoftag zu
halten. In demselben Jahre wird auf Betrieb des Erzbischofs Brun Graf Reginher
verhaftet und zu den Slaven in die Verbannung geschickt. Frideric wird mit Herolds Zustimmung in Inglenheim in
Gegenwart des Königs in der Osterwoche auf einer Synode von 16
Bischöfen, die dort gehalten wurde, als Erzbischof von Salzburg
ordinirt. Alewic der Abt des Klosters Reichenau
verschied. Ekkehard folgte auf
ihn. Gralo, der Abt des Klosters St. Gallen, verschied. Burchard folgte auf ihn. Im J. d. g.
M.
959 griff der König wieder die Slaven an, wobei Thietmar getödtet wird.
Gesandte von
Helena der Königin der
Ruger, die unter Romanus, dem konstantinopolitanischen Kaiser getauft
worden ist, kommen zum Könige (fälschlich wie man nachher
erkannte) um zu bitten, daß ein Bischof und Priester für
dasselbe Volk ernannt werden möchten. In demselben Jahre wird Hagano der Abt von Heresfeld vom
Schlage getroffen. Im J. d. g. M.
960 feierte der König Weihnachten in Franconofurt, wo Libutius aus
den Klosterbrüdern von St. Alban von dem ehrwürdigen Bischof Adaldag für das Volk
der Ruger als Bischof ordinirt wird. Günther
wird auf das Verlangen Haganos
als Abt einsetzt. In demselben Jahre zieht der König
wiederum gegen die Slaven. Es kommen auch der Diakon Johann und der Geheimschreiber Azo als Gesandte
vom apostolischen Stuhl, um den König zur Vertheidigung Italiens
und der römischen Republik gegen die Tyrannei Berengars aufzurufen.
Auch Walbert der Erzbischof von Mailand und Waldo der Bischof von Como und der Markgraf Opert kamen, flüchtig
vor Berengar,
zu dem Könige nach Sachsen; aber auch beinahe alle übrigen
Grafen und Bischöfe von Italien fordern ihn durch Briefe oder
Gesandte auf, zu ihrer Befreiung zu kommen. Geilo, der Abt von
Wizenburg, starb und Gerric folgte
ihm.