Mitterauer Michael: Seite
227f.,228, 237,241,245
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"Karolingische Markgrafen
im
Südosten."
Einen schwachen Hinweis auf die Ahnen Markgraf
Luitpolds erhalten wir
aus einer Freisinger Traditionsnotiz. Zwischen 19. Juli und 6.
November 827 werden verschiedene Besitzanteile in Alershausen, einem
Ort am Zusammenfluß von Amper und Glon, an das Hochstift Freising
übergeben [1 Bitterauf
547a-g.]. Als Schenker treten auf: der Edle
Piligrim und sein Sohn
Reginperht, Piligrims
Schwester Erchanfrit, weiter ein Hartnid, ein
Luitpald und schließlich
die beiden Edlen Paopo und Heriolt.
Wiederholt
wird betont, daß die genannten Personen miteinander verwandt
seien. Der
Besitz geht also auf gemeinsame Vorfahren zurück. Das
Zusammentreffen
der Namen Liutpald und Heriolt - beide kehren in einer
späteren
Generation des Geschlechtes wieder - legt die Vermutung nahe, daß
es
sich hier um Ahnen des bayerischen
Herzogs-Hauses handelt [2
Über Heroilt, den Bruder
Markgraf Liutpolds vgl. unten 237.]. Die Erwähnung der
verschiedenen Teilerben ermöglicht es nun den Verwandtenkreis
dieser frühen LIUTPOLDINGER
zu erschließen.
Um die Mite des neunten Jahrhunderts
verschwindet die Familie aus den
Urkunden. Erst fünfzig Jahre später tritt sie mit Markgraf
Liutpold neuerlich hervor. Im Vergleich zu Liutpolds Machtstellung
erlangte sein Bruder Heriolt wenig
Bedeutung. Wir wissen von ihm aus
einer Salzburger Urkunde, in der er als
Vatersbruder Herzog Arnulfs
genannt wird [88
Hauthaler 1,
80/13.]. Die Erwähnung findet sich in der Notiz über ein
Tauschgeschäft seines Sohnes
Graf Albrih mit Erzbischof
Odalbert.
Genauso wie Albrih war auch Heriolt Vogt der Abtei Niederaltaich
[89 Tempore
Liutpoldi ducis ...Herigolt fuit ecclesie advocatus.
Tempore Arnoldi
ducis ... Raffoldus
fuit eccesie advocatus. Tempore ...Perhtoldi
fuit
Albricus advocatus. De
advocatis Altahensibus, MGSS 17, 373.].
Zwischen ihnen übte Raffolt diese
Funktion aus. Es dürfte
sich bei ihm um einen Angehörigen des WITAGOWO-Geschlechtes
handeln [90 Vgl. oben
Seite
150.]. Zusammenhänge dieser Familie mit den LIUTPOLDINGERN sind
bereits dadurch gegeben, daß beide zu den von Kaiser ARNULF
besonders begünstigten Geschlechtern gehörten. Für eine
Präzisierung des möglichen Verwandtschaftsverhältnisses
reichen die vorhandenen Quellen nicht aus [91 Vgl. auch das Zeugenpaar Witagowo Alprih
in einer Regensburger Urkunde von 901 (Widemann 190).].
Auf Heriolt Sohn Albrih
beziehen sich vielleicht auch die zahlreichen
Erwähnungen des Namens in Regensburger Urkunden der Jahre 874 bis
894, die seinen Namen neben dem eines Perehtold
nennen [92 Widemann
87,118,126,161,163,166.]. Dieser Perehtold
könnte Graf Albrihs
Vetter, der jüngere Sohn Markgraf Liutpolds, gewesen
sein. In den
Freisinger Traditionen derselben Zeit wird ein Alprih überliefert,
der Besitz in Assenhausen (BA Freising) vertauscht, wo wir bereits
Cotaperht und seinen Sohn Haduperht getroffen
haben [93 Bitterauf 929, vgl.
dazu oben
Seite 229.].