Sohn des Grafen N.N. von Loccum und der Aliarina;
Enkel der Ida von Elsdorf
Burchard I. wurde als enger Parteigänger LOTHARS III. im Auftrage Hermanns von Winzenburg hinterrücks ermordet.
Hildebrand Ruth: Seite 99,100
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"Herzog Lothar von Sachsen."
Wenn man es wagt, ihre Einsetzung in die Zeit
LOTHARS zurückzuführen, so rechtfertigt das der Ahne
dieses Geschlechts, Burkhart von Loccum.
Denn dieser war ein enger Freund LOTHARS.
Aus dem Norden stammend, "comes Fresonum" genannt, hatte er von
seinen Ahnen einen reichen Besitz geerbt, der von den Nachkommen für
die Gründung Loccums und Schinnas verwendet wird. Wenn nun
dieser bedeutende niederdeutsche Herr - er war ein Enkel der Ida von Elsdorf
- unter LOTHAR auch als Vogt von
Gandersheim und Clus erscheint, wenn seine unmittelbaren Nachkommen
die Vogtei des Reichsklosters Herford und eine Merstemgaugrafschaft innehatten
und sich außerdem noch als angeheiratete Verwandte von
LOTHARS
Rheinecker Schwager nachweisen lassen, so könnte man vermuten, dass
alle diese merkwürdigen unzusammenhängenden, über weite
Gebiete verstreuten Beziehungen und Funktionen ihren gemeinsamen Ursprung
vielleicht einmal in Herzog oder
König LOTHAR
gehabt haben. Er wollte seinen Freund und "kaiserlichen Rat"
an entscheidenden Stellen für sich dienstbar machen: in der Verwaltung
der Reichsstifte Gandersheim und Herford, als Graf in der näheren
Umgebung von Gandersheim. Vielleicht hatte er ihn auch in Friesland eingesetzt
- es käme nur der Fivelgau oder der Emsgau in Frage -, wir wissen
es nicht.
Diese neue Position, die sich LOTHAR
vielleicht schon als Herzog in Gandersheim geschaffen hat, störte
und behinderte aber den Grafen von Winzenburg, dessen Geschlecht seit dem
Ende des 11. Jahrhunderts durch einen Verwandten Udo von Reinhausen hier
auf der hildesheimischen Winzenburg zu Lehen saß und Wache hielt.
Zusammen mit dem Stift St. Adrian in Lamspringe war die mächtige Feste
die entscheidende Position im Süden des Bistums gegen Gandersheim.
Burg und Kloster sperrten gleichsam den Zugang, und es ist nur konsequent,
wenn sich Hermann von Winzenburg 1148 die Burg Schiltberg
bei Seesen von der Äbtissin Luitgardis eintauscht. Damit beherrschte
er den gesamten Norden von Gandersheim. Wen wundert es, dass dieser Hermann
von Winzenburg mit dem von LOTHAR eingesetzten
Männern des Ganderheimer Stifts aneinandergeriet? Burkhart
baute auf dem Gebiet der Heberbörde unweit von dem entstehenden Klosters
Clus eine Burg. Graf Hermann lockte diesen Burkhart
in einen Hinterhalt und stach ihn nieder. Der König zerstörte
die Winzenburg (1130). Merkwürdig dabei ist, dass das Chronicon Gozecense
Burkhart
als Lehnsmann Hermanns nennt. Wir wissen nicht, worin dieses Lehen bestanden
haben kann.
Burkhart von Loccum
war durch seine Mutter auf fast abenteuerliche Weise mit dem
höchsten deutschen Adel und auch mit LOTHAR
III. verschwägert.
Uslar-Gleichen Edmund von: Seite 85-89
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"Geschichte der Grafen von Winzenburg."
Jenen Surz des Hauses WINZENBURG führte Graf Hermann
I. im Jahre 1130 selbst herbei durch die Ermordung eines seiner Vasallen,
des Grafen Burchard (des Älteren) von Loccum
(Lucken, Luckenheim, Lucca), welchem
LOTHAR die Verwaltung der Grafschaft in Friesland übertragen
hatte, der zu ihm in einem freundschaftlichen Verhältnis stand und
als sein Ratgeber galt. Der gewalttätige Hermann berief ihn zu einem
Gespräch auf einen Kirchhof, also an einen Ort, der, wie die Kirche
selbst, von den Zeitgenossen als unverletztliche Freistätte angesehen
wurde. Schon die Wahl dieses Ortes zeigt deutlich die Spannung und das
Mißtrauen zwischen beiden Männern. Allein Burchards
Vorsicht war nutzlos, denn der Graf Hermann ließ ihn hier
von seinen Leuten auflauern und ihn niederhauen.
Nicht leicht ist es, die Motive zu erkennen, welche den
Grafen Hermann zur Rache gegen seinen Vasallen trieben. Noch im Jahre vorher
befand sich
Graf Burchard in der Umgebung
LOTHARS
zu Goslar. Zuerst am 24. März
1129 als Zeuge (Burchardus comes) einer
freilich nicht unverdächtigen Urkunde, worin der König dem Kloster
Clus bei Gandersheim eine Wiese, wei Höfe und 26 Morgen im Dorf Dankelsheim
(Thancoluisse) bei Gandersheim schenkt, welches in der Grafschaft des Grafen
Burchard von Loccum (de Lucca) lag.
Burchard
hatte also ein Comitat im Flenithigau, wenigstens im südlichen teil
desselben, in welchem Dankelsheim, wie auch die Winzenburg lag. Bald darauf,
am 13. Juni dersselben Jahres, befand sich Burchardus
de Lucca wiederum unter den gräflichen
Zeugen der mehrerwähnten Urkunde, durch welche der König in seiner
Lieblingsresidenz Goslar den Verkauf des Meierhofes Abbenrode bestätigte.
Mit Recht ist als Graf von Loccum auch jener Burchardus
comes et advocatus (Vicevogt des Stiftes Gandersheim) erkannt,
welcher an der Spitze der Zeugen in einer Urkunde vom 17. Juni 1127 erscheint.
Sonst erscheint der Graf Burchard
(der Ältere) von Loccum nur
selten in Urkunden. zwischen 1115 und 1119 haben wir ihn als den comes
Burchardus zu erkennen, der als Zeuge des Bischofs Witelo von
Minden unter den nobiles in dem mallum Widekindi comitis (von Schwalenberg)
zu Linden bei Hannover genannt wird.
Als Veranlassung der Ermordung
Burchards des Älteren
ist im Chronicon Gozecense die Erbauung einer Burg angegeben,
und Harenberg berichtet nach nicht ganz verwerflichen Überlieferungen,
daß der Bau auf der Wedemer Heide bei Dankelsheim unweit Gandersheim
stattgefunden habe. Harenbergs Nachricht mag dahingestellt bleiben; soviel
ist aus der oben angeführten Urkunde vom 24. März 1129 und aus
der Angabe des Gosecker Mönchs ersichtlich, daß Burchard
in seiner im südlichen Teil des Flenithigaus gelegenen Grafschaft
ohne Genehmigung seines Lehnsherrn eine Burg erbauen wollte, welche wegen
der Nähe der Winzenburg dem Grafen Hermann als eine Drohung erscheinen
mußte und die er zur Wahrung seiner Machtstellung glaubte verhindern
zu müssen.
Bernhardi, Wilhelm: Seite 257
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"Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von
Supplinburg."
Eine andere Untat war die Ermordung
Burchards von Lucken oder Loccum, eines friesischen Grafen,
der zum König in einem freundschaftlichen Verhältnis stand und
als sein Ratgeber galt. Noch im vorigen Jahre befand er sich öfter
in der Umgebung LOTHARS
auf den Hoftagen
zu Goslar. Er war außerdem ein Vasall Hermanns von Winzenburg,
mit welchem er in Streit in geriet, weil er gegen dessen Willen eine Burg
gebaut hatte. Der rachsüchtige Hermann berief ihn zu einem Gespräch,
zu welchem Burchard auch erschhien,
weil es auf dem geheiligten Boden eines Kirchhofs stattfinden sollte. Schon
die Wahl dieses Ortes erweist deutlich die Spannung und das Mißtrauenm
zwischen beiden Männern. Allein Burchards
Vorsicht
war nutzlos, denn der Graf von Winzenburg, welcher sich in seinem Haß
über die religiösen Bedenken hinwegsetzte, ließ ihn hier
von seinen Leuten auflauern und niederhauen.
oo N.N.
-
Kinder:
Wilbrand I.
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1167
Literatur:
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Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen
Geschichte Lothar von Supplinburg, Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig
1879 Seite 257 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung
im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977,
Seite 366,367 A. 26 - Hildebrand Ruth: Herzog Lothar von Sachsen.
Verlag August Lax Hildesheim 1986 Seite 99,100 -
Uslar-Gleichen Edmund von: Geschichte der Grafen
von Winzenburg Hannover 1895 Seite 85-89 -