Burchard I.                                   Graf von Loccum
--------------                                  Vogt von Gandersheim und Clus
1095/1100-   1130 ermordet
 

Sohn des Grafen N.N. von Loccum und der Aliarina; Enkel der Ida von Elsdorf
 

Burchard I. wurde als enger Parteigänger LOTHARS III. im Auftrage Hermanns von Winzenburg hinterrücks ermordet.

Hildebrand Ruth: Seite 99,100
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"Herzog Lothar von Sachsen."

Wenn man es wagt, ihre Einsetzung in die Zeit LOTHARS zurückzuführen, so rechtfertigt das der Ahne dieses Geschlechts, Burkhart von Loccum. Denn dieser war ein enger Freund LOTHARS. Aus dem Norden stammend, "comes Fresonum" genannt, hatte er von seinen Ahnen einen reichen Besitz geerbt, der von den Nachkommen für die Gründung Loccums und Schinnas verwendet wird. Wenn nun dieser bedeutende niederdeutsche Herr - er war ein Enkel der Ida von Elsdorf - unter LOTHAR auch als Vogt von Gandersheim und Clus erscheint, wenn seine unmittelbaren Nachkommen die Vogtei des Reichsklosters Herford und eine Merstemgaugrafschaft innehatten und sich außerdem noch als angeheiratete Verwandte von LOTHARS Rheinecker Schwager nachweisen lassen, so könnte man vermuten, dass alle diese merkwürdigen unzusammenhängenden, über weite Gebiete verstreuten Beziehungen und Funktionen ihren gemeinsamen Ursprung vielleicht einmal in Herzog oder König LOTHAR gehabt haben. Er wollte seinen Freund und "kaiserlichen Rat" an entscheidenden Stellen für sich dienstbar machen: in der Verwaltung der Reichsstifte Gandersheim und Herford, als Graf in der näheren Umgebung von Gandersheim. Vielleicht hatte er ihn auch in Friesland eingesetzt - es käme nur der Fivelgau oder der Emsgau in Frage -, wir wissen es nicht.
Diese neue Position, die sich LOTHAR vielleicht schon als Herzog in Gandersheim geschaffen hat, störte und behinderte aber den Grafen von Winzenburg, dessen Geschlecht seit dem Ende des 11. Jahrhunderts durch einen Verwandten Udo von Reinhausen hier auf der hildesheimischen Winzenburg zu Lehen saß und Wache hielt. Zusammen mit dem Stift St. Adrian in Lamspringe war die mächtige Feste die entscheidende Position im Süden des Bistums gegen Gandersheim. Burg und Kloster sperrten gleichsam den Zugang, und es ist nur konsequent, wenn sich Hermann von Winzenburg 1148 die Burg Schiltberg bei Seesen von der Äbtissin Luitgardis eintauscht. Damit beherrschte er den gesamten Norden von Gandersheim. Wen wundert es, dass dieser Hermann von Winzenburg mit dem von LOTHAR eingesetzten Männern des Ganderheimer Stifts aneinandergeriet? Burkhart baute auf dem Gebiet der Heberbörde unweit von dem entstehenden Klosters Clus eine Burg. Graf Hermann lockte diesen Burkhart in einen Hinterhalt und stach ihn nieder. Der König zerstörte die Winzenburg (1130). Merkwürdig dabei ist, dass das Chronicon Gozecense Burkhart als Lehnsmann Hermanns nennt. Wir wissen nicht, worin dieses Lehen bestanden haben kann.
Burkhart von Loccum war durch seine Mutter auf fast abenteuerliche Weise mit dem höchsten deutschen Adel und auch mit LOTHAR III. verschwägert.

Uslar-Gleichen Edmund von: Seite 85-89
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"Geschichte der Grafen von Winzenburg."

Jenen Surz des Hauses WINZENBURG führte Graf Hermann I. im Jahre 1130 selbst herbei durch die Ermordung eines seiner Vasallen, des Grafen Burchard (des Älteren) von Loccum (Lucken, Luckenheim, Lucca), welchem LOTHAR die Verwaltung der Grafschaft in Friesland übertragen hatte, der zu ihm in einem freundschaftlichen Verhältnis stand und als sein Ratgeber galt. Der gewalttätige Hermann berief ihn zu einem Gespräch auf einen Kirchhof, also an einen Ort, der, wie die Kirche selbst, von den Zeitgenossen als unverletztliche Freistätte angesehen wurde. Schon die Wahl dieses Ortes zeigt deutlich die Spannung und das Mißtrauen zwischen beiden Männern. Allein Burchards Vorsicht war nutzlos, denn der Graf Hermann ließ ihn hier von seinen Leuten auflauern und ihn niederhauen.
Nicht leicht ist es, die Motive zu erkennen, welche den Grafen Hermann zur Rache gegen seinen Vasallen trieben. Noch im Jahre vorher befand sich Graf Burchard in der Umgebung LOTHARS zu Goslar. Zuerst am 24. März 1129 als Zeuge (Burchardus comes) einer freilich nicht unverdächtigen Urkunde, worin der König dem Kloster Clus bei Gandersheim eine Wiese, wei Höfe und 26 Morgen im Dorf Dankelsheim (Thancoluisse) bei Gandersheim schenkt, welches in der Grafschaft des Grafen Burchard von Loccum (de Lucca) lag. Burchard hatte also ein Comitat im Flenithigau, wenigstens im südlichen teil desselben, in welchem Dankelsheim, wie auch die Winzenburg lag. Bald darauf, am 13. Juni dersselben Jahres, befand sich Burchardus de Lucca wiederum unter den gräflichen Zeugen der mehrerwähnten Urkunde, durch welche der König in seiner Lieblingsresidenz Goslar den Verkauf des Meierhofes Abbenrode bestätigte. Mit Recht ist als Graf von Loccum auch jener Burchardus comes et advocatus (Vicevogt des Stiftes Gandersheim) erkannt, welcher an der Spitze der Zeugen in einer Urkunde vom 17. Juni 1127 erscheint.
Sonst erscheint der Graf Burchard (der Ältere) von Loccum nur selten in Urkunden. zwischen 1115 und 1119 haben wir ihn als den comes Burchardus zu erkennen, der als Zeuge des Bischofs Witelo von Minden unter den nobiles in dem mallum Widekindi comitis (von Schwalenberg) zu Linden bei Hannover genannt wird.
Als Veranlassung der Ermordung Burchards des Älteren ist im Chronicon Gozecense die Erbauung einer Burg angegeben, und Harenberg berichtet nach nicht ganz verwerflichen Überlieferungen, daß der Bau auf der Wedemer Heide bei Dankelsheim unweit Gandersheim stattgefunden habe. Harenbergs Nachricht mag dahingestellt bleiben; soviel ist aus der oben angeführten Urkunde vom 24. März 1129 und aus der Angabe des Gosecker Mönchs ersichtlich, daß Burchard in seiner im südlichen Teil des Flenithigaus gelegenen Grafschaft ohne Genehmigung seines Lehnsherrn eine Burg erbauen wollte, welche wegen der Nähe der Winzenburg dem Grafen Hermann als eine Drohung erscheinen mußte und die er zur Wahrung seiner Machtstellung glaubte verhindern zu müssen.

Bernhardi, Wilhelm: Seite 257
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"Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg."

Eine andere Untat war die Ermordung Burchards von Lucken oder Loccum, eines friesischen Grafen, der zum König in einem freundschaftlichen Verhältnis stand und als sein Ratgeber galt. Noch im vorigen Jahre befand er sich öfter in der Umgebung LOTHARS auf den Hoftagen zu Goslar. Er war außerdem  ein Vasall Hermanns von Winzenburg, mit welchem er in Streit in geriet, weil er gegen dessen Willen eine Burg gebaut hatte. Der rachsüchtige Hermann berief ihn zu einem Gespräch, zu welchem Burchard auch erschhien, weil es auf dem geheiligten Boden eines Kirchhofs stattfinden sollte. Schon die Wahl dieses Ortes erweist deutlich die Spannung und das Mißtrauenm zwischen beiden Männern. Allein Burchards Vorsicht war nutzlos, denn der Graf von Winzenburg, welcher sich in seinem Haß über die religiösen Bedenken hinwegsetzte, ließ ihn hier von seinen Leuten auflauern und niederhauen.
 
 
 

  oo N.N.
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Kinder:

  Wilbrand I.
         -   1167
 
 

Literatur:
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Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Lothar von Supplinburg, Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1879 Seite 257 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 366,367 A. 26 - Hildebrand Ruth: Herzog Lothar von Sachsen. Verlag August Lax Hildesheim 1986 Seite 99,100 -
Uslar-Gleichen Edmund von: Geschichte der Grafen von Winzenburg Hannover 1895 Seite 85-89 -