Begraben: 28. Februar 1233 Dom zu Magdeburg
Sohn des Grafen Günther II. von Schwarzburg-Käfernburg
aus seiner 1. Ehe mit der Gertrud von Wettin-Meißen,
Tochter von Markgraf Konrad
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 324
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Albrecht II., Erzbischof von Magdeburg
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ca. 1170-15.10.1232
Begraben: 28. Februar 1233 Dom zu Magdeburg
Sohn des Grafen Günther von Käfernburg aus dem Hause der Grafen von Schwarzburg und der Gräfin Agnes von Saarbrücken
Albrecht II. wurde nach Besuch der Hildesheimer Domschule 1192 zum Akolythen geweiht und wurde dann Domherr zu Magdeburg, um 1200 Propst von St. Maria ad Gradus in Mainz. Er hatte zuvor in Paris und wahrscheinlich später noch in Bologna studiert. 1200 wurde er vom Papst gegen den Willen des Kapitels mit der Dompropstei Magdeburg providiert; es gelang ihm, sich hier durchzusetzen. 1205 wurde er als staufischer Parteigänger zum Erzbischof von Magdeburg gewählt und erhielt nach Verzögerung die Weihe am 24. Dezember 1206 in Rom durch Innocenz III. Er versuchte zunächst, einen Ausgleich mit König PHILIPP und dem Papst zu vermitteln, trat aber nach Ermordung des Herrschers und dem Erhalt großer Güterschenkungen (Herrschaft Sommerschenburg und Haldensleben) sowie die Übertragung wichtiger Königsrechte in der Bischofsstadt auf die Seite OTTOS IV., den er 1209 auf seinen Romzug begleitete. Infolge des Konfliktes zwischen Kurie und Kaiser stellte sich Albrecht nach längerem Zögern auf die Seite des Papstes. Damit war auch eine Entscheidung zugunsten der STAUFER gefallen, die die von OTTO IV. verliehenen Privilegien bestätigten und den hochgebildeten und politisch begabten Kirchenfürsten nun vielfach zu herrschaftlichen und diplomatischen Aufgaben herangezogen. So wirkte Albrecht als Reichslegat in Oberitalien, als Graf der Romagna, als Helfer bei der Wahl HEINRICHS (VII.) und vermutlich auch als Mitwirkender beim Erlaß des "Statutum in favorem principum" (1231/32). Albrechts Versuche, seine Landesherrschaft vor allem in den Gebieten östlich der Elbe auszubauen, fanden in den WELFEN und den Markgrafen von Brandenburg entschlossene Gegner. Auch seine Bestrebungen, die Magdeburger Metropolitangewalt bis nach Livland auszudehnen, blieben letztlich erfolglos. - Albrecht hatte die Anfänge der französischen Gotik kennengelernt; daher ließ er nach dem Dombrand von 1207 den Wiederaufbau des Magdeburger Doms nach Laoner Vorbild beginnen. Damit wurde der erste Kathedralbau auf deutschem Boden geschaffen, der dem Muster der französischen Gotik folgte.
Literatur:
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H. Silberborth, Ebf. A. v. M. Geschichtsbl. für
Stadt und Land Magdeburg 45, 1910 - A. Ruppel, Zur Reichsdelegation d.
Ebf.s A. v. M., QFIAB 13, 1910 - GS Magd. I, 1, 1972.
Winkelmann, Eduard: Band I Seite 377
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"Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von
Schwaben und Otto IV. von Braunschweig"
Bedeutende Familienverbindungen standen dem Gewählten
zur Seite. Von seinem ältesten Bruder, dem Grafen Günther IV.,
der sich nach dem Stammsitz auf der Käfernburg bei Arnstadt nannte,
wurden beträchtliche Besitzungen an dem Nordabhange des Thüringer
Waldes beherrscht. Der zweite Bruder Heinrich wurde der Ahnherr der Grafen
von Schwarzburg.
Albrechts Halbbruder
Willebrand
und Ludolf
waren die Erben der ausgestorbenen
alten Grafen von Hallermund; sein Schwager Gebhard von Querfurt, welcher
das Burggrafenlehen von Magdeburg innehatte, sicherte ihm von vornherein
einen wirksamen Rückhalt im Erzbistum selbst. Zwei Oheime mütterlicher
Seite aus dem Geschlecht der Grafen von Saarbrücken hatten im letzten
Jahrhundert als Erzbischöfe von Mainz die höchste Würde
im Reiche erlangt; nach ihnen war er genannt, nach ihrem Vorbilde für
die geistliche Laufbahn bestimmt worden [Über Albrechts
Herkunft und Leben berichtet die Magdeburger Schöppenchronik
Seite 129 ausführlich. Die Annales Reinhardbrunn. p. 81 geben ein
Geschlechtsverzeichnis der KÄFERNBURGER, jedoch mit dem Irrtum, daß
sie den erst 1225-1254 regierenden Erzbischof Willebrand von Magdeburg
zum Oheim Albrechts machen. Er war aber sein Halbbruder. Denn Albrechts
Vater
Günther
hatte in zweiter Ehe eine Adelheid
von Hallermund zur Frau und aus dieser Ehe muß Willebrand
stammen,
da er den Hallermundischen Namen fortführte.
Als Albrechts Mutter wird dagegen in
der Schöppenchronik Agnes von Saarbrück bezeichnet und
für die Richtigkeit dieser Angabe spricht das Vorkommen des Namens
Albrecht bei den SAARBRÜCKERN. Ferner wird Albrecht
oft
ein Bruder des Grafen von Hallermund genannt - das waren aber in der Tat
Willebrand und der Bruder desselben, Ludolf, welcher nach
dem Aussterben des Hallermundischen
Mannesstammes durch seine Mutter die Grafschaft erbte, vgl- Abel, Philipp
Seite 370 - und endlich heißt Albrecht im Chron. Sampetr. p. 48:
germanus comitum de Schwartzburg Huntheri et Heinrici, welche nach Ann:
Reinh. I. c. die Söhne des 1197 lebenden Günther das heißt
des Vaters eben unseres Albrecht
gewesen
sind. Vgl. Voigtel, Stammtafeln, herausgegeben von A. Cohn, Nr. 178.],
in welcher ihn anfänglich die Gunst seines Schwagers, des Hofkanzlers
Konrad von Querfurt, Bischof von Hildesheim, mächtig gefördert
hat.
Literatur:
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Giese, Wolfgang: Der Stamm der Sachsen und das
Reich in ottonischer und salischer Zeit. Franz Steiner Verlag Wiesbaden
1979, Seite 211,213 - Pätzold Stefan: Die frühen Wettiner.
Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Böhlau Verlag Köln
Weimar Wien 1997, Seite 66,69,74,78-80,110,118, 149,162,330,355 - Stürner,
Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und
Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 122,130,161,171A,185,
218,223 - Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter
König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998, Seite
24,197,325 - Wies, Ernst W.: Friedrich II. von Hohenstaufen. Messias
oder Antichrist, Bechtle Esslingen 1998, Seite 77,139 - Winkelmann,
Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben
und Otto IV. von Braunschweig. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig
1873 Band I Seite 377 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II.
1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 16,25,39,50,72,179,182,193,196,212,215,
227,253,259,263,266,283,288,293,296,298,334,355,358,372,373,374,375,376,378,381,419,420,427,
479,485,490, 509,512,524 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II.
2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 16,64,69,236,237,241,242,244,326,328,331,351,352,355,
363,374 -