Jüngerer Sohn des Grafen Rudolf I. von Lenzburg
Der Lenzenburger Zweig der Familie erlosch mit Ulrich (+ 1173), dem Sohn Rudolfs. Dieser vermachte sein Erbe Kaiser FRIEDRICH I., der die Reichslehen unter die KIBURGER und HABSBURGER; die auch den Lenzenburger Besitz im Oberaargau und in der Innerschweiz übernahmen, aufteilte. Die Grafschaft im Aargau mit der Burg Lenzenburg übergab FRIEDRICH I. seinem Sohn Otto, der sich 1188 als Graf von Lenzenburg bezeichnete.
Heyck, Eduard: Seite 392
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"Geschichte der Herzoge von Zähringen."
Zu Anfang des Jahres 1173 führte ein Ereignis, das
für Herzog Bertold in hohem Grade wichtig war, auch den Kaiser nach
dem südlichen Alamannien; das Aussterben des
Lenzenburgischen Hauses. Graf Werner hatte
seit 1145 seine Züricher Vogtei, ohne sich irgendwie um den Herzog
von Zähringen zu kümmern und ungestört bis zu seinem Tode,
den er 1159 bei Crema fand, ausgeübt. Ihm folgte sein Bruder Kuno,
und nach dessen Verschwinden aus den Quellen erscheint ein zweiter Bruder,
Arnold, der nach 1172 nicht mehr vorkommt. Auch der alte Freund
des staufischen Hauses, Graf
Ulrich, war kürzlich, am 8. Oktober 1172, gestorben.
Die Lehen des Geschlechtes fielen an den Kaiser zurück, der zugleich
einen Teil der reichen Allodialgüter erbte, aus welchen, neben reichen
Schenkungen für die Kirche, auch die KYBURGER erbten. Die Grafschaft
im Zürichgau, welche die LENZBURGER
auch gehabt hatten, wurde
nunmehr, vielleicht schon damals mit Überlassung eines Teils östlich
des Sees und der Limmat an die Grafen von Kyburg, vom Kaiser an Graf Albrecht
III. von Habsburg gegeben. Die Vogtei über Zürich aber, welche
die ZÄHRINGER nach dem Abkommen von 1098 in nomineller Obergewalt,
die LENZBURGER tatsächlich allein innegehabt hatten, fiel nun
ganz von selber, sogar ohne eine kaiserliche Bestätigung in ihrem
vollen Umfange an das ZÄHRINGER-Haus, von jetzt an übte dieses
die Vogtei über Zürich wirklich aus.
Am 20. Februar 1173 war FRIEDRICH
auf der Lenzburg, umgeben von Herzog Bertold, Graf Rudolf von Pfullendorf,
Graf Hartmann von Kyburg und seinem Bruder Ulrich, Walter von Eschenbach,
Walter von Iberg, Walter von Hunberg, dem Bischof Ludwig von Basel und
den Äbten Diethelm von Reichenau und Konrad von Murbach. Er stellte
daselbst das Kloster Interlaken in seinen Schutz und übernahm dabei
einfach die Sätze der Urkunde KONRADS III.
über den Herzog von Zähringen als Rektor Burgunds. So waren also
auf der Stammburg des erloschenen Geschlechtes alle, die an ihrer Hinterlassenschaft
beteiligt waren, versammelt, mit Ausnahme des Grafen Albrecht von Habsburg
und des Vertreters des Klosters Beromünster im Aargau.
Literatur:
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Heyck, Eduard: Geschichte der Herzoge von Zähringen.
Freiburg im Breisgau 1891 Seite 392 -