EUROPÄISCHE STAMMTAFELN NEUE FOLGE BAND XVI
Tafel
95 A
Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 1872
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Lengenfeld-Pettendorf, Herren von
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1119 erloschenes, hochadliges Dynasten-Geschlecht
auf dem
bayerischen Nordgau, hauptsächlich benannt nach seinen beiden
Hauptsitzen
(Burg-)Lengenfeld und Pettendorf nördlich
von Regensburg,
seltener nach Hopfenohe in der nördlichen Ober-Pfalz. Ob ein in
einer
St. Emmeraner Traditionsnotitz von 1028 genannter Friedrich von
Pettendorf
als
Ahnherr gelten darf, ist strittig. Über die drei letzten
Generationen
berichten die Pegauer Annalen (Mitte des 12. Jh.). Danach heiratete Sigena,
Witwe des Wiprecht von
Groitzsch († um 1090), in 2. Ehe Friedrich
I. von Lengenfeld-Pettendorf. Aus dieser Ehe gingen ein Sohn Friedrich
II., der kinderlos verstarb, und eine Tochter hervor. Diese hatte aus
der Ehe mit einem Grafen Ruotger
zwei Söhne: Friedrich III. von
Lengenfeld-Pettendorf und Ruotger, 1119-1125 Erzbischof
von
Magdeburg. Friedrich III. wurde Erbe der LENGENFELD-PETTENDORFER
Besitzungen auf dem Nordgau und heiratete mit Hadalwig (Heilica)
eine Tochter Herzog Friedrichs I. von
Schwaben, so dass er mit den STAUFERN
versippt war. Ohne Söhne, fiel nach seinem Tod 1119 der
größte
Teil seiner umfangreichen nordgauischen Besitzungen an seine beiden Schwiegersöhne
Pfalzgraf Otto I. von Wittelsbach und Gebhard von Leuchtenberg. Das Erbe
Pfalzgraf Ottos (beschrieben im
ältesten bayerischen Herzogsurbar
von ca. 1237) bildet die Keimzelle der wittelsbachischen
Herrschaft
auf dem Nordgau. In Erfüllung eines Vermächtnisses seines
Schwiegervaters
stiftete Pfalzgraf Otto I. unter
Mitwirkung Bischof Ottos I. von
Bamberg
1121 das Benediktinerkloster Ensdorf.
Quellen und Literatur:
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NDB XIV, 205f. [W. Störmer] - M. v. Freyberg, Slg.
hist. Schriften und Urkk. 2, 1829, 180f. - MonBoica 36/I, 1852, 115-121
- MGH SS 16, 1859, 235, 250 - H. Zitzelsberger, Die Gesch. des Kl.
Ensdorf...,
Verh. d. Hist. Vereins f. Oberpfalz und Regensburg 95, 11954, 19-25 -
Staufer
III, 348f. - Ausst.-Kat. Wittelsbach und Bayern I/1, 1980, 142f.