Friedrich
III.
Herr von Hopfenohe-Pettendorf-Lengenfeld
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um 1070
† 3.4.1119
Älterer Sohn Grafen Ruotger von
Veltheim
und einer namentlich unbekannten
Tochter von Friedrich I. von
Burglengenfeld;
Bruder des Erzbischof Ruotger von Magdeburg (1119-1125)
Schwennicke, Detlef: Tafel 95 A
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"Europäische
Stammtafeln.
Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge
Band
XVI, Bayern und Franken"
FRIEDRICH III. VON
HOPFENOHE-PETTENDORF-LENGENFELD
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† 3.IV.1119
Stiftet das Kloster Ensdorf
Begraben: Ensdorf
oo HEILIKA VON STAUFEN
† nach 1110
Begraben: Ensdorf
Tochter von Friedrich, Herzog von Schwaben und Agnes, Tochter von
Kaiser HEINRICH IV.
Friedrich III.
stiftete
das Kloster Ensdorf.
Spindler Max: Seite
389
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"Handbuch der
bayerischen
Geschichte.
Erster Band. Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des
12.
Jahrhunderts."
Vom hirsauisch reformierten Kloster Michelsberg in Bamberg kam 1136 Abt Drutwin nach Ensdorf in der
Ober-Pfalz. Das Kloster war schon 1121 auf einer villa errichtet
worden, die Kaiser HEINRICH V. dem Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach geschenkt
hatte. Otto verwirklichte mit
dieser Gründung ein Vorhaben seines
verstorbenen Schwiegervaters,
des Grafen Friedrich von Lengenfeld;
als Mitstifter ist Bischof Otto I.
von Bamberg genannt.
Weller Tobias: Seite
763
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"Die Heiratspolitik
des
deutschen
Hochadels im 12. Jahrhundert."
Von allen Enkeln Ottos I. -
die vier Söhne Arnolds von
Dachau eingeschlossen - ist Otto
III. auch der einzige, über dessen Eheverbindung
verläßliche Quelleninformationen vorliegen. Nach Angabe der
Scheyerner Chronik heiratete er Heilica
von Lengenfeld (Burglengenfeld an der Naab, n. Regensburg) und
hatte mit ihr vier Söhne [80 Konrad von Scheyern, Chron., c.19, MGH SS 17, 621: Hic Otto
cuisdam nobilissimi de Lenginvelt
filiam, Heilicam nomine,
uxorem duxit, per quam quatuor filios maximae liberalitatis et
virtutis, ut adhuc multis patet, habuit. Siehe auch Urkunden 40;
Huschberg, Scheiern-Wittelsbach 268ff.]. Die
Eheschließung muß noch vor Juli 1116 stattgefunden haben,
als Heilica
anläßlich einer Zensualenübertragung an die Kirche von
Bamberg an der Seite Ottos
genannt wird [81 Vgl. Hundt, Urkunden, No.47 a, 87: [...] quod comes Otto de Witelinesbahc
consientiente uxore eius Heilica et
sorore uxoris eius Heilwiga
[...]. Ebenso ebd., No. 47 b, 87. Siehe auch Huschberg,
Scheiern-Wittelsbach 268.]. Gleichzeitig ist
dies der erste Beleg für seine Benennung nach Wittelsbach
(nö. Aichach/Paar) [82 Siehe auch Huschberg, Scheiern-Wittelsbach 232.]; offenbar hatte er oder sein Vater hier einen neuen
Familienstammsitz erbaut und es somit ermöglicht, daß der
Eisenhofener Konvent auf die Burg
Scheyern verlegt werden konnte. Wahrscheinlich war schon zum
Zeitpunkt der Hochzeit abzusehen, daß Heilica eine der Erb-Töchter [83 Außer
Heilica hatte Friedrich noch eine Tochter namens
Heilwig, die die Gemahlin
Gebhards von Leuchtenberg
wurde; vgl. Fund.
Ensdorf, c.96, MGH SS 15/2, 1082. Siehe auch Schlütter-Schindler,
Frauen 15.] des
LENGENFELDER Geschlechts war, denn als ihr Vater Friedrich III. 1119 starb,
ging der Großteil seines Besitzes, zu dem auch Güter in
Hopfenohe (ö. Auerbach/Opf.) und Pettendorf (nw. Regensburg)
gehörten, an seinen WITTELSBACHER Schwiegersohn über
[84 Nach
Angaben der Ann. Pegav., MGH SS 16, 235, war
Friedrich III. ein Enkel Friedrichs I. und Sigenas, der Witwe Wiprechts
I. von Groitzsch; ebd. wird auch die Heirat Heilicas mit Otto III.
erwähnt: Is [sc. Friedrich III.]
quoque uxore suspecta filiam genuit, quae Ottoni palatino de
Witilinsbach nupsuit duosque filios edidit, scilicet Ottonem palatinum
patre defuncto et Fridercum comitem.
Zum Lengenfelder Besitz
siehe auch Zitzelsberger, Friedrich III. von Burglengenfeld 145. Nach
Schlütter-Schindler, Frauen 14, soll Friedrich bereits vor dem 1.
November 1115 gestorben sein. - Den Besitz und die
Einkünfte der
WITTELSBACHER
in dem ampt ze Pettendorf verzeichnet
das 1231 verfaßte älteste Bayerische Herzogsurbar 254-271;
der Herzog besaß
in Lengenfeld selbst zwei Mühlen und einen Schwaighof und bezog
von
dort diverse Geldabgaben (ebd. 257,262,266). Zur Datierung des Urbars
vgl. ebd. 96*-129*.]. Die von Friedrich initiierte Stiftung des
Klosters Ensdorf (sö. Amberg) wurde bald nach seinem Tod von Otto III. vollendet, der auch die
Vogtei der Neugründung übernahm [85 Vgl. Fund.
Ensdorf., c.2, MGH SS 15/2,1080: [:..]
Fridericus, vir nobilis, pater scilicet palatine
que
Heylica nomen habuit, in proprio domate fundari cupiens, [...]. Otto autem palatinus de Witilinsbac,
gener illius ex prelibata filia, in hereditam succedens, spiritu Dei
conceptum affectum perduxit ad effectum. Siehe
auch Huschberg, Scheiern-Wittelsbach 268ff.; Patze, Adel 1, 34;
Störmer, Hausklöster 142f.; Rall/Rall, Wttelsbacher 18;
Schlütter-Schindler, Frauen 15ff.]. Hier in
Ensdorf wurden er und seine Gemahlin
Heilica († 1170) auch
beigesetzt [86 Vg1. Fund. Ensdorf., c.96 und 117, MGH SS 15/2, 1082; ebd.
(c.117) auch die Nachricht vom Tod Heilicas
zu 1170.].
Rall, Hans und Marga: Seite 18
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"Die Wittelsbacher. Von
Otto
I. bis Elisabeth I."
Der spätere erste WITTELSBACHER Bayern-Herzog
bekam mit dem Pfalzgrafenamt des Vaters eine vererbbare Aufgabe fast
noch in die Wiege gelegt. Das Zusammenwirken mit der Reichsgewalt zog
damals und später auch Folgen nach sich, damals, als Papst Kalixt II. am 25. Juni 1120 Otto befahl, als Sühne für
seine Mitwirkung an der Gefangennahme des Papstes Paschalis II. ein
Augustinerkloster zu stiften. Er rief dieses wohl 1124 in Indersdorf
ins Leben. Friedrich, sein
zweiter Sohn, trat als Witwer in seinen späteren Lebensjahren in
dieses Kloster als Laienmönch ein und machte dort sein Testament.
Es ist bis heute erhalten. Am 3.
April 1119 starb Ottos
Großvater mütterlicherseits, Graf Friedrich von
Burg-Lengenfeld-Hopfenohe-Pettendorf. Dadurch wurde Ottos Vater als dessen
Schwiegersohn auch der Erbe seiner Rechte und Pflichten. Zu diesen
gehörte nicht nur die Ausübung der Grafenbefugnisse, sondern
auch die von Friedrich für sein Seelenheil und das Andenken seiner
Familie geplante Klostergründung. Dieser Verpflichtung verdankt
das Kloster Ensdorf seine Entstehung im Jahr 1121. Sie hing mit Friedrichs enger Beziehung zu Bischof Otto dem Heiligen von Bamberg
(1103-1139) zusammen, der im
Geiste der Hirsauer Reform auch auf das Leben in den Klöstern in
Bayern einwirkte und weltliche und kirchliche Rechte auf dem Nordgau
des Herzogtums besaß. Der Bamberger
Bischof Otto holte aus Sankt Blasien im Schwarzwald Abt und
Mönche für Ensdorf. Wenn auch der Bischof dort das Recht der
libertas Bambergensis einführte, gelang es dem Pfalzgrafen Otto, durch Vereinbarung
mit dem Bischof Vogt des Klosters zu werden und diese Rechte der
Familie zu vererben. Im Kapitelsaal des Klosters wurden Ottos Schwiegereltern, seine Schwägerin Heilwig und
deren Gatte und Söhne, in der Kirche neben dem Hochaltar
später Pfalzgraf Otto
selbst und seine Frau Heilika
beigesetzt.
1101/02
oo Heilika von Staufen, Tochter des Herzogs
Friedrich
von Schwaben
um 1087/88
† nach
1110
Heilika war die Enkelin des Kaisers
HEINRICH IV.
Kinder:
Heilika
† 13.9.1170
Helwica (Heilwig)
† 1160
Literatur:
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Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von
Otto
I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite 18 - Schwennicke, Detlef: Europäische
Stammtafeln.
Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge
Band
XVI, Bayern und Franken, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel
95 - Spindler Max: Handbuch der
bayerischen
Geschichte.
Erster Band. Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des
12.
Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Seite
389 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G.
Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 113 - Wegener, Wilhelm Dr. jur.: Genealogische
Tafeln
zur mitteleuropäischen Geschichte, Heinz Reise-Verlag
Göttingen
1962-1969 Seite 82 -
Weller Tobias: Die Heiratspolitik
des
deutschen
Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag
Köln
Weimar Wien 2004 Seite 763 -