Sohn des Herzogs
Radelchis I. von Benevent
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 145
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Adelchis, Princeps von Benevent
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+ Mai 878
Adelchis
behauptete den beneventanischen Prinzipat gegenüber den
Sarazenen im Süden und Kaiser LUDWIG II.
im Norden. Die Kämpfe mit den Arabern verliefen zunächst wenig
erfolgreich; nach einem unglücklich endenden Angriff auf Bari 860
mußte Adelchis einen Vertrag
mit dem Emir dieser Stadt erkaufen. Dies zog eine Intervention
LUDWIGS
II. nach sich, der die Lösung dieses Paktes erzwang, sonst
jedoch die Verhältnisse in S-Italien in der Schwebe ließ. Immer
neue sarazenische Überfälle nötigten Adelchis,
des Kaisers Hilfe zu erbitten. Mit byzantinischem Beistand führte
der 866 begonnene Feldzug LUDWIGS 871
zur Eroberung Baris. Der Kaiser verteilte seine Truppen auf beneventanische
Kastelle und schickte sich an, den Prinzipat selbst zu beherrschen. Angesichts
der karolingischen Übermacht hielt
es Adelchis
für geraten, im August 871 LUDWIG
II. gefangenzusetzen, eine Handlungsweise, die besonders von
der italienischen Forschung als Aufbegehren des langobardischen Nationalismus
interpretiert wurde. Die sarazenische Bedrohung vor Augen, entließ
Adelchis den Kaiser in die Freiheit,
zwang diesen indessen zu dem Eid, nie in feindlicher Absicht zurückzukehren.
Adelchis kurzsichtiges Verhalten leitete
den Niedergang der Kaisermacht in Italien ein, auch wenn in Rom der Papst
den Kaiser vom Eid entband und nochmals demonstrativ die Kaiserkrönung
vollzog. Adelchis wiederum suchte Rückhalt
bei den Byzantinern und - als diese zu bedrohlich wurden - bei den Sarazenen.
Ein Rachefeldzug blieb LUDWIG II. (+ 875)
versagt. Adelchis fiel einer Verschwörung
seiner Verwandte zum Opfer. 866 hat Adelchis
als letzter langobardischer Herrscher dem "Edictus Rothari" Novellen angefügt.