Richard I. Quarrel                           Graf von Aversa (1049-1078)
----------------------                          Fürst von Capua (1058-1078)
    -5.4.1078
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Seite 814
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Richard I. Quarrel, Graf von Aversa, Fürst von Capua
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     + 5. April 1078

Nach seiner Ankunft in Unteritalien um 1046 stand Richard I. Quarrel zunächst im Dienst Humfreds von Hauteville, des Anführers der apulischen Normannen. Nach Konflikten mit Drogo von Hauteville, dessen Schwester Fredesende er heiratete, wurde ihm um 1049 als einem der Nachfolger seines Onkels Rainulf Trincanocte die Grafschaft Aversa angetragen. Bei der Schlacht von Civitate (16. Juni 1053) gegen die Truppen Leos IX. war Richard bereits einer der Anführer des normannischen Kontingents. Im Verlauf seines gezielten Machtausbaus eroberte er das Fürstentum Capua (Juni 1058), gliederte die umliegenden kleineren Grafschaften, meist nach Vertreibung der alten langobardischen Herrscher, durch eine Neuvergabe an seine Lehensleute in seine Herrschaft ein und brachte auch das Herzogtum Gaeta unter seine Kontrolle (nach 1061). Im August 1059 erreichteRichard I. Quarrel mit dem Lehenseid für Nikolaus II., den er mit Truppen gegen den Gegen-Papst Benedikt X. unterstützt hatte, als Fürst von Capua neben Robert Guiscard, dem Herzog von Apulien, Kalabrien und Sizilien, eine nominell gleichberechtigte Stellung. Auch gegenüber Alexander II., dem er militärische Hilfe bei dessen Inthronisierung leistete, wurde der Eid am 2. Oktober 1061 in Rom und gegenüber Gregor VII. am 14. September 1073 in Capua erneuert. Die Annäherung an das Papsttum wurde durch Abt Desiderius von Montecassino, mit dem Richard bereits seit einigen Jahren in engem Kontakt war, vorbereitet. Die strategische Allainz (Cowdrey) führte zu einer großen Anzahl von Schenkungen und Übertragungen von Kirchen und Territorien an dieses wichtige Zentrum der Kirchenreform. In der Konzeption der päpstlichen Politik gegenüber den Normannen wurde Richard I. Quarrel immer auch als Gegengewicht zu Robert Guiscard angesehen. Das Verhältnis dieser beiden bedeutendsten normannischen Anführer war nach 1071 gespannt, da Richard, wohl um Suprematsansprüche Robert Guiscards abzuwehren, Aufstandsversuche der apulischen Grafen gegen den Herzog unterstützte. Die Aussöhnung, vermittelt 1075/76 durch Abt Desiderius, ermöglichte dann gemeinsame militärische Aktionen zur Belagerung von Neapel und Salerno. Die normannische Expansionspolitik gegenüber dem Kirchenstaat führte zum Bann durch die Fastensynode 1078, der erst kurz vor dem Tod Richardsgelöst wurde.



  oo Fredesende von Hauteville, Tochter des Grafen Tankred
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Literatur:
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Bünemann, Richard: Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien. Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln 1997 Seite 2,19-22,24,34-41,72,81,84-86,91-94,96-99,173-177,209,213,220,248, 259,270,279 - Houben, Hubert: Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und Okzident, Primus Verlag Darmstadt 1997 Seite 11 -