Sohn des Edelfreien Burchard der Ältere von Konradsburg
Fenske, Lutz: Seite 89,90,92-94
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"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen
Sachsen"
Die Vater-Sohn-Abfolge der Grafen von Plötzkau läßt
zugleich einen Verwandtschaftzusammenhang mit den Edelfreien
von Konradsburg erkennbar werden, weil Alvericus de Kakelinge
und Egeno von Konradsburg
als Vettern - patrueles - aus dem gleichen Agnatenstamm hervorgingen. Bei
letzteren werden die ersten drei Generationen von Egeno dem Älteren,
Burchard dem Älteren und Egenos dem
Jüngeren gebildet. Aus ihrer Frühgeschichte hat der
Autor dieser Quelle ein Ereignis festgehalten, welches als chronologischer
Orientierungspunkt wertvoll ist: Egeno der Jüngere
tötete Graf Adalbert von Ballenstedt. Da Adalbert 1075 den Weg in
die Gefangenschaft des Königs antrat, kann sich diese Begebenheit
frühestens 1076 nach der Haftentlassung der sächsischen Fürsten,
spätestens aber in den frühen 80-er Jahren abgespielt haben.
Das Vorhandensein des Personennamens Egeno im Namensgut
der älteren
KONRADSBURGER veranlaßt
dazu, einen Bezug zwischen dem jüngeren Egeno
und jenem Egeno, der 1070 im Prozeß gegen Otto von Northeim
eine besondere Rolle spielte, herzustellen. Bekanntlich trat Egeno
1070 mit der Behauptung an die Öffentlichkeit, Mitwisser einer Verschwörung
des Herzogs gegen HEINRICH IV. zu sein
und von diesem sogar den Auftrag erhalten zu haben, den König zu ermorden.
Außerdem erklärte er seine Bereitschaft, dieser schwere Anschuldigung
im gerichtlichen Zweikampf unter Beweis zu stellen. Da sich Herzog Otto
der gerichtlichen Ladung nach Goslar entzog, war sein Sturz die unmittelbare
Folge der Beschuldigung Egenos. Lampert
hat von ihm ein von Anzeichen des Abscheus geprägtes Bild entworfen,
beschuldigt ihn zahlreicher Verbrechen und weiß zu berichten, dass
Erzbischof Anno von Köln ihn im Königsgericht verurteilen ließ.
1073 sei er während eines Raubzuges gefaßt und geblendet worden
und danach als Bettler umhergezogen.
Schon die ältere Forschung hat den Ankläger
Herzog Ottos als Egeno
II. von Konradsburg angesprochen. Auf dem Boden völlig
gesicherter Quellenbelege läßt sich eine derartige Identifizierung
allerdings nicht vornehmen. Dass es sich bei dem in die Entmachtung Ottos
verwickelten Egeno aber um eine Adligen
handelt, dürfte unbezweifelbar sein. Verbindungen zwischen
Egeno und einflußreichen
Kreisen am Königshof lassen die Quellen erkennen. Darüber hinaus
deuten die näheren Umstände und äußeren Voraussetzungen
am, dass der Ankläger Ottos von Northeim mit größter Wahrscheinlichkeit
aus dem sächsischen Adel stammte. Ob die Initiative zum Sturz Ottos
ihren Ausgang am Königshof nahm und Egeno
dabei nur in der Rolle eines gefügigen Helfers erscheint, oder ob
er sehr viel aktiver an innersächsischen Intrigen beteiligt war, die
sich gegen den Herzog als mächtigsten Fürsten in Sachsen gerichtet
haben könnten und deren Urheber mit dem NORTHEIMER verfeindete Standesgenossen
gewesen sein dürften, läßt sich nicht mehr erklären.
Die Identität Egenos II.
von Konradsburg mit der 1070 als Gegner Ottos von Northeim erkennbaren
gleichnamigen Person, die auch in der neueren Forschung vielfach vermutet
wird, ist letztlich nicht über den Grad einer gewissen Wahrscheinlichkeit
hinaus mit gesicherten Argumenten beweisbar. Während sich also nicht
zweifelsfrei feststellen läßt, ob die Edelfreien
von Konradsburg
als Anhänger
König HEINRICHS in den Sturz Herzog
Ottos verwickelt waren, steht man, was die Feindschaft zwischen Egeno
von Konradsburg und Graf Adalbert von Ballenstedt betrifft,
auf historisch gesichertem Boden. Adalbert verfügte über Grafenrechte
im Nordthüring- und Schwabengau und war von seiner Besitzstellung
her wohl besonders im östlichen Harzvorland begütert. Sein Tod
von der Hand Egenos darf als markantestes
Ereignis in der Frühgeschichte der Edelfreien
von Konradsburg gewertet werden. Ebenso ist es möglich,
in diesem Geschehen den auffälligsten Anhaltspunkt für eine Parteistellung
dieses Geschlechts auf der Seite HEINRICHS IV.
zu sehen, ist es gestattet, dahinter Besitzauseinandersetzungen rivalisierender
Adliger zu vermuten. Die Gründe welche diese Bluttat veranlaßten,
sind in ihren Einzelheiten nicht klar erkennbar.
oo N.N.
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Kinder:
Burchard der Jüngere
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Literatur:
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Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung
im östlichen Sachsen, Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977
Seite 89,90,92-94 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche
Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 -