Liutold                                            Herzog von Kärnten (1076-1090)
----------                                          Graf von Eppenstein
um 1050-12.5.1090                        Markgraf von Verona
                                                       Vogt von Aquileia

Begraben: St. Lambrecht/Steiermark
 

2. Sohn des Herzogs Markward II. (IV.) von Kärnten aus dem Hause der EPPENSTEINER und der Liutbirg von Plain, Tochter von Graf Liutold II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 2040
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Liutold von Eppenstein, Herzog von Kärnten (1077-1090)
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* um 1040/50, + 12. Mai 1090

Begraben: wohl in St. Lambrecht/Steiermark

Sohn des Markwart von Eppenstein und der Liutbirg

Nach der Wahl Rudolfs von Rheinfelden zum Gegen-König sprach König HEINRICH IV. 1077 dessen Parteigänger Berthold von Zähringen das Herzogtum Kärnten ab und verlieh es an Liutold, den Enkel des 1035 abgesetzten Herzogs Adalbero. Dieser ermöglichte ihm die Rückkehr ins Reich über "die steilen Engpässe Kärntens". Da der König 1077 neben Istrien und Krain auch die Grafschaft Friaul an Patriarch Sigehard von Aquileia vergab und die Kärntner Mark in der Hand der OTAKARE von Steyr verblieb, übernahm Liutold nur ein verkleinertes Herzogtum und die Mark Verona. Gemeinsam mit seinen Brüdern Ulrich und Heinrich konnte Liutold eine starke Position seines Geschlechts im Ostalpenraum aufbauen. Nachdem er in Gegensatz zu Kaiser HEINRICH IV. geraten war, hinterließ er bei seinem "unvorhergesehenen Tod" trotz zweier Ehen keine Kinder.

Literatur:
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A. v. Jaksch, Gesch. Kärntens I, 1928, 195ff. - K.E. Klaar, Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten (Archiv für Vaterländ. Gesch. und Topographie 61, 1966) - C. Fräss-Ehrfeld, Gesch. Kärntens I, 1984, 144f.



GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 113
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17. LIUTOLD
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F. nicht ausdrücklich erwähnt, doch unzweifelhaft ein Sohn von 10; eV.
c 1065 siehe 10
1077 (nach 15/3, dem Tage der Wahl des Gegen-Königs RUDOLF) HEINRICH IV. entsetzt Berthold von Zähringen des Herzogtums Kärnten und überträgt es Liutold "Genuensi" (unerklärt) Casus monast. Petrihus. SS 20, 645
1078 4/5 Verona und 12/5 Vicenza Gerichtsurkunden des Herzogs Liutold (als Markgraf von Verona) Kärnt. UB 3, 177 n 455 f;
+ 1090 12/5 Jahr; Bernoldi Chron. SS 5, 450 Liutoldus dux Carinthiorum inopinata morte preripitur, cum nunperrime contra fas et ius repudiata propria uxore aliam superinduxerat; Tag: St. Lambrecht: Liutoldus dux Necr. 2, 325.
Zweimal kinderlos verheiratet, Namen der Gattinnen unbekannt.



Brandenburg Erich: Tafel 35 Seite 70
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 163. LIUTPOLD, Herzog von Kärnten 1076
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    + 1090



Schwennicke, Detlef: Tafel 24
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"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser"

LIUTOLD
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    + 12. V 1090

1077 HERZOG von KÄRNTEN
1078 MARKGRAF von VERONA

  I oo N.N.

  II oo N.N.



Thiele, Andreas: Tafel 494
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II"

LIUTPOLD
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    + 1090

Liutold folgte 1076 seinem Vater als Herzog von Kärnten, Markgraf von Verona, Vogt von Aquileia, wurde 1086-1090 Markgraf von Steiermark anstelle des für abgesetzt erklärten Markgrafen Otakar, war stets eine treue kaiserliche Stütze und stritt mit Bayern und den Bischöfen von Bamberg.



Goetz Hans-Werner: Band I Seite 266
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"Das Herzogtum im Siegel der salierzeitlichen Geschichtsschreibung" in: Die Salier und das Reich. Gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier.

Auch Berthold von Kärnten verlor sein Herzogtum später wieder zugunsten des königlichen Verwandten Liutold, und auch er schmiedete Rachepläne wegen des Verlusts des ihm zugesagten Herzogtums.

Boshof Egon: Seite 239
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"Die Salier."

HEINRICH IV. hatte sich bei und nach der Rückkehr aus Italien zunächst der östlichen Alpenregion versichert, indem er dem zu ihm übergetretenen Patriarchen Sigehard von Aquileja Friaul, Istrien und Krain übertrug, die Kirche von Brixen privilegierte und nach der Absetzung Bertholds den EPPENSTEINER Liutold zum Herzog von Kärnten erhob. Liutolds Bruder Ulrich setzte er als Abt in St. Gallen ein und bürdete ihm damit die Hauptlast des Kampfes gegen seine südwestlichen Gegner auf.
 
 
 
 
 

  1. oo N.N.
     x         -

  2. oo N.N.
     x         -
 
 
 

Literatur:
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Boshof Egon: Die Salier, Verlag W. Kohlhammer Suttgart Berlin Köln 1987 Seite 239 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 35 Seite 70 - Die Salier und das Reich. Gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier. (Hg.) Stefan Weinfurter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Band I Seite 266 - Klaar, Karl-Engelhard: Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten, Klagenfurt 1966 Seite 107-118 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V., Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band II Seite 195 n. 15/Band III Seite 12,20-21,30,36,42,64, 459,461/Band IV Seite 22,43,119,285,324 n. 113 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 24 - Tangl, Karlmann: Die Grafen, Markgrafen und Herzoge aus dem Hause Eppenstein, Archiv XVI Seite 233,238,245,257,260 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 494 -