Heinrich III.                                   Herzog von Kärnten (1090-1122)
---------------                                   Markgraf von Istrien-Friau und Verona
um 1050-4.12.1122                        Graf von Eppenstein
                                                       Vogt von Aquileia und Moosburg

Begraben: Kloster St-Lambrecht (Steiermark)
 

3. Sohn des Herzogs Markward II. (IV.) von Kärnten aus dem Hause der  EPPENSTEINER und der Liutbirg von Plain, Tochter von Graf Liutold II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Seite 2069
********************
Heinrich III. von Eppenstein, Herzog von Kärnten
-----------------------------------
     + 1122

Begraben: Kloster St-Lambrecht (Steiermark)

Sohn Graf Markwarts IV. und der Liutbirg

  1. oo Beatrix von Dießen

  2. oo Liutkard

  3. oo BABENBERGERIN Sophie

Keine Kinder.

Heinrich III., 1086 Markgraf von Istrien, folgte seinem Bruder Liutolt (+ 1090) als Herzog von Kärnten, Markgraf von Verona und Vogt von Aquileia nach. Gemeinsam mit seinem Bruder Ulrich (seit 1085 Patriarch von Aquileia) zählte Heinrich im Investiturstreit zu den Hauptstützen HEINRICHS IV., wechselte aber 1105 zu HEINRICH V. Das von seinem Vater gegründete Kloster St. Lambrecht stattete der kinderlose Heinrich III. erst 1103 mit reichem Besitz aus. In Kärnten war Heinrich in langwierige Kämpfe mit dem Grafen Engelbert von Spanheim, dem Führer der päpstlichen Partei, verwickelt. Im Streit um Kirchengüter und Zehnte im Kanaltal musste sich Heinrich III. dem Salzburger Erzbischof Konrad I., der seinem Suffragan Hiltebold von Gurk zu Hilfe geeilt war, unterwerfen und ihm nach Androhung von Kirchenstrafen um Verzeihung bitten. Nach Heinrichs Tod - er wurde erst postum, (1130) nach der Burg Eppenstein benannt - fiel sein Besitz in Kärnten an sein Patenkind Heinrich von Spanheim, der ihm als Herzog folgte. Die umfangreichen steierischen Güter gingen an die verwandten OTAKARE von Steyr.

Literatur:
-----------
A. v. Jaksch, Geschichte Kärntens bis 1135, I, 1928 - C. Fräss-Ehrfeld, Gesch. Kärntens, I, 1984.



GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
-------------------------------------------------------------------------------------------------
Wegener Dr. Wilhelm: Seite 113
******************
18. HEINRICH
--------------------

F. u. eV. c 1070 siehe 10
(1080/85) Heinricus Mosapurgensis advocatus nQ 5, 478 n 1650 (der nächste bekannte Vogt ist Burkhard III. von Moosburg siehe da n 7 c 1120, also vielleicht erst ab 1123)
1086 (April) angeblich Markgraf von Istrien siehe 19
(1085/90) der Edle Herrant schenkt der Brixener Kirche Güter bei Brixen und Weinberge bei Bozen, die ihm Heinricus frater ducis Liutoldi gegeben Acta Tirol. 1, 125
1090 Herzog von Kärnten in Nachfolge seines Bruders Liutold, erstmals als solcher erwähnt
(1090) 10/11 Herzog Heinrich Vogt von Aquileja Kärnt. UB 3, 191 f. n 495
(1101/02) Herzog Heinrich verzichtet zugunsten des Markgrafen Burkhard (siehe Moosburg n 5) auf die Vogtei über Aquileja Kärnt. UB 3, 213 f. n 532
1108 29/3 vor Pressburg König HEINRICH V. bestätigt, dass Heinrich von Schaumburg das Gut Ober-Viehbach AG Landshut potestativa donatione Heinrici ducis de Carinthia coram nobis et princibus in proprium suscepit Stumpf 3032
1109 25/3 Lateran Papst Paschalis II. bestätigt das von dem verstorbenen Vater Markwart des Herzogs Heinrich begonnene und vom letzterem vollendete Kloster St. Lambrecht Kärnt. UB 3, 220 n 542
1114 17/1 Mainz ebenso Kaiser HEINRICH V. Kärnt. UB 3, 224 n 550
1116 18/3 Padua Heinrich auch Markgraf von Verona Kärnt. UB 3, 225 n 558
 + 1122 4/12 Aquileja Dom: Heinricus dux et advocatus, qui placitum advocatie fratribus dedit 13. Jh. Kärnt. UB 3, 230 n 571; 1122 St. Lambrecht: Heinricus dux Carinthie fundator huis monasterii Necr. 2, 340

Gemahlinnen:
-----------------

1.) c 1070  Beatrix (Tochter Ottos von Dießen)
+ 24/2 St. Lambrecht: Beatrix fundatrix huis locui Necr. 2, 316; vgl. Andechs n 14 f;
2.) Liutgard, unbekannter Herkunft,
+ 21/7 St. Lambrecht: Liutkart ducissa Necr. 2, 332
3.) Sophie, Tochter des Markgrafen Liutpold II. von Österreich, wiedervermählt mit dem Grafen Sieghard XI. von Schala (+ 1142)
 + 2/5 1154 siehe Sieghardinger n 33; alle drei Ehen kinderlos.



Brandenburg Erich: Tafel 35 Seite 70
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 164 HEINRICH I., Markgraf von Istrien 1086, Herzog von Kärnten 1090
----------------------------
* 1061, + 1122

Gemahlinnen:
----------------
a) LIUTGARD
            + ca. 1105

b) ?BEATRIX

c) SOPHIE, Tochter Markgraf Leopolds II. von der Ostmark
    oo II. Sighard Graf von Schala, + 1154



Schwennicke, Detlef: Tafel 24
*****************
"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser"

HEINRICH III.
---------------------
    + 4. XII 1122

um 1080 Vogt von Moosburg
1093 Herzog von KÄRNTEN und Vogt von Aquitanien

  I oo um 1070
         BEATRIX VON DIESSEN
                   + 24.II ...

Tochter von Graf Otto I.

  II oo LIUTGARD
                   + 21. VII ...

  III oo SOPHIE VON ÖSTERREICH
                      + 2.V 1154

Tochter von Markgraf Leopold II.
(oo II um 1123 Siegfried XI. Graf von Burghausen und Schala + 19. IV 1142)



Thiele, Andreas: Tafel 494
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II"

HEINRICH III.
---------------------
    + 1122

1076 Markgraf von Istrien-Friaul, Vogt von Moosburg, 1090 Herzog von Kärnten und Markgraf von Verona

Heinrich III. folgte seinem Bruder Liutold als Herzog von Kärnten. Er musste nach jahrelangen Auseinandersetzungen die Bamberger Lehen doch wieder zurückgeben, geriet auch schroff gegen die päpstlichen Erzbischöfe von Salzburg und Bischöfe von Gurk, war zeitweise gebannt, musste sich zuletzt völlig unterwerfen und verlor so wichtige Lehen und Rechtspositionen. Er ging im Thronkrieg 1105 zu Kaiser HEINRICH V. über, zog mit ihm 1108 gegen die Ungarn und 1110/11 zur Kaiserkrönung nach Italien. Er war der letzte in Kärnten regierende EPPENSTEINER.

  1. oo BEATRIX VON DIESSEN

Tochter des Grafen Otto I. von Wasserburg

  2. oo SOFIE VON ÖSTERREICH

Tochter des Markgrafen Leopold II. des Schönen von Österreich



Tangl Dr. Karlmann: Seite 238
*****************
"Die Grafen, Markgrafen und Herzoge aus dem Hause Eppenstein"

Diese Rücksicht mochte HEINRICH IV. daher bestimmt haben, die Mark Istrien seinem Anverwandten Heinrich, dem Bruder des Kärntener Herzogs Luitold zu verleihen. Diese wichtige Nachricht verdanken wir dem Mönch Burkhard. In der Urkunde vom Jahre 1093, worin Kaiser HEINRICHdie Mark Krain dem Patriarchen Ulrich schenkte, findet sich keine Angabe darüber, wer sie von 1077 bis 1093 besessen habe. Man könnte vermuten, dass es eben derselbe Heinrich, Luitolds Bruder, dem die Mark Istrien verleihen worden war, gewesen sein dürfte, und dass er hiermit die beiden Marken Istrien und Krain vereint besessen hat.

Lechner Karl: Seite 110,137,179,348 A 75
***********
"Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246"

Zu seinem Nachfolger in Kärnten ernannte König HEINRICH Liutpold, wieder einen EPPENSTEINER, den Enkel des 1035 abgesetzten Adalbero. Dieser regierte bis 1090 und gehörte zu den getreuesten Parteigängern HEINRICHS IV. Auf Liutpold folgte sein Bruder Heinrich, der letzte EPPENSTEINER (+ 1122).
Sein gleichnamiger Sohn Sighard II. von Burghausen-Schala heiratete nach 1122 eine Schwester Markgraf Liutpolds, Sophie, die Witwe des letzten EPPENSTEINERS Heinrich, Herzogs von Kärnten.
Das anderer Kloster, St. Lambrecht, stifteten die EPPENSTEINER zwischen 1096 und 1103, dotiert wurde es von Herzog Heinrich III. von Kärnten.
Bei der Mehrzahl steckt ein wahrer Kern im Bericht, mit Ausnahme der angeblich schon früher in babenbergischem Besitz gewesenen Aussteuer-Güter, doch vieles ist überspitz, manches erfunden [75 MGH DChr III/2, 716 (geschrieben 1240/45); BUB IV/1, Nr. 583. Es handelt sich hier um die beiden jüngsten Schwestern Liutpolds III.; die älteste, Elisabeth, wurde schon um 1090 mit Markgraf Otakar der karantanischen Mark (Steiermark) verheiratet. Dazu kommt, daß Sophie in erster Ehe mit Herzog Heinrich von Kärnten verheiratet war, der 1122 starb. Die zweite Ehe Sophies mit Graf Sighard von Schala kann also frühestens 1123 geschlossen sein.].
 
 
 
 

    1075
  1. oo Beatrix von Diessen, Tochter des Grafen Otto I.
      x          -24.2. um 1096
 

  2. oo Liutgard
     x          -21.7.
 

    1103
  3. oo 1. Sophia von Österreich, Tochter des Markgrafen Leopold II.
     x        um 1085-2.5.1154
 

        2. oo Sighard XI. Graf von Burghausen und Schala
                       -19.4.1142
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 35 Seite 70 - Die Salier und das Reich. Gesellschaftlicher und ideengeschichtlicher Wandel im Reich der Salier. (Hg.) Stefan Weinfurter. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1991 Band I Seite 232 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 57,121,124 - Klaar, Karl-Engelhard: Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten, Klagenfurt 1966 Seite 107-135 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien Köln Weimar 1992, Seite 110,137,179,348 A 75 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V., Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 Band IV Seite 285, 389,479/Band V Seite 7 n.10,11,136/Band VI Seite 84,86 n.23,144,169 n. 66,181,286 n. 1,287,358/ Band VII Seite 1,4,56 n. 76,180,224,225 n. 43 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 24 - Tangl, Karlmann: Die Grafen, Markgrafen und Herzoge aus dem Hause Eppenstein,  Archiv XV - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 494 -