Adalbero                                         Herzog von Kärnten (1011-1035)
------------                                        Markgraf der Kärntener Mark
um 980-9. oder 28.11.1039             Graf von Eppenstein
             Ebersberg                            Graf im Ennstal

Begraben: Geisenfeld/Ilm
 

Ältester Sohn des Markgrafen Markward III. von Eppenstein und der Hadmud von Ebersberg, Tochter von Graf Adalbero
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Seite 92
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Adalbero von Eppenstein
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     + 1039

Verheiratet mit Beatrix, einer Tochter Herzog Hermanns II. von Schwaben und durch sie mit Kaiser KONRAD II. verschwägert, besaß Adalbero wie sein Vater Markward die Kärntner Mark, die Grafschaft Görz und Schutzvogtei über das Patriarchat Aquileia. Von Kaiser HEINRICH II. wurde er mit dem Herzogtum Kärnten und der Mark Verona belehnt. 1019 kämpfte Adalbero gegen KONRAD, vermutlich um das Erbe beider Gemahlinnen. Zwischen 1027 und 1028 gehörte Adalbero zur engeren Umgebung des Kaisers, der jedoch 1035 Adalberos Absetzung wahrscheinlich wegen dessen selbständiger Politik gegenüber mehreren Adligen im ostbayerischen Raum und gegenüber Ungarn verfügte.Adalberos gleichnamiger Sohn war seit 1053 Bischof von Würzburg [Richtig: Bischof von Bamberg]. Sein zweiter Sohn Markward nutzte den Kärntner Eigenbesitz der Familie; dessen Sohn Liutold erhielt 1077 von Kaiser HEINRICH IV. das Herzogtum Kärnten als Lehen zurück.

Literatur:
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NBI I, 40 - U. Wahnschaffe, Das Hzt. Kärnten und seine Marken im 11. Jh. [Diss. Leipzig 1878] - A. Jaksch, Gesch. Kärntens bis 1335, I, 1928 - K. E. Klaar, Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten [Diss. Freiburg 1966] - L. Heidrich, Die Absetzung Hzg. A.s v. Kärnten durch Ks. Konrad II., 1035, Hjb 91, 1971, 70-94.



Neue Deutsche Biographie: Band 1 1953
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Adalbero Herzog von Kärnten (1012-1035)
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    + 28.11.1039 Ebersberg, begraben Geisenfeld/Ilm.

Vater:
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Markwart III. von Eppenstein, Markgraf der Karantanischen Mark

Mutter:
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Hadmud von Ebersberg

oo Beatrix von Schwaben

Söhne:
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Markwart IV.
Adalbero Bischof von Bamberg

Tochter:
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Wilbirg oo Markgraf Ottokar I. aus dem Hause der TRAUNGAUER

Adalbero war bereits im Jahre 1000 als Nachfolger seines Vaters, Markwarts III., Markgraf der Karantanischen Mark und wurde Anfang 1012 von HEINRICH II. unter Umgehung der Ansprüche des SALIERS Konrad der Jüngere zum Herzog von Kärnten erhoben. Seither stand er dem salischen Haus feindlich gegenüber. 1019 erlitt er bei Ulm eine Niederlage gegen Konrad den Jüngeren, der von seinem Vetter, dem späteren Kaiser KONRAD II., unterstützt wurde. Der Wahl KONRADSzum König scheint er ferngeblieben zu sein. Dann besserte sich das Verhältnis zu den SALIERN vorübergehend. 1027 fungierte er auf der Synode zu Frankfurt als Schwertträger des Kaisers. Sein Aufenthalt am Hofe ist mehrfach urkundlich belegt. Jedoch im Mai 1035 erwirkte der Kaiser aus nicht näher bekanntem Anlass gegen den Widerstand HEINRICHS III. und des Bischofs Egilbert von Freising die Absetzung und Verbannung Adalberos durch Spruch des Fürstengerichts. Kärnten kam an Konrad den Jüngeren, die Karantanische Mark an Arnold von Lambach. Adalberos Versuch, Kärnten mit kroatischer Hilfe zurückzuerobern, scheiterte; er musste sich nach Ebersberg, dem Stammsitz des Hauses seiner Mutter zurückziehen. Sein reiches Allodialgut verblieb seinem Sohne Markwart und bildete den Grundstock für den Wiederaufstieg der EPPENSTEINER.

Literatur:
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ADB I; U. Wahnschaffe, Das Herzogtum Kärnten und seine Marken im 11. Jh., 1878; H. Breßlau, Jbb d. dt. Reichs unter Konrad II., 2 Bde., 1879-1884; W. von. Giesebrecht, Geschichte der dt. Kaiserzeit 2, 1885, S. 712; A. v. Jaksch, Geschichte Kärntens I, 1928, S. 163 ff.; H. Pirchegger, Geschichte der Steiermark bis 1282, 1936, S. 126 ff.



Klauser, Heinrich: Seite 13
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"Lexikon deutscher Herrscher und Fürstenhäuser"

ADALBERO VON EPPENESTEIN, Herzog von Kärnten
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* um 980, + 9.11.1039

Wurde 1012 mit dem Herzogtum Kärnten belehnt. Adalbero geriet später in politischen Gegensatz zu den SALIERN und mußte 1035 nach einem mißglückten Aufstand gegen Kaiser HEINRICH II. [Richtig: Kaiser KONRAD II.] auf seine Ämter und Lehensgüter verzichten. Er starb in der Verbannung.



Schwennicke, Detlef: Tafel 24
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"Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser"

ADALBERO I.
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    + 28. XI 1039

1000 Markgraf der KÄRTNER MARK
1012 Herzog von Kärnten
1035 abgesetzt

  oo BEATRIX VON SCHWABEN  1025

Tochter von Herzog Hermann II.



GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 110
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6. ADALBERO I.
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F. nicht erwähnt, doch ist klar, dass er nach seinem mütterlichen Großvater Adalbero benannt und Sohn von 3 war; e.V.
1000 13/4 Quedlinburg Kaiser OTTO III. schenkt auf Verwendung des Herzogs Heinrich IV. von Bayern dem Markgrafen (der Kärntner Mark) Adalbero, die sich dieser nach Belieben aussuchen kann DD 2, 785 n 355
1006 7/12 Merseburg König HEINRICH II. schenkt dem Erzbischof Hartwig von Salzburg das Gut Admont in der Grafschaft des Grafen Adalbero im Ennstal DD 3, 149 n 123
1007 10/5 Bamberg die Güter Nieder-Wölz und Lind (an der Mur bei Scheifling, Obersteiermark) liegen in Kärnten in der Grafschaft des Adalbero DD 3, 163 f. n 137
1012 Counradus dux Carantani filius Ottonis ducis ... obiit et privato filio eius puero Chounrado Adalbero ducatum accepit Herimanni Augiensis Chron SS 5, 119
1013 5/5 bei Verona Gerichtsurkunde des Herzogs Adalbero als Markgrafen von Verona Kärnt. UB 3, 97 n 224
1019 Ulm Counradus adolescens filius Counradi quondam ducis Carentani auxiliante patruele suo Counrado poatea imperatore Adalberonemtunc ducem Carentani apud Ulmam pugna victum fugavit Herimanni Aug. Chron. SS 5, 119
c 1020 (1017/27) Verzeichnis von Tegernsee entfremdeten Gütern und ihrer derzeitigen Inhaber, darunter Adalpero dux: Unholzing AG Landhut und (Dürren-)Hettenbach AG Mallersdorf Archival. Zs. nF 20 (1914), 88 ff;
1035 Juni Bamberg Kaiser KONRAD II. erkennt den Herzog Adalbero von Kärnten des Hochverrats für schuldig, entzieht ihm das Herzogtum und verurteilt ihn und seine Söhne zur Verbannung Wipo ed. Breßlau 53
1036 (Anfang) iisdem diebus icem Adalbero Willehelmum comitem interfecit et postea in castellum Eresburgh causa latendi confugit Annales Hildesheim. SS 3, 100;
IV. 1039 (nach 4/6 Tod KONRADS II.) Adalpero dux Carintanorum fuga est clapsus de exilio, vita decessit Annal. Altah. maiores Schulausgabe 23
+ 1039 28, 29/11 Freising Dom 11. Jh. 28/11Adalpero dux Necr. 3, 84; Bamberg Dom: 29/11 12. Jh. Albero dux de quo dantur ... Schweitzer 300.

Gemahlin:
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durch sie muss die Verwandtschaft von 10 (siehe da zu 1072 25/12) mit dem salischen Hause begründet worden sein, durch die 6 das Herzogtum Kärnten erlangte. Sie muss eine Tochter des Herzogs Hermann II. von Schwaben und Schwester der Kaiserin Gisela gewesen sein; ihr Name war Beatrix:1025 12/5 Bamberg König KONRAD II. schenkt cuidam matrone Beatrici Königshufen in Aflenz (Obersteiermark) vgl. 10 zu c 1065 DD 4, 36 f. n 34.



Brandenburg Erich: Tafel 3 Seite 7
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

IX. ?17 BEATRIX
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* ..., + nach 1025 12. V.

Gemahl:
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ADALBERO VON EPPENSTEIN, Herzog von Kärnten abgesetzt 1035
          + 1039 28. XI.



Thiele, Andreas: Tafel 493
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II"

ADALBERT I.
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    + 1039

Markgraf der Kärntner Mark, Graf im Ennstal

Adalbert war eine treue Stütze des Kaisers HEINRICH II., in dessen besonderer Gunst er stand. Er zog 1004 mit nach Italien und wurde nach dem Tode des Herzogs Konrad I. unter Umgehung von dessen Sohn zum Herzog von Kärnten, Markgraf von Verona mit Friaul/Krain und Trient ernannt. Da der EPPENSTEINER über eine bedeutende Machtposition im Lande verfügte, brachte er gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Verwaltung des Herzogtums mit. Er scheiterte 1012 mit seinen Ansprüchen in Schwaben, was später zum großen Gegensatz zum kaiserlichen Schwager KONRAD II. führte. Als er 1019, vermutlich nach dem Tode seiner Schwiegermutter Gerberga, Ansprüche auf das schwäbische Erbe erhob, wurde er von Konrad dem Ältreren und dessen Vetter Konrad dem Jüngeren bei Ulm besiegt und endgültig aus Schwaben vertrieben. 1012 wurde Krain, 1025 die Windische Mark an der Sann ausgegliedert. 1025 wurde das erste Kloster in Kärnten St. Georgen/Längsee gegründet und Adalbero wurde dessen erster Vogt. Er blieb trotz formeller Aussöhnung erbitterter Gegner Kaiser KONRADS II. und verlor durch ihn an die in Kärnten sehr begüterten Bischöfe wichtige Positionen (unter anderem die Kontrolle über die wichtigsten Alpenpässe). Er rebellierte 1035 offen und wurde im Mai 1035 trotz Fürsprache des Kaiser-Sohnes HEINRICH auf der Bamberger Reichsversammlung in einem undurchsichtigen Prozess des Hochverrats angeklagt, des Herzogtums entsetzt und zusammen mit seinen Söhnen in die Verbannung geschickt. Er ermordete 1036 den kaiserlichen Parteigänger Markgraf Wilhelm an der Sann (Haus PLAIN), scheiterte 1038/39 mit Rückeroberungsversuchen, während Kaiser KONRAD II.in Italien weilte und starb als Geächteter.

  oo BEATRIX VON SCHWABEN
                +

Tochter des Herzogs Hermann II.; Schwester der Kaiserin Gisela



Annalen von Hildesheim:
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Das Jahr 1036.

In der 4. Indiction, 1036, feierte der Kaiser mit einer sehr großen Zahl seiner Fürsten Weihnachten prächtig zu Argentina, die Reinigung aber der heiligen Maria brachte er zu Augustburg zu, wo er auch eine öffentliche Zusammenkunft mit allen Großen der umliegenden Gebiete abhielt, auf welcher  er seinem Vetter Chuonrad das Herzogthum der Carentiner überließ. Adälbero, welcher des Hochverrats angeklagt war,  hatte er im vorigen Jahre entsetzt. In denselben Tagen tödtete derselbe Adälbero den Grafen Willehelm und floh dann, um verborgen zu bleiben, in die Burg Eresburg.
 
 
 
 

 1019
  oo Beatrix von Schwaben, Tochter des Herzogs Hermann II.
       ca. 990/1000-12.5. nach 1025
 
 
 
 

Kinder:

  Markward II. Herzog von Kärnten
  1020-16.4.1076

  Adalbero Bischof von Bamberg (1053-1057)
  um 1021-14.2.1057

  Willibirg
        -21./25.1.

 1045/50
  oo Otakar I. Markgraf der Kärntner Mark
            -29.3.1075

  Tochter
        -

  oo Kuno II. Welf Graf im Sualagau
             -

oder

  oo Otto I. Graf von Dießen
             -17.1.
 
 
 
 

Literatur:
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Annalen von Hildesheim a 1036 - Beumann, Helmut: Die Ottonen, Verlag W. Kohlhammer, 1991 Seite 169 - Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 26,29,41,52, 61,66,93,171,199 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 3 Seite 7 - Bresslau, Harry: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II. 3 Bände Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1879 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I, Seite 31-36,44,230,232,235,239,255,258,539/ Band III Seite 304,312,318,497 - Erkens, Franz-Reiner: Konrad II. Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers. Verlag Friedrich Puset Regensburg 1998, Seite 28,36,63,91,122,133,136,144,160- Giesebrecht Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit. Band 1- Band 6, Mundus Verlag 2000 - Heidrich, Ingrid: Die Absetzung Herzog Adalberos von Kärnten durch Kaiser Konrad II. 1035, in Historischer Jahrbuch Band 91 (1971) Seite 70-94 - Hirsch, Siegfried: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich II. 1. bis 3. Band, Verlag von Duncker & Humblot Berlin 1864 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um „Kuno von Öhningen“, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 51,57,124,169 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 418,436 - Keller Hagen: Ottonische Königsherrschaft. Organisation und Legitimation königlicher Macht. Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2002 Seite 46,211 A 57,220 A 43 - Klaar, Karl-Engelhard: Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten, Klagenfurt 1966 - Klauser, Heinrich: Lexikon deutscher Herrscher und Fürstenhäuser, Kiesel Verlag Salzburg 1982 Seite 13 - Körntgen, Ludger: Ottonen und Salier. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2002 Seite 58,66 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 66, 69,81,110,176,323 A 49,50 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 83,93,98,123,172,233 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 91,97,102,112,117 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 176,183,188 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 24 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs- und Grafenhäuser II, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 494 - Trillmich Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa Union Verlag Bonn 1991 Seite 169,308,310 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 104,113 - Wipos Leben Konrads II. - Wolfram, Herwig: Konrad II. 990-1039. Kaiser dreier Reiche. C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 2000 Seite 43-352 -