Hermann Grote "Stammtafeln Europäische Herrscher- und Fürstenhäuser"
Seite 86
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 82
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Hohenlohe
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Fränkisches Adelsgeschlecht
Erstmals 1153 nach dem Ansitz Weikersheim genannt, 1178 im Besitz der namengebenden Burg Hohlach bei Uffenheim, welche die Handelsstraße Augsburg-Frankfurt kontrollierte. Aufgestiegen in staufischem Gefolge, erwarben die HOHENLOHE 1232/35 Langenburg , um 1250 Öhringen (Grablege), später auch Waldenburg, Möckmühl (1445 an Kurpfalz verkauft) und Neuenstein. Trotz mächtiger Nachbarn (Würzburg, Anbach), mehrfacher Erbteilungen und Schenkungen besonders an den Deutschen Orden, beherrschten die HOHENLOHE am Ausgang des Mittelalters ein ansehnliches Territorium (Erbeinung von 1511). Sie verfügten besonders im 13. Jh. über eine bemerkenswerte Position in der Reichskirche (2 Hochmeister des Deutschen Ordens, je ein Bischof in Bamberg und Würzburg, fränkisches Domkapitel).
Quellen:
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H.isches UB, hg. K. Weller-Ch. Belschner, 3 Bde, 1899-1912.
Bibliographie:
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Frk. Bibliogr. II/1, hg. G. Pfeiffer, 1969, Nr. 21781-2023.
Literatur:
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LDG 548f. - NDB IX, 484-486 - K. Weller, Gesch. des Hauses H., 2 Teile,
1903/08 - W. Engel, Würzburg und H., 1949 - F. Ulshöfer, Die
H.ische Hausverträge und Erbteilungen [Diss. Tübingen, 1960]
- H. Prinz zu H.-Schillingfürst-F.K. Erbprinz zu H.-Waldenburg, H.
Bilder aus der Gesch. von Haus und Land, 1965.
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Paul Friedrich Stälin: Seite 430-432
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"Geschichte Württembergs"
Die noch heutzutage als fürstliches Haus blühenden Herren
von HOHENLOHE treten seit der Mitte des 12. Jahrhunderts (um 1153) mit
den Gebrüdern Konrad und Heinrich von WEIKERSHEIM in der Geschichte
auf. Der erstere ist insbesondere aus Urkunden Kaiser FRIEDRICHS I. bekannt,
der zweite nannte sich im Jahre 1182 auch von HOHENLOHE (das heißt
hoher Wald, Hochwald) ein Name, welcher von der dereinst bei dem heutigen
Dorfe Hohlach gelegenen Burg dieses Namens herrührt und die Bezeichnung
des Geschlechtes von der Feste Weikersheim ganz verdrängt hat. Heinrichs
Söhne, Albert und Heinrich, kommen am Hofe Kaiser HEINRICHS VI. und
OTTOS IV. vor; ersterer wird schon vor seinem Vater im Jahre 1178 von HOHENLOHE
genannt und beteiligte sich an Kaiser FRIEDRICHS I. Kreuzzuge, letzterer
hinterließ mehrere Söhne, welche das Haus zu besonderer Bedeutung
erhoben.
Der älteste von ihnen, Gottfried (+ 1254 oder 1255) erscheint
bei Kaiser FRIEDRICH II., vorzugsweise wiederholt in Italien, dann zeitweise
in Deutschland bei dessen Sohne König HEINRICH (VII.), mit welchem
er übrigens aus nicht näher bekannten Gründen zerfiel. Zur
Belohnung für seine Verdienste wurde er wie sein alsbald zu nennender
Bruder vom Kaiser mit der Grafschaft Romagna, dem nordöstlichsten
Teil des späteren Kirchenstaates, belehnt (1235), weilte jedoch auch
noch später meistens in Deutschland bei König KONRAD IV., welcher
von ihm rühmt, dass er ihm selbst von zarter Kindheit an wie ein Nährvater
zur Seite gestanden sei. Er wurde Mitglied vom dem geheimen Rate KONRADS
und kämpfte für letzteren im Jahre 1246 in der Schlacht bei Frankfurt.
Als Dichter behandelte er den bretonischen Sagenkreis von Artus und seiner
Tafelrunde nach seinem ganzen Umfange. Der 2. Bruder, Konrad (nach 1249
nicht mehr erwähnt), welcher auf die Feste Brauneck abgeteilt wurde
und sich seit den 1240 er Jahren nach derselben nannte, war gleichfalls
besonders in Italien für Kaiser FRIEDRICH II. tätig, begleitete
denselben aber auch auf seinem Kreuzzuge, bei welchem Anlaß ihn FRIEDRICH
im April 1229 zu Akkon gegen 6.000 Byzantiner jährlich aus den Einkünften
genannter Stadt zum Vasallen des Königreichs Jerusalem annahm. Allein
mit dem Kaiser nach Europa zurückgekehrt wurde er von letzteren, der
ihn wegen seiner Verdienste hoch schätzte, im Dezember 1229 für
sich und seine Erben mit der neapolitanischen Grafschaft MOLISE am Volturno
belehnt und führte bald darauf auch den Namen eines Grafen der Romagna
(1230). Weiterhin kommt er im Gefolge der Könige HEINRICH (VII.) und
KONRAD IV. vor und ist vielleicht der "von BRAUNECKE", dessen Namen unter
den Dichtern des 13. Jahrhunderts glänzt. Wie es scheint, hatten die
Brüder keine Lust, dauernd in Italien zu verweilen, und so ließen
sie seit dem Jahre 1236 die auf dieses Land bezüglichen Grafentitel
wieder fallen. Im Jahre 1232 gründeten sie gemeinsam das Kloster Frauental
und wurden in der Folge die Stifter der noch blühenden Hohenloher
und der im 14. Jahrhundert erloschenen BRAUNECKER Linie des Hauses. - 3
jüngere Brüder, Andreas, Heinrich und Friedrich, traten im Jahre
1219 in den Deutschorden und legten durch ihre bedeutenden Vergabungen
den Grund zu dessen Kommende in Mergentheim. Heinrich insbesondere (+ 1249)
wurde im Jahre 1232 (wenn nicht schon 1231) Deutschmeister, im Jahre 1244
Hochmeister des Ordens, erhielt als solcher im Jahre 1245 von Kaiser FRIEDRICH
II. die Länder Kurland, Litauen und Semgallen mit aller Landeshoheit
verliehen, war im Sommer dieses Jahres einer der kaiserlichen Gesandten
zum Lyoner Konzil und besuchte zuerst unter sämtlichen Hochmeistern
das neuerworbene Ordensland Preußen.
Die Herren von HOHENLOHE nannten sich zwar an sich und allgemein bis
in die Mitte des 15. Jahrhunderts nie Grafen, übten jedoch in ihren
Bezirken ohne Zweifel insbesondere in dem im 11. und 12. Jahrhundert einigemale
Grafschaft Mergentheim genannten Gebiete, die Rechte, welche sonst den
Grafen zustanden. Nur erhielten sie den Grafenbann - im Würzburger
Sprengel sind überhaupt wegen der Rechte des Hochstiftes Grafennamen
nicht häufig - wohl nicht unmittelbar vom Könige, sondern durch
Vermittlung des Würzburger Bischofs. Die ursprünglichen, wie
es scheint, bereits nicht unbedeutenden Besitzungen des Hauses lagen vorzugsweise
im Oberamte Mergentheim (besonders die Burgen Weikersheim, Brauneck und
Mergentheim selbst) und den benachbarten zwei bayerischen Landgerichten
Uffenheim (Burg Hohenlohe) und Röttingen. Zu denselben erhielt Gottfried
von HOHENLOHE, dessen Mutter vermutungsweise der LANGENBURGISCHEN Familie
zugeteilt wird, um das Jahr 1234 Schloß Langenburg mit zugehörigen
Dörfern, würzburgisches Lehen, und im Jahre 1253 war er auch
in Waldenburg angesessen und im festen Besitze der Vogtei über Stadt
und Stift Öhringen. Viele Güter flossen übrigens dem Deutschorden,
einiges auch dem Kloster Frauental zu.
Das HOHENLOHESCHE Stammwappen bilden zwei übereinanderstehende
(schwarze) Leoparden (in Silber).