CLXXIV. WIFRED (III.)
Die Gräfin Liutkarda, die
Witwe des 921 gefallenen Pfalzgrafen
Odelrich [1
Die Ehe Liutkardas mit Odelrich ergibt sich aus der Urkunde
eines
Vvifredus
comes b. m. Olerici comite palacii filius, qui professo sum
ex nacione mea lege vivere Alamanorum, welcher am 18. Januar 963
Besitzungen in comitatu Parmensis in
fundo loco ubi dicitur Cornitulo
... una cum prato uno, qui dicitur Cluso, sicul ad me vel ad
suprascriptis quondam Olerici
ei Letgardi genitor et
genitrice mea
fuerunt possessis, an die Parmenser Kirche schenkt, das
heißt genau
dieselben Besitzungen der Parmenser Kirche neu übergibt, die
Leigarda
cometipsa bone memorie Vuifredi comitis filia, que professa sum
ex
nacionens mea legem Gumbada vivere, bereits im
Mai 953 schenkte (DREI,
Le carte Parmensi I Seite 196, nr. 64 und Seite 184, nr. 58). Zu diesem
jüngeren Grafen Wifred (IV.) vgl. auch noch CdL Seite 1212,
nr. 697
und MG
DD Otto I. Seite 365, nr. 256.] und Frau (Witwe?) des ins Kloster Breme eingetretenen
Pfalzgrafen Samson [2 Die Ehe Samsons mit Liutkarda ergibt sich aus der
in Anm. 4 zitierten Urkunde.], nannte sich in
ihrer letzten uns noch erhaltenen
Urkunde aus dem Mai 953 bone memorie Vuifredi comitis filia, que
professa sum ex nacionem mea legem Gumbada
vivere [3
DREI, Le carte Parmensi I Seite 184, nr. 58.]. -
Über den
hier
genannten Grafen Wifred ist
weiter nichts bekannt. Man wird ihn aber
trotzdem - sofern der Urkundenschreiber nicht der Vorstellung verfallen
war, daß der Vater der Witwe
(?) zweier so angesehener
Pfalzgrafen
selbstverständlich auch Graf gewesen sein müsse, der
Grafentitel
Wifreds also nicht nur eine
persönliche Zutat des
Urkundenschreibers
war [4
Das ist eine Möglichkeit, die dadurch gestützt werden
könnte, daß
sich Liutkarda in der mit ihrem 2. Gemahl Samson ausgestellten
Urkunde
vom 19. November 929 nur Liutkarda filia condam Uuifredi qui
professa
sum ex nacione mea lege vivere Gumbada,
sei nunc modo pro ipso viro meo
lege vivere videor naliham, nennt; (BOLLEA, Voghera, BSSS 46
Seite 1, nr.
1).] - unter die Grafen Italiens, nicht Burgunds,
woher Liutkarda ja
zur ersten Ehe geholt worden sein könnte, einreihen müssen,
denn
Liutkarda schenkt mit ihrer
Urkunde der Kirche von Parma nur solche
Besitzungen in comitatum Parmensis
in fundo loco ubi dicitur Cornitulo
. . . - sicut ad me vel ad suprascriptus Vuifredus, qui fuit genitor
meus, fuerunt possessis et defensatis.
Da Wifred nach diesen Angaben
burgundischer Abstammung gewesen ist,
darf er keinesfalls mit dem in den ersten Jahrzehnten des 10.
Jahrhunderts in Piacenza nachweisbaren Grafen
Wifred II. identifiziert
werden, denn dieser gehörte der
Familie der SUPPONIDEN an und
bekannte
öfters, nach salfränkischem Recht zu leben [5 Eine
Identifizierung wird erst dann vorgenommen werden können,
wenn
das Problem des Rechtswechsels einmal eingehend untersucht ist und
andere Beweise für Wechsel in der Rechtsprofession in dieser Zeit
beigebracht werden können. - Bestand über Wifreds III. Mutter
Verwandtschaft zu Wifred I.?].