CLXVI.    WARADUS


tritt als Graf von Verona und als Nachfolger des comes Hucpaldus hervor. - Am 11. März 827 wird zu S. Laurenzio im Walde Ostiglia in der Nähe des Po ein Streit zwischen dem Kloster Nonantola und Raginpertus scavino et advocato Vuaradi comiti de Verona, der schon 7 Jahre zuvor unter dem Veroneser Grafen Hucpald begonnen hatte, aber damals nur zu einem vorläufigen Ende geführt worden zu sein scheint, mit der Investitur des Klosters in seinen Anteil und mit der Festlegung der Grenzen im umstrittenen Gebiet bereinigt [1
MANARESI, I placiti, Seite 566, nr. 2 (= FAINELLI, Cod. dipl. Veronese Seite 172, nr. 128 und CdL Seite 195, nr. 108). Umdatiert auf 22. März 827 von C. SANTORO, Rettifiche Seite 233.]. Am 15. Januar 833 mußte aber Kaiser LOTHAR I. in einen neuen Streit um den Wald Ostiglia, der schon in Peschiera am Gardasee vor kaiserlichen Missi erfolglos verhandelt worden war, eingreifen. Der Besitzstreit bestand diesmal zwischen Abt und Vogt des Veroneser S. Zenoklosters einerseits, die bei Bischof Ratald eine feste Stütze fanden, und Ragileusus et Rugipertus advocati Goradi comitis andererseits. Die Vertreter des Veroneser Klosters hatten schon vor den Missi vorgetragen, quod pars prefati Goradi silvam qui dicitur Hostilia et pascua pertinentem ex iure sancti Zenonis suo iure occupasset inlicite et contra legem. Durch Vorlage von Bestätigungsurkunden der früheren Herrscher wurde der Klosteranspruch erhärtet, so daß auch das Urteil zu dessen Gunsten ausfiel [2 MANARESI, I placiti Seite 128, nr. 41 (= FAINELLI, a.a.O. Seite 194, nr. 143).].
Bei einer Bestimmung der Grenzen zwischen den Comitaten von Monselice und Verona wird eine Grenzlinie über verschiedene genannte Orte geführt usque in fines inter Uicentinos et Montessilicos et Ueronensium, ubi Uuarath comes et Alberich placitum habuerunt. So sehen wir in dieser undatierten Urkunde noch einmal Waradus genannt [3
FAINELLI, a.a.O. Seite 219, nr. 156 (= GLORIA, Padua I Seite 18, nr. 9). - FAINELLI und GLORIA setzen diese Urkunde zu den Jahren 840-853. Gründe hierfür werden nicht angegeben.]. 840 fungiert bereits ein Walpert als Graf in Verona, so daß Waradus damals schon verstorben gewesen sein dürfte.
Über das Herkommen Warads sagen unsere allzu kargen Quellen nichts. Daß er vielleicht mit dem 782 am Süntel gefallenen Pfalzgrafen Woradus verwandt war, kann nur vermutet werden [4
Zu Pfalzgraf Worad vgl. BM² nr. 247,256,261 und H.E. MEYER, Die
Pfalzgrafen der Merowinger und Karolinger Seite 459. G. TELLENBACH, Der großfränkische Adel und die Regierung Italiens Seite 64 vermutet eine Identität des Veroneser Grafen Warad mit dem in einer kaiserlichen Bestätigungsurkunde für dar Kloster Schwarzach genannten Worad, einem Bruder des Grafen Erchranges vom Breisgau.
].