CLXIV. WALPERT
Nur eine äußerst spärliche Nachricht haben wir
über den Grafen Walpert
(von Verona). Eine
Veroneser Urkunde vom 17. März 840 beinhaltet
einen Gütertausch inter Uualperto comite filio bone memorie
Cuniberto de
Sancto Iusto et inter Lupone filio bone
memorie Agiprandi [1
FAINELLI, Cod. dipl. Veronese Seite 222, nr. 159.].
Walpert gibt
zwei Ackergrundstücke in
finibus ueronensium locus ubi dicitur
Gudosiolo und erhält dafür drei Äckcr in finibus ueronensium
in
Gusselingus (= Bussolengo).
Bei dieser Quellenknappheit kann man einen Schluß auf das
Herkommen
Graf Walports nur aus dem
Umstand ziehen, daß die Tauschurkunde
auch von einem
Sigimundo alemanno vasallus Uualperto comiti testis
mitunterzeichnet wird. Da es dem damaligen Rechtsbrauch entsprach,
Zeugen des
gleichen Rechtsbekenntnisses zum Rechtsakt hinzuzuziehen und der
Alemanne Sigimund durch sein Vasallenverhältnis sowieso
schon in
enger
Bindung zu Walpert steht,
wird man die alemannische oder nordalpine
Seite bei diesem Rechtsvorgang in Walpert,
nicht in Lupus, Sohn
Agiprands, vertreten sehen
dürfen [2
Auch ist die Namensendung -prand in der ersten Hälfte des 9.
Jahrhunderts bei Franken usw. noch nicht gängig.].
Und so wird auch Walpert als
ein
mit Alemannien in Beziehung stehender [3
Vgl. dazu auch den Eintrag im Verbrüderungsbuch von St. Gallen
(MG Libri confrat. Seite 25, col. 44): Chunipreht com.,
Waldpreht
filius, et Himildrud, Liutharta, Hugibret, der
der ersten Hälfte
des 9.
Jahrhunderts angehört. Im Verbrüderungsbuch der Reichenau (MG
Libri
confrat. Seite 165, col. 36) findet sich von einer Hand: Waldpret,
Ratoldus eps.,
was wiederum unseren Grafen
und Bischof Ratald von
Verona bezeichnen könnte. Vgl. auch K. SCHMID, Kloster
Hirsau Seite
34 und
Seite 85.] nordalpiner Zuwanderer anzusehen
sein.