CLXII. WALDERICUS,
der gastaldius
et vicecomes ipsius civitatis
(mediolanensis), war der
stete Helfer des Mailänder
Grafen Alberich. Ob er neben seinen mehr oder
weniger auf die Stadt Mailand beschränkten Verwaltungsfunktionen,
bei
deren Ausübung wir ihn dreimal neben dem Grafen der Stadt oder
neben
dem kaiserlichen Missus und Erzbischof von Mailand, Angilbert,
antreffen [1
Mitvorsitzender bei verschiedenen Placita: MANARESI, I placiti Seite
242, nr. 67 (= CdL Seite 391, nr. 234) - von 865/Januar; MANARESI,
a.a.O. Seite 237, nr. 66 (= CdL Seite 382, nr. 229) - von
864/März;
MANARESI,
a.a.O. Seite 229, nr. 64 (= CdL Seite 341, nr. 207) - von 859/Mai/17.
Auch
die Beilegung eines Güterstreites zwischen dem Abt Petrus
vom S.
Ambrosiuskloster zu Mailand und dem Kleriker Petrus de vico Tiolo (CdL
Seite 377, nr. 226) scheint auf Walderichs
Vermittlung hin erfolgt zu sein.], auch noch
Einfluß auf die höhere Politik hatte, ist aus den
sieben
spärlichen Nennungen, die von seiner Existenz Kenntnis geben [2 Bereits am
26. August 842 unterschrieb Waldericus
in Mailand die
Schenkungsurkunde des Alemannen Alpcar
für das S. Ambrosiuskloster
als
gastaldio
civitatis Mediolani testis (CdL Seite 254, nr. 146). Am 17.
Juni 855 unterzeichnete er in Gorgonzola nordöstlich Mailand eine
Verkaufsurkunde gleichfalls als gastaldio (CdL
Seite 318, nr. 190). Wenn
im April 844 ein
Vualchario gastaldio einem Placitum in Mailand
beiwohnte (MANARESI, I placiti Seite 156, nr. 48 = CdL Seite 265, nr.
154),
so darf man in ihm vielleicht auch jenen Vicegrafen erblicken. Vgl.
jedoch ebenso CdL Seite 226, nr. 127 - von 836/Februar.],
nicht
zu entnehmen und dazu auch wenig wahrscheinlich.
Aus einer Privaturkunde des Amalricus vicecomes civitatis Mediolani,
filii quondam Walderici, qui
fuit vicecomes ipsius civitatis, ist
ersichtlich, daß die Familie
des Walderich in den Gebieten jenseits der Alpen beheimatet war [3 CdL Seite
421, nr. 247. - Schenkung des Amalrich
für sein et
quondam
Walderici seo Gewinde, genitor et genitrix,
Seelenheil an das S.
Ambrosiuskloster im April 870; dabei Übertragung per pampanum
vitis et
contellum, seo festuga nodatum adque vasone terre (vgl. dazu
Einleitung, Anm. 15). Schlußformel: et presente pergamena cum
atramentario de terra ellevans
. . . - Auf die fränkische
Abkunft
Walderichs deuten auch schon
die in Cdl, Seite 318, nr. 190 erwähnten
vasalli Walderici
gastaldio ... ex genere francorum testes.].