CLIX. Graf T I S O
war im Januar 918 bei dem vor Kaiser BERENGAR in Verona
abgehaltenen
Gerichtstag zugegen, auf dem der Graf
Dido auf weitergehende
Ansprüche
am Kastell Nogara als die ihm gehörende Hälfte verzichtete [1
SCHIAPARELLI, I dipl. di Berengario I. Seite 302, nr. 117.].
Ferner ist
durch einen Eintrag in das Gedenkbuch des S. Giuliaklosters in Brescia
bekannt, daß ein Tiso comes
seine Tochter Suaniilta deo et
sanctae Juliae
sub iug(um) sanctae regulae übergab [2 VALENTINI,
Cod. necrol-liturg. di S. Salvatore di Brescia Seite 81 (= f.
44 r. des Originals). Schrift der 1. Hälfte des 10. Jh. Die von
VALENTINI gegebene Lesung „Suanult"
ist unrichtig.]. Dieser dürfte wohl mit
dem
ersteren identisch sein. Auch zwei Verwandteneinträge in diesem
Codex,
in denen jeweils Tiso und Suanilda vorkommen, scheinen sich
auf unseren
Grafen und
seine Tochter mitzubeziehen [3
VALENTINI, a.a.O. Seite 57 (= Orig. f. 32 r.): uolffart.
uualtrichi. noti. bretiltint. albuino. aberilda. echidruda. echidrud.
uuerino. amelrichi. bretetgit. tiso. ildeburga. adelaudo. suanilda.
ingelrada. adelrichi. teopurga. adelaudo. alderichi. tota.
suanilda.
landeuert.
teopert. benedicta. landefridus. adelbert. leo. Der zweite
Eintrag ist bei VALENTINI Seite 48 (= Orig. f. 27v.). Diesem Eintrag
gehören, wie eine Fotokopie zeigt, folgende Namen an: bern.
iltebrug.
tiso. iltebrug. teodaldus. iltebrug. gebaart. alterih. teopurga. urso.
aberilda. suanehilt. heccidrut. berehteit. cadalach. rihpolt. liutcart.].
Indem THiso und
Suuanahilt auch
als kleiner Eintrag (von einer Hand) im
Reichenauer Verbrüderungsbuch zu finden sind [4
MG Libri confrat. Seite 301, col. 490 (= Orig. p. 119). Zu den beiden
Namen Suuanahilt und THiso kommt noch ein wieder
getilgter Name
Suuanahih; und von der gleichen Hand und Tinte stammt wohl auch
der
zwei Zeilen höher stehende Name Uuolfhart.]
- ebenso wie auch
andere
Namen aus den genannten Verwandteneinträgen von Brescia [5 MG Libri
confrat. Seite 295, col. 470 (= Orig. p. 116). Von einer Hand
und mit gleicher Tinte sind eingetragen Theotpret Hildepurg und ebenso
wohl das darüberstehende Suanahilt.]
-, erhält man noch einen Hinweis auf die Beziehungen des Grafen Tiso und auf den Lebenskreis,
dem er wohl entstammte [6
In Alemannicn gab es bereits in den Jahren von 818 -825
einen Grafen namens Tiso; vgl. WARTMANN, UB St. Gallen I
nr.
236,237,240,269 und 294. Unklar bleibt, ob der 918 bezeugte Graf Tiso mit dem im Oktober 910 in
Cremona auftretenden vassus domni regis Tiso
(SCHIAPARELLI, I dipl.
di Berengario I. Seite 196, nr. 78) identifiziert werden darf.].