CLIV. SUPPO (IV.)
verwaltete in der Regierungszeit der Könige
Hugo und Lothar die
Grafschaft Modena. In villa Renno iuditiaria Motinensi hielt
nämlich im
August 931 ein Supo comes eiusdemque comitatu
zusammen mit dem
Königsboten Graf Maginfred von
Parma, dem Grafen Ragimund von
Reggio und
anderen einen Gerichtstag ab [1
MANARESI, I placiti Seite 500, nr. 134 (= SCHIAPARELLI, Dipl. inediti
dei secoli IX e X Seite 147, nr. 6).]. Schon
unter Rudolf
II. von Hoch-Burgund dürfte
Suppo IV. in diesem Gebiet
tätig gewesen sein; ein Supo comes, der
zwar
nicht ausdrücklich Graf von Modena genannt wird und der auch seine
Urkunde in curte Pariola (=
Parola) in der Grafschaft Parma ausstellen
läßt, aber wohl dennoch mit dem Modeneser Grafen zu
identifizieren ist,
bestätigte ja schon im Januar 925 als Rechtsnachfolger einer Gräfin
Berta und ihrer Söhne
Adelgis, Wifred, Boso und Arding cler. dem
Freigelassenen Gisempert-Azzo gewisse
bei der Freilassung bereits
einmal zugesicherte Besitzungen in der Form einer Neuschenkung [2 DREI, Le
carte Parmensi Seite 104, nr. 32.]. In der
Grafschaft Parma, in der damals Graf
Maginfred gebot, hatte Suppo
reiche Erbbesitzungen. Am 26. Dezember 942 konnte er davon eine
curticella cum castrum inibi constructum ... in loco et fundo Palaxoni
(= Palasone) judiciaria Parmensis
an die Kanoniker der Marienkirche von
Parma schenken [3
DREI, Le carte Parmensi Seite 152, nr. 50 (fehlerhaft bei AFFO, Parma I
Seite 347, nr. 61).].
Ungeklärt ist, ob Suppo IV. zu
Beginn seiner Laufbahn zeitweise in
Bergamo tätig war, das heißt ob er auch mit jenem Suppo inluster comes
Bergomensis identifiziert werden darf, der im November 919 in
Bonate im
Gebiet von Bergamo mit seinem Vicegrafen
Erchembald und dem
kaiserlichen vassus et missus Giselbert
zu Gericht saß [4
MANARESI, I placiti Seite 488, nr. 130 (= CdL Seite 837, nr. 486).].
Nachrichten, die dieser Gleichsetzung widersprechen, sind nicht bekannt.
Suppo IV., Sohn Ardings II., lebte - wie die
beiden Parmenser Urkunden erweisen - nach der lex salica, war also
fränkischer Abkunft [5 Über
seine Stellung in der großen Familie der SUPPONIDEN vgl.
Exkurs: Genealogie der Supponiden. Ungeklärt ist auch, ob der Suppe
comes, der laut der Besitzbestätigungsurkunde Berengars II. dem
Kloster
Leno bei Brescia Besitzungen in Gambara (35 km südlich Brescia)
schenkte,
mit diesem Suppo oder einem
der drei anderen gleichen Namens
identifiziert werden darf (SCHIAPARELLI,I dipl. di Ugo Seite 319, nr.
10).].