CXLV.    RUDOLF


Nach dem Bericht des Chronicon Novaliciense war zu den Zeiten, als die Brüder Roger und Arduin - Ahnen des letzten italienischen Königs-Hauses - über die Alpen nach Italien kamen, ein gewisser Rodulfus Graf im comitatus Aureatensis. Zum Nachfolger in dieser seiner Grafschaft habe er kurz vor seinem Tode einen der genannten Brüder - Roger - bestimmt [1
Chronic. Novalic. lib. V, cap. 8, Seite 249f. - Über die Lage von Auriate gibt es eine reiche Streitschriftenliteratur. G. T. TERRANEO, La principessa Adelaida I Seite 125 identifiziert Aureate mit dem Dorf Vallauria (heute Valloria im Bezirk von Demonte). B. BAUDI DI VESME, Le origini della feudalita nel Pinerolese Seite 5, Anm. 1 entscheidet sich für die Identifizierung mit Caraglio. L. BERTANO, Storia di Cuneo I, 2 gibt für die Lage des Comitats von Auriate das Gebiet zwischen Po, Stura und den Alpen an; und dafür wird man sich besonders wegen der Urkunde der Gräfin Adelheid vom Jahre 1075 (MULETTI, Storia di Saluzzo I Seite 242) über die Übertragung von capellaniam meam haeredumque meorum a Thaner fluvio per totum Oiradum ad pedes usque montium an einen Presbyrer entscheiden dürfen.]. - Da der Einfall Arduins und Rogers wohl im Gefolge der von König WIDO (888) aus dem Franken-Reich herbeigerufenen Hilfstruppen geschah und andererseits dieser Graf Rudolf wohl mit dem Radulfus comes identifiziert werden darf  [2 So schon D. CARUTTI, Umberto I. Seite 243.], der am 21. April 902 in Vercelli bei LUDWIG DEM BLINDEN für die Überlassung einer curtis in Cusiningo etc. an einen Vasallen des Vicegrafen Gariard/Gaddo intervenierte [3 SCHIAPARELLI, I dipl. di Lodovico III. Seite 51, nr. 18.], kann die Regierungszeit Rudolfs in Auriate in die letzten Jahrzehnte des 9. und die ersten Jahre des 10. Jahrhunderts gesetzt werden.
Einen direkten Hinweis auf das Herkommen dieses Grafen gibt es bei dieser Quellenlage nicht. Doch scheint er den Zuwanderern von jenseits der Alpen nicht gerade fern gestanden zu haben - (wenn er nicht selber einer war) -, da er gerade die genannten Neuankömmlinge so förderte und seine Witwe sich dann sogar mit dem einen der beiden Franken - Roger - vermählte [4
Chronic. Novalicv lib. V, cap. 8, Seite 251.].