CXL.    RODBERT


war ein Sohn des Grafen Bertold (von Reggio). Von ihm haben wir kein direktes persönliches Zeugnis. Wir wissen dafür aus der Urkunde des Presbyters Ildeprand, daß Rodbertus, filius quandam Bertaldi comitis, fruchtbares Land in Butrio erhalten hatte. War er damals - am 22. Januar 935 - noch nicht als Graf angesprochen worden [1
TORELLI, Le carte Reggiani Seite 122, nr. 48 (= TIRABOSCHI, Modena I Seite 104, nr. 84).], so legt eine Urkunde vom Jahre 937 ihm aber den Titel eines  comes bei, wenn ein Prando ministeriale Bertille comitisse (sc. der Witwe des Grafen Bertald) et filiorum eius inclitis comitibus Guidone et Adelberto simul et Rodiberto bei einem Rechtsakt in der Umgebung von Reggio auftritt [2 TORELLI, Le carte Reggiani Seite 124, nr. 49 (= TIRABOSCHI, Modena I Seite 104, nr. 85).]. Und auch die Urkunde OTTOS I., die der Marien- und Prosperkirche in Reggio den Besitzstand bestätigt, dabei auch der von Bertold vel a filius ejus comitibus übertragenen Güter gedenkt [3 MG DD Otto I. Seite 343, nr. 242. - Eine weitere Besitzbestätigung OTTOS I. für die Bistumskirche von Reggio nennt ebenfalls omnes res, quae a Bertaldo comite et a Roberto filio ejus et a Betlila genetrice ipsius ... admisse sunt; MG DD Otto I. Seite 365, nr. 256 - von 963/Juni/27.], erweist, daß Rodbcrt Graf geworden war. - Über seinen Amtsbezirk ist hingegen keine bestimmte Angabe zu machen; vermutet darf nur werden, daß er dem Vater in Reggio nachfolgte.
Da Rodberts Bruder Wido nach fränkischem Recht lebte [4
Vgl. Skizze Bertold.], zählt auch Rodbert zu den Nachkommen eines aus dem Norden in Italien eingewanderten Geschlechtes.