CXXXI. RAGIMUNDUS
Am 5. August 931 saß in villa Renno
(im Gebiet von Modena)
zusammen mit
dem Grafen Maginfred von Parma
und dem Grafen Suppo von Modena auch der
Ragimundus
comes Regiensis zu Gericht; einige Leute aus der
Grafschaft
Modena verteidigten dort ihr Besitzrecht auf Häuser und
Grundstücke im Gebiet von Ferrara, Modena und Reggio
gegenüber Ansprüchen
anderer Personen [1
SCHIAPARELLI, Diplomi inediti Bei sec. IX e X Seite 147, nr. 6 (=
MANARESI, I placiti Seite 500, nr. 134).]. - Im
Mai 944 hielt dann der Raimundus comes et
missus
dumnorum regem in Gegenwart der Könige
Hugo und Lothar in
Reggio
ein
Placitum ab, auf dem den Kanonikern der Parmenser Kirche nach Vorlage
von vier Urkunden das Besitzrecht auf Sabbione und Marzaglia
zugesichert wurde [2
MANARESI, I placiti Seite 533, nr. 142 (= SCHIAPARELLI, I dipl. di Ugo
Seite 219, nr. 75).].
War zudem der Giselbertus filius bone memorie Ragimundi
comitis,
abitator in comitatu Parmense, loco Saxolo, qui professus est ex
natione sua lege vivere
Langobardorum, der im Jahre 980 in Sirmione
einen Gütertausch mit der Äbtissin des S. Justinaklosters von
Brescia
verabredete [3
TORELLI, Le carte Reggiani Seite 176, nr. 68 - von
980/Mai/23 oder Juni/22.], ein Sohn unseres Grafen Ragimund von Reggio, woran
eigentlich kaum Zweifel bestehen kann [4
Durch das ganze 10. Jahrhundert hindurch gibt es in den italienischen
Urkunden oder erzählenden Quellen keine andere Nennung eines
Ragimundus
Comes und somit wohl auch keinen
zweiten Grafen Ragimund, als dessen
Sohn Giselbert anzusprechen wäre; so darf die
Identifizierung wohl
ohne
weitere Bedenken vorgenommen werden. Die Aufbewahrung dieser Sirmione
und Brescia betreffenden Urkunde in einem Reggianer Archiv findet
hierdurch auch eine gute Erklärung. G. FASOLI, I re d'Italia Seite
226, meint: „Raimondo, conte di Reggio nel
931 e ancora in carica nel 922 (soll wahrscheinlich 944 heißen),
ha un
nome molto frequente in quel tempo in Provenza e poco comune in Italia:
mettiamo che sia un provenzale". Dieser Kombination kann ich nicht
folgen.], so ist dessen langobardische
Abkunft einwandfrei gesichert. Der Name
Giselbert könnte dazu den
Hinweis auf eine Beziehung zur Familie
des Grafen Giselbert (von
Bergamo), des ersten Langobarden in der fränkisch
bestimmten
Führungsschicht Ober-Italiens im 10. Jahrhundert, liefern.