CXXVIII. OTTO von Bergamo
Als Kaiser LUDWIG II. 870 das von
den Sarazenen besetzte Bari
belagerte, kamen Gesandte aus Kalabrien und suchten um Hilfe und Schutz
gegen die Sarazenen nach. Die Unterwerfung ihres Landes boten sie als
Preis
dafür an. LUDWIG
entsandte daraufhin Streitkräfte unter Otto von
Bergamo und den Bischöfen
Orchis (von Pistoja) und
Gariard (von Lucca?), die die
Sarazenen vertreiben und das Land in Treupflicht nehmen sollten. Das
Unternehmen wurde ein voller Erfolg [1
Andreae Bergom. Historia, cap. 14, MG SS rer. Langob. Seite 227: Tunc
domnus imperator ... elegit strenuis et nobilissimis viris, Hotone
de finibus Bergomensis, Oschis et
Gariardus episcopis, et
confortavit
eos domnus imperator ... et exinde Franci comperti sunt ... V.
KRAUSE, Geschichte des Institutes der missi dominici Seite 296, macht
ihn zum Bischof von Bergamo.].
Aus den wenigen Bergamenser Urkunden dieser Zeit ist uns ein Graf Otto
nicht bekannt [2
Aufmerksam zu machen wäre hier vielleicht auf Begeri nobilem
oplimatem et fratrem suum Octonem, die mit Kaiser LUDWIG
II., Pfalzgraf Hucpold und
anderen im März 60 im Gebiet von Spoleto weilten (MANARESI, I
placiti Seite 234, nr. 65 = MURATORI, Scriptores II, 2 Seite 928).
Für eine
Identifizierung dürfte kaum noch in Frage kommen jener Odo illusiris
vir, der etwa 911-915 eine Schenkung König BERENGARS an den Grafen
Grimald befürwortete (SCHIAPARELLI, I dipl. di Berengario
I. Seite 269,
nr. 104).], doch dürfte kaum zu zweifeln
sein, daß Otto das Amt
eines Grafen von Bergamo bekleidete. Auch den Schluß, daß Otto ein Franke war, legt unsere Quelle, die
Historia des ANDREAS VON BERGAMO, nahe. Während sie in den
vorhergehenden und nachfolgenden
Kapiteln Franci et Langobardi et
ceteri nationes genau scheidet, mit
Franci also nicht die gesamte
unter fränkischer Herrschaft stehende
Bevölkerung Italiens meint, spricht sie bei den Boten LUDWIGS II.
nur
von Franci.