CXXIII.    ODELRICUS,


inluster comis de civitate Hastensi, hielt im November 887 in Asti ein Placitum ab, auf dem der Vogt der Kirche von Asti, Grauso, den Anspruch seiner Kirche auf Besitzungen in der Umgebung von Savona gegen den Bischof Lancius von Turin durchsetzte [1
GABOTTO, Asti, (BSSS 28) Seite 28, nr. 20 (= MANARESI, I placiti Seite 347, nr. 96 mit Bemerkungen zur Echtheitsfrage der Urkunde.).]. Da diesem Placitum bereits ein erwachsener Sohn Odelrichs, Auterius, als Beisitzer beiwohnte, dürfte Odelrich selbst spätestens 850 geboren worden sein. Aus diesem Grunde wird man ihn kaum mit dem späteren Pfalzgrafen Odelrich identifizieren dürfen, der seine Laufbahn 910 als Königsvasall BERENGARS begann und Ende 921 in den Brescianer Bergen von den Ungarn getötet wurde, vorher aber noch tapfer kämpfte [2 LIUDPRAND, Antapod. lib. II, cap. 61, Seite 65: Odelricus palatii comes, qui se non inviriliter defenderat, occiditur ... - Vgl. weiter Skizzen Odelrich (II.) und Wifred (III.).] (- was für einen dann mindestens 70jährigen doch wohl kaum noch möglich gewesen sein dürfte -) und dessen Witwe noch 953 gelebt hat.
Auf diesen Grafen Odelrich von Asti - und nicht auf den erst 910 als Königsvasall seinen Aufstieg einleitenden gleichnamigen Pfalzgrafen - wird man auch die Erwähnung eines Olricus unter den Parteigängern BERENGARS beim Kampf 888/89 gegen WIDO beziehen müssen [3
Gesta Berengarii Lib. II, v. 99f., Seite 102f.: Vicinoque suas cogens ab limite turmas Olricus. E. DÜMMLER, Gesta Berengarii Seite 27 und A. HOFMEISTER, Markgrafen Seite 376f. identifizieren diesen Olricus mit dem späteren Pfalzgrafen Odelrich.]. Und dieser Graf von Asti dürfte auch jener Odelricus gewesen sein, der im Oktober 879 von Papst Johann VIII. zusammen mit dem Grafen Liutfrid (II.) exkommuniziert wurde, da er der Kaiserin-Witwe Angilberga einige Güter entrissen hatte [4 MG Epist. VII Seite 210, nr. 238.].
Über das Herkommen dieses Grafen ist nichts bekannt. Ihn zum Vater Odelrichs (II.) oder mit CIBRARIO [5
L. CIBRARIO, De' conti d'Asti ne' secoli IX, X e XI. Seite 291-300: Se Odolrico fosse figliuolo di Suppone, lascero ch' altri lo cerchi.] zum Sohn Suppos (II.) erklären zu wollen, bliebe eine Hypothese.