CXIV.    MAGINFRED von Lomello


Dieser Graf scheint sein Amt beim Übergang der Herrschaft von den Königen Hugo und Lothar auf Berengar II. und Adalbert erhalten zu haben. Während er sich nämlich in einer Urkunde vom Februar 953, die den Verkauf einer Manse mit Zubehör in Mosezzo beinhaltet, als Maginfredus comes Loumellensis et filius b. m. item Maginfredi de loco Moxicio bezeichnet [1
SALSOTTO, Novara (BSSS 77) Seite 16, nr. 7 (= Mhp., Chart. I Seite 168, nr. 102).], nennen ihn zwei Kaufurkunden aus dem Jahre 941 nur einfach Maginfredus filius b. m. item Maginfredi de suprascripto loco Moxicio (= Mosezzo) [2 BSSS 78 (Novara) Seite 65, nr. 46 und Seite 66, nr. 47.]. Er scheint also ein Anhänger Berengars II. gewesen zu sein, - wie dies ja bekanntlith auch sein Bruder, Graf Milo von Verona, war, der 955 in seinem Testament [3 UGHELLI, Italia sacra V, 2. Auflage Seite 737; (1. Auflage Seite 648).], den bonae recordationis Manfredus ebenfalls als seinen Vater nennt und für den Todesfall all seinen Besitz an Manfredus comes germanus meus et Egelrich item comes filio eins nepoti meo vererbt. Und ein unentwegter Parteigänger Berengars II. blieb dann auch ,ein Sohn, der genannte Graf Egelrich, der in Verona und Mosezzo nachzuweisen ist [4 Vgl. Skizze Egelrich.].
Im April 959 war Graf Maginfred von Lomello bereits verstorben, denn der Presbyter Dominicus aus Cerano versichert bei seiner Schenkung einer in Mosezzo gelegenen Massaria, daß er diese eben erst von Guntilda, der Witwe des Grafen Manfred von Lomello, erworben habe [5
BSSS 78 (Novara) Seite 78, nr. 53. - Guntilda war Tochter des Grafen Roger II. von Auriate, also auch fränkischer Abkunft. Sie war in zweiter Ehe mit Amadeus, dem Sohn des Markgrafen Anskar II., vermählt; vgl. BSSS 78 (Novara) Seite 81, nr. 55 und Seite 84, nr. 56.].
Graf Maginfred von Lomello war fränkischer Abkunft; in der Urkunde vom Februar 953 bekennt er ausdrücklich, nach der lex salica zu leben; und auch sein Bruder Milo und sein Sohn Egelrich geben von sich öfters das Zeugnis fränkischer Abstammung. Ob sein Vater Manfred, der niemals mit einem Grafentitel bezeichnet wird, ein Sohn des 896 hingerichteten Pfalzgrafen und Grafen von Mailand und Lodi - Maginfred - war, bleibt trotz der Behauptung B. BAUDI DI VESMES [6
I conti di Verona Seite 248f.] ungewiß, der auf Grund einer Abweichung in Antapod. I, c. 42, in der LIUDPRAND - Handschriftengruppe A [7 Antapod. Seite XXXI und Seite 30.] diese genealogische Kette knüpft. Ja, diese Verknüpfung scheint sogar unwahrscheinlich, da LIUDPRND jenen Teil der Erzählung (Ermordung Lamberts), auf den BAUDI DI VESME sich stützt, selbst als unwahr bezeichnet und die Gestalt eines Sohnes des Pfalzgrafen Maginfred mit dem gleichen Namen Maginfred deshalb nur legendär ist, weil die anderen Handschriften an dieser Stelle dafür einen Sohn namens Hugo als unicum possessionis suae vicarium erwähnen, und weil LIUDPRND dazu von einer Verwandtschaft des Grafen Milo mit dem Pfalzgrafen Maginfred nichts berichtet, obwohl er beide öfter nennt. Auch RATHER VON VERONA weiß in der Kampfschrift [8 MG Briefe der deutschen Kaiserzeit I, Rather von Verona Seite 33, nr. 7.] gegen seinen Rivalen Milo II., den nepos des Grafen Milo, nichts von dem unrühmlichen Schicksal der angeblichen Verwandten (Hinrichtung Maginfreds und Blendung seines Sohnes und Schwiegersohnes) zu schreiben, was er in seiner Tendenz, den Gegner im Ansehen zu schmälern, sich bestimmt nicht hätte entgehen lassen [9 Die Behauptung B. BAUDI DI VESMES, daß Maginfred von Lomello mit einer Tochter Ingelfreds von Verona verheiratet gewesen sein muß, weil nur von daher der Name des Sohnes E(n)gelrich erklärt werden könne, ist bereits von G. BISCARO, I conti di Lomcllo Seite 356, mit Hinweis auf die in Anm. 5 zitierte Urkunde bestritten worden; auch für die Annahme, daß Graf Aimo
von Lomello - genannt in einem Diplom OTTOS I. von 962/Dezember/30 (MG DD Otto I. Seite 359, nr. 251) ein Sohn dieses Grafen Maginfred war, existiert kein exakter Beleg; die Nachfolge in der Grafschaft will nichts besagen, da ja auch Egelrich seine Grafschaft Verona verlor.
].