CII.    JOHANNES comes


ist uns als Sohn des Grafen Leo und als Sachwalter in der Grafschaft Seprio bekannt. - Im Februar 840 bestimmte Kaiser LOTHAR I. Leonem et Johannem, filium eius, commites zu besonderen Beschützern der Besitzungen der Kirche von Novara [1
BSSS 78 (Novara) Seite 6, nr. 5 (= SCHIAPARELLI, Il rotolo Seite 10, nr. 2). ], und am 20. Juli 841 überließ er ihnen auch die advocatio des S. Maria Theodota-Klosters in Pavia [2 CdL Seite 248, nr. 141.]. Nachdem er im April 844 als Graf von Seprio - tunt comitatum Sepriense abebat - in Mailand noch ein Placitum abgehalten hatte [3 MANARESI, I placiti Seite 156, nr. 48 (= CdL Seite 265, nr. 154). Faksimile bei MORONI STAMPA, Codex palaeograph. nr. 21.], begleitete er bald darauf zusammen mit den Grafen Boso, Adelgis, Vuldo, Bernard, Wifred und Maurin sowie dem Erzbischof Drogo von Metz, 22 ober- und mittelitalienischen Bischöfen und einem starken fränkischen Heer LUDWIG II. auf dem Zuge nach Rom, wo es vornehmlich galt, den bei der Erhebung Papst Sergius II. mißachteten kaiserlichen Rechten wieder Anerkennung zu verschaffen [4 Liber pontific. II Seite 89f.]. Die Vita Sergii II. erwähnt diese Grafen und den Erzbischof Drogo als besonders hartnäckige Verfechter der kaiserlichen Sache. Da bei diesem Romzug zugleich die Königskrönung LUDWIGS II. vorgenommen und ein Treueid der Römer auf Kaiser LOTHAR durchgesetzt wurde, kann gesagt werden, daß auch Graf Johannes einen stärkeren Anteil an der Reichspolitik gehabt hat. Dies ist umso mehr anzunehmen, als er auch eine Zeitlang das Pfalzgrafenamt verwaltet zu haben scheint [5 Im Jahre 879 beklagte sich ein Rugibertus judex unter anderem super Gotfredum, filium Joannis comitis palatii, wegen der Entführung der Braut seines Sohnes (MIGNE PL 126 Seite 815, nr. 184). Da in der Zeit von 865-880 Boderad Pfalzgraf war und als dessen Vorgänger wohl der von 851-860 in diesem Amt nachgewiesene Hucbald anzusehen ist, dürfte der genannte Pfalzgraf Johannes der Zeit vor 851 angehört haben und mit dem hier behandelten Grafen identisch sein. Er scheint demnach dieses Amt als Nachfolger Maurins (bezeugt von 835-840 bezw. 844) und Vorgänger Hucbalds (851-860) verwaltet zu haben.].
Über die Urkunde seines Bruders Sigerat und die Grabsteininschrift seines Onkels, des Bischofs Amelrich von Como, ist sein fränkisches Herkommen nachzuweisen [6
Vgl. Skizze Leo. - Ob der Vassus und kaiserliche Missus Johannes, der im Dezember 857 und im März 858 in der Toskana waltete, noch mit diesem Grafen identisch ist, lasse ich unentschieden (MANARESI, I placiti Seite 221, nr. 61 und Seite 223, nr. 62 = MURATORI, Antiqu. ltaliae I Seite 557 und III Seite 1033).].