XCVIII.    INGELBERT


Bei den Königen Hugo und Lothar intervenierte am 25. Juli 933 ein Graf Ingelbert für die Überlassung der curtis Auriola an den Grafen Aledram [1
SCHIAPARELLI, I dipl. di Ugo e di Lothario Seite 107, nr. 35: Ingelbertum comitem dilectumque fidelem nostrum nostram portulasse celsitudinem .. .]., und am 4. März 945 wurden von Hugo und Lothar interventu ac petitione Ingelberti comitis dilectique fidelis nostri einem gewissen Richard 3 Mansen im Val d'Ossola, und zwar in der villa Aureliaco, übergehen [2 SCHIAPARELLI, a.a.O. Seite 226, nr. 77.].
Da Hugo und Lothar nur kurze Zeit vorher, am 25. Januar 945, der St. Mauritiuskirche in Vienne die curtis Castagneto (= Chatenay) in der Grafschaft Vienne pro Dei amore animarumque nostrarum et Tetbaldi avi seu genitoris nostri necnon Berilionis patris Ingelberti remedio schenken [3
SCHIAPARELLI, a.a.O. Seite 223, nr. 76.], liegt es nahe, den intervenierenden Grafen Ingelbert mit jenem genannten Sohn des Vicegrafen Berilo von Vienne zu identifizieren. Warum sollte sonst auch Hugo neben seines Vaters auch noch seines in Burgund verbliebenen und verstorbenen (Schwagers) Berilo gedenken, wenn nicht dessen Sohn Ingelbert sich im Umkreis Hugos in Italien aufhielt!
Ist somit der Graf Ingelbert ein Sohn des Vicegrafen Berilo von Vienne, so muß auch er ein Einwanderer gewesen sein. In Vienne ist er von 918 bis 932 nachweisbar, und auch 941 scheint er in Burgund gewesen zu sein [4
Vgl. dazu R. POUPARDIN, Le royaume de Provence Seite 351ff. und F. DE GINGINS-LA-SARRAZ, Les Hugonides Seite 176ff. - Zu einigen Bedenken POUPARDINS gegen die Identifizierung des italienischen Ingelbert mit dem aus Vienne, die schon von GINGINS durchgeführt wird, vgl. A. HOFMEISTER, Markgrafen Seite 419, Anm. 2.]. - Der Markgraf Theobald von Spoleto und Camerino war offensichtlich sein Sohn [5 Vgl. A. HOFMEISTER, Markgrafen Seite 419. - Auch der dux et rector der Sabina, Ingelbald, der von der Forschung noch in keinen Familienkreis eingereiht wurde (vgl. H. MÜLLER, Topographische und genealogische Untersuchungen Seite 12f.), könnte ein Sohn dieses Grafen gewesen sein. Constat nos Ingebaldum ex gente francorum, filius cuiusdam Ingelberti, et Theodorandam coniugem meam filiam Gratani de urbe Roma ... dedisse et donasse ... monasierio (Farfensi) castellum quod nominal Buccinianus, heißt es jedenfalls in einer Urkunde dieses dux und Sabina-Rektors vom September 939 (Regesto di Farfa III Seite 79, nr. 400).].