LXII. ERARDUS,
einer der Grafen, die mit KARL III. 881
zur Kaiserkrönung nach Rom
gezogen waren und im März des Jahres auf dem Rückweg in Siena
mit
ihrem
Kaiser einen Gerichtstag abhielten, dabei die Zugehörigkeit
einiger
Kirchen zum Bistum Arezzo gegen Ansprüche des Bischofs von Siena
bestimmten [1
MG DD Karl III. Seite 51, nr. 31 (= MANARESI, I placiti Seite 332, nr.
92).], tritt in den italienischen
Geschichtsquellen kaum hervor. Wenn im März 887 der
Bischof Leodoinus von Modena
mit dem fränkischen Ehepaar
Rodoard
und
Eliburga Güter tauscht und
dabei auch ein Grundstück in Freto an der
Secchia -
grenzend da meridie Errardo comes - abgibt [2 VICINI,
Regesto della chiesa cattedr. di Modena I Seite 45, nr. 28 (=
TIRABOSCHI, Modena I Seite 61, nr. 47).], dann
dürfte wohl der
Besitzer dieses Nachbargrundstückes dieser Graf Erard gewesen sein.
Im Prätendentenkampf zwischen WIDO und BERENGAR
scheint er auf des letzteren Seite tapfer gefochten zu haben. Die Gesta
Berengarii erwähnen kurz, daß WIDO selbst
einen Erardus samt seinem
Roß mit einer Lanze durchbohrte [3
Gesta Berengarii, lib. II, v. 166 ff., Seite 106:
Haud aliter dirum Wido se tollit in
equor.
Hic celsum quod cernit
aequo turbare sodales
Erardum indignans uno dito corpora ferro
Cornipedemque aequitemque fodit. - - -].
Das Herkommen des Grafen Erard ist
nicht zu bestimmen.