LIX. EGIFREDUS
kämpfte 872 im Auftrag Kaiser LUDWIGS II. gegen die
Sarazenen in
Unteritalien. Zusammen mit den Grafen
Unroch und Boso sowie
einer
auserlesenen Schar von Franken, Langobarden und Leuten „aus anderen
Nationen" gelang es ihm, das sarazenische Aufgebot bei S. Martino in
der Nähe Capuas am Volturno zu schlagen [1 Andreae
Bergom. Historia cap. 15, MG SS rer. Langob. Seite 228; dazu BM²
nr. 1254d.].
Seine Machtbasis lag im oberitalienischen Raum, denn zusammen mit
anderen in Ober-Italien nachweisbaren Grafen erhielt er (im Oktober)
879
von Papst Johann VIII. die
Bitte übermittelt, den Schutz der
Güter der
875 verwitweten Kaiserin Angilberga zu
übernehmen [2
MG Epist. VII Seite 210, nr. 239: Egifredo, Supponi, Eripaldo, Berardo
Bonifatii filio et Cotefredo
gloriosis comitibus. - S. PIVANO, Il
testamento e la famiglia dell' imperatrice Angelberga Seite 294
bezeichnet
Egifred als „conte di Brescia". Quellenbelege
für eine solche
Aussage
sind mir nicht bekannt.]. Für diese
Aufgabe
schien er ja besonders geeignet, da er bereits im März 877 das
Testament der Angilberga,
in welchem auch über die Güter
Bestimmungen
getroffen wurden, als ein zustimmender Verwandter
unterzeichnet hatte [3 BENASSI,
Parma I Seite 146, nr. 22 (= CdL Seite 452 nr. 270).].
Egilfreds politische Stellung
und Bedeutung in Ober-Italien ist durch diese Verwandtschaft mit dem
Kaiserhaus gewiß mitgeformt worden. Als Verwandter der Kaiserin und Bruder des Grafen Suppo II. [4 Vgl. dazu
Exkurs Supponidengenealogie.] ist seine
fränkische Herkunft offensichtlich.