LVIII.             EGELRICH


scheint in der Regierungszeit der Könige Berengar II. und Adalbert die Grafschaft Verona verwaltet zu haben. Aus folgendem läßt sich dies erschließen: Als Milo - früher Graf von Verona, nun mit der Leitung der zerfallenden [1
Vgl. A. HOFMEISTER, Markgrafen Seite 381ff., besonders Seite 385.] Mark Friaul betraut - am 10. Juli 955 sein Testament [2 UGHELLI, Italia sacra V (1. Auflage Seite 648) 2. Auflage Seite 737.] abfaßte, bestimmte er als Erben seiner vielen in und um Verona gelegenen Besitzungen seinen Bruder Graf Manfred (von Lomello) und Egelrich item comes filio eius nepoti meo; und als König Adalbert in Erwartung des drohenden Italienzuges OTTOS I. seine Anhängerschar durch Verleihung reicher Privilegien in ihrem Kampfeswillen noch einmal zu bestärken suchte, da schenkte er dem Egelricus comes weite (genannte) Ländereien wiederum in comitatu Veronensi [3 SCHIAPARELLI, I dipl. di Ugo e Loth., die Berengario II e Adalb. Seite 346, nr. 3, von 960-961/August.]. Zumal er dabei von König Adalbert auch dilectissimus und carissimus fidelis genannt wird, darf man annehmen, daß er zu den unermüdlichen Parteigängern Berengars II. gehörte. Durch OTTO I. verlor er deshalb auch sein Amt und wurde auf seine Erbbesitzungen in Mosezzo und in der Laumellina verwiesen; die Grafschaft Verona kam in die Hand des Grafen Gandulfus [4 Vgl. MG DD Otto I. Seite 464, nr. 340: - Gandulfus comes Veronensis. Gandulf war vermählt mit einer Tochter des Grafen Wibert von Lecco - Ermengarda -, also einer WIDONIN; vgl. Skizze Wibert, Anm. 5. - Vor Gandulf scheinen ein Graf Nanno und ein dux Bucco auf Weisung OTTOS I. (als missi?) Verona verwaltet zu haben; vgl. G. MONTICELLI, Raterio, vescovo di Verona (1938), Seite 287-290.].
Im September 962 ist der Hegelricus filius b. m. Maginfredi comiti in Mosezzo, wo er seiner Mutter (oder Stiefmutter?) Guntilda [5
Tochter Graf Rogers II. von Auriate - filia quondam Rotgeri comitis.], die sich inzwischen mit dem kaiserlichen Vassus Amadeus, Sohn des Markgrafen Anscar II., neu vermählt hatte, seinen Erbteil (duas porciones de medietate) am Kastell Mosezzo und in Vicolungo überläßt [6 BSSS 78 (Novara) Seite 81, nr. 55 von 962/September/3 (= CARUTTI, Il conte Umberto I. Seite 285). - Anerkennung dieser Urkunde durch Egelrich vor Gericht am 4. September 962; BSSS 78 (Novara) Seite 84, nr. 56.]. Als abitator in comitatu Veroniensis bezeichnet er sich in einer Urkunde vom 8. Oktober 970, mit der er seinen Anteil (medietas) am castrum Meecia in comitato Plumbiensis (= Pombia) an den Bischof Ubert von Parma verkauft [7  BSSS 78 (Novara) Seite 112, nr. 70.]. Daß er sich bei dieser Angelegenheit, die vor OTTO I. in loco quec dicitur Era iucta flufio Arno abgewickelt wurde, mit dem Kaiser wieder aussöhnte, was in dieser Zeit auch den Grafen Bernard von Pavia und Atto von Lecco [8  Vgl. Skizzen Maginfred von Parma, Anm. 16, und Atto von Lecco.] gelang, zu vermuten. Fraglich muß aber trotzdem bleiben, ob der im April 996 bei einem Placitun, in Pavia auftretende Egelricus comes noch etwas mit unserem Grafen Egelrich zu tun hat [9 BSSS 70 (Vercelli) Seite 20, nr. 17.].
Graf Egelrich war fränkischer Abstammung; ex genere francorum bezeichnet er sich selbst immer wieder [10
Urkunden zitiert in Anm. 6 und 7.], und nach salfränkischem Recht bekannten ja auch sein Vater Maginfred und sein Onkel Milo zu leben. - Egelrich war mit einer gewissen Officia verheiratet [11 BSSS 78 (Novara) Seite 81, nr. 55: - terciam porcionem ex ipsa medietas de iamdictis omnibus rebus seu familiis tibi Guntilde ante or dies simul cum Oficia cognus mea per cartulam dedimus.], aus welcher Familie sie stammte, ist nicht bekannt [12 B. BAUDI DI VESME, I conti di Verona Seite 285 und 269 macht sie zur Schwester Guntildes und damit zur Tochter Rogers II. von Auriate. Seine Kombinationen beruhen auf der Lesart per eorum dotali litigio anstelle von per eorum data licencia in der Urkunde vom 4. September 962 (vgl. Anm. 6); sie sind durch die neue Urkundenedition in BSSS 78 Seite 84, nr. 56 wertlos geworden (Actum in dei nomine castro Musicio in sala maiore que esse videtur infra eodem castro propria Amedei et Gunlilde iugalibus seu Egelrici filius quondam Maginfredi comiti per eorum date licencia. In iudicio rerideret . . .). - Wenig glaubhaft sind auch die weiteren Kombinationen BAUDI DI VESMES Seite 289ff. über eine Nachkommenschaft Egelrichs, über die es eigentlich kein Zeugnis gibt.].