XXXVI.    AUTERANUS

war in den letzten Jahren KARLS DES GROSSEN Graf von Bergamo. Er ist nur bekannt durch eine Schenkungsurkunde seiner Witwe, der Audelinda relicta qoondam Auteranus, qui fuit comes cives Bergomensis, vom 19. Juli 816. Audelinda schenkte der vor den Mauern der Stadt gelegenen Kirche des hl. Alexander den Nießbrauch der curtis Paltaringo [1
COLOMBO, Cartario di Vigevano. BSSS 128 Seite 1, nr. 1. Die Drucke im Cod. dipl. Bergom., ed. LUPUS, vol. I Seite 657 und im CdL Seite 172, fit. 92 sind überholt.]. Da diese Übertragung in Anwesenheit von Borno, Gero, Rigmund teotisksan  ... und anderen geschieht, wobei meines Erachtens das nur bruchstückhaft erhaltenene Wort als „teotiskiani" gedeutet werden muß [2 An einen Eigennamen ist hier nicht zu denken, da ein solcher ja auch bei den Unterschriften zu finden sein müßte, wie diejenigen aller anderen erwähnten Personen. Auch kann der Ausdruck teotisci nicht befremden. Wir finden vassi tam teutisci quam et langobardi in einer Gerichtsurkunde vom 26. Februar 845 in Trient erwähnt (FAINELLI, Cod, dipl. Veronese Seite 255, nr. 178- MANARESI, I placiti Seite 160, nr. 49), und können Leute ex genere teutonicorum in einer Urkunde vom November 891 (CdL Seite 748, nr. 434 = AFFO, Guastalla I Seite 313, nr. 13; zum Datum vgl. Skizze Sigefred, Anm. 11) in Piacenza nachweisen.], kann - wenn man den mittelalterlichen Rechtsbrauch der Heranziehung von Landsleuten als Zeugen bei Rechtsgeschäften beachtet - für Audelinda und Auteranus ein Herkommen aus den Gebieten nördlich der Alpen angenommen werden [3 Die traditio wird übrigens per duas manicias vorgenommen. Dazu ist zu vergleichen zum Beispiel eine Urkunde aus dem Jahre 936 (MURATORI, Ant. It. II Seite 135): Per hanc praerentem paginam vendicionis et per duas manicias hac tradere visus sum, et corporaliter facio tibi invertituram venditionis justa legem meam Alemagnorum. Desgleichen ist die Gerichtsurkunde vom 31. März 820 (MANARESI, I placiti Seite 95, nr. 31) zu beachten, nach welcher der auch von jenseits der Alpen gekommene Hucpaldus Comes (von Verona) per manicia sua de manu eundem Bonifrit a parte prefati monasterii revertivit.].